Halb ertrunken schleppten sich die Männer an den Strand, während meine Mutter und ich bereits dort standen und uns umsahen. Wir waren am Ziel angekommen. Es war weit und breit nichts zu sehen. Keine Pflanzen, keine Tiere, kein Jack, aber er musste hier irgendwo sein.
"Dieser Ort wurde wahrhaftig von Gott verlassen." meinte Gibbs.
"Ich kann Jack nicht sehen. Ich kann niemanden sehen." sagte Elizabeth.
"Er ist hier! Davy Jones hat noch nie etwas freigegeben, was er sich geholt hat." meldete sich Hector.
"Und ist das von Bedeutung? Euretwegen sind wir hier gefangen, genauso wie Jack." sprach Will."Du kannst Hector nicht die Schuld geben, Will. Er hat uns hergebracht und einen anderen Weg hätte es nicht gegeben. Außer dir wäre es lieber gewesen vom Kraken gefressen zu werden. Wir finden schon wieder einen Weg hier raus, aber zuerst holen wir Jack." warf ich ein.
"Dass Sie mal auf meiner Seite sind?", wunderte sich Hector amüsiert.
"Ja, ich muss wohl etwas gegen den Kopf bekommen haben." scherzte ich und kratzte mich dabei leicht am Kopf. Hector lachte auch.
"Der gewiefte Jack..ist sehr viel näher als ihr denkt." hörte ich meine Mutter. Sie streichelte eine Krabbe. Ich hatte die Krabben vorher gar nicht bemerkt. Hinter ihr, hinter dem großen Sandberg, sah ich einen großen Schwarzen Segelmast. Ungläubig trat ich ein paar Schritte nach vorn. Das gibt's doch nicht.Jeder von uns sah die Black Pearl den Berg herunter rutschen und schlussendlich im Wasser stehen.
JACK! Ich fing an zu grinsen und sah zu meiner Mutter, welche ebenfalls grinste. Ein Beiboot kam an den Strand zurück und ein Mann stieg aus. Ein Mann, den ich überall wiedererkennen würde. Die Männer sprinteten überglücklich zu ihm. Eingeholt hätten wir die Jungs nicht. Ich habe sie noch nie so schnell rennen sehen wie jetzt.
"Jack!", rief Gibbs erfreut.
"Mr. Gibbs." meinte eine uns sehr, sehr bekannten Stimme."Aye, Captain?"
"Dachte ich's mir. Ich nehme an das du für dieses Verhalten eine gute Erklärung hast."
"Sir?", wunderte sich Gibbs, sichtlich verwirrt.
"Auf meinem Schiff herrscht ständiger und mangelnder Anstand an Disziplin. Wieso? Woran liegt das, Sir?"
"Sir, das..das hier ist das Reich von Davy Jones, Captain."
"Das weiß ich. Ich weiß wo ich bin. Glaub ja nicht ich wüsste es nicht."
"Jack Sparrow!", rief nun Hector.
"Oh, Hector!" Jack ging zu ihm. "Ziemlich lange her, nicht wahr?"
"Aye! Isla de Muerta, das weißt du doch noch. Du hast mich erschossen, nachdem ich deine Angebetete bedroht habe." grinste Hector. Jack schien für ein paar Sekunden in Gedanken zu schwelgen. Ich verdrehte die Augen bei dem Kommentar von Hector.
"Ganz sicher nicht." antwortete er schließlich und ging weiter."Tia Dalma, wieder mal unterwegs. Du schaffst es jede Wahnvorstellung noch makaberer zu gestalten." sagte Jack zu meiner Mutter. Es wurde offensichtlich - Jack dachte er bildete sich uns nur ein.
"Er hält uns für eine Halluzination." meldete sich Will. Jack wendete sich zu ihm.
"William, verrate mir etwas, hat es dich hierher verschlagen, weil ich dir helfen soll dein schwieriges Frauenzimmer zu retten oder sagen wir..ein Frauenzimmer in Schwierigkeiten? Egal eins von beiden."
"Nein." antwortete Will.
"Allerdings wärst du in diesem Falle nicht hier, oder? Also kannst du gar nicht hier sein und weil das so ist, bist du tatsächlich nicht hier."Ich trat vor.
"Jack?"
Sein Kopf schoss in meine Richtung.
"Jack, wir sind hier. Wir sind keine Halluzination." Ich stand endlich mal wieder genau vor ihm.
"So sehr ich es mir wünschen würde, aber---" hörte ich ihn murmeln.
"Jack, wir sind wirklich hier!"
Er sah mich daraufhin schweigend an. Etwas genervt seufzte ich auf.
Ich umarmte ihn dann einfach.
"Ich hab dich vermisst, Jack." flüsterte ich ihm zu. Etwas zögerlich legten sich seine Arme um mich. Ich vergrub mein Gesicht in seinen braunen Locken und lächelte. Ich vergaß sogar für einen Moment, dass die anderen ja immer noch dort standen und uns beobachteten."Ich hab dich auch vermisst, Liebes. Mehr als du denkst." flüsterte Jack zurück. Hab ich jetzt angefangen zu halluzinieren oder hatte er das gerade wirklich gesagt?
"Wir sind hier um dich zu retten, Jack." hörte ich dann Elizabeth. Jack und ich lösten uns voneinander und ich bemerkte, dass uns alle anstarrten. Meine Mutter und Gibbs hatten ein breites Grinsen auf den Lippen. Selbst Hector hatte einen Mundwinkel nach oben gezogen. Dann bemerkte ich, dass sich ein Arm immer noch um meine Taille befand, was mich auch etwas zum lächeln brachte.
"Um mich zu retten, ja? Das ist wirklich zu freundlich. Aber aufgrund der Tatsache dass ich ein Schiff besitze und ihr nicht, seid ihr wohl auf Rettung angewiesen und ich weiß nicht ob ich in der Stimmung dazu bin." meinte Jack zu Elizabeth."Ich sehe mein Schiff..genau dort." Hector zeigte auf die Pearl. Ging das wieder los! Jack lief nun näher zum Wasser.
"Ich sehe überhaupt nichts. Muss wohl ein winzig kleines Ding sein, das irgendwo hinter der Pearl treibt."
Ich lachte daraufhin kurz. Die beiden würden sich niemals einig sein, wem die Pearl gehört.
"Jack! Cutler Beckett hat das Herz von Davy Jones. Er befehligt die Flying Dutchman." sagte Will.
"Er will die Meere kontrollieren." meldete sich Elizabeth.
"Das Lied wurde bereits gesungen. Der Hohe Rat wurde einberufen." warf meine Mutter ein."Da lässt man euch mal für eine Minute allein und alles geht den Bach runter." antwortete Jack.
"Jack, die Welt braucht dich! Wir stehen vor einer großen Bedrohung." sagte Gibbs. Jack lief ein bisschen von uns weg.
"Und du brauchst eine Crew." fügte Will hinzu.
"Warum sollte ich mit einem von euch segeln woll'n? Vier von euch haben versucht mich umzubringen, einer ist es gelungen." Warte! Will und ich sahen zu Elizabeth, welche einen schuldigen Blick hatte. Was?! "Oh..sie hat es euch nicht gesagt. Dann habt ihr euch viel zu erzählen, solange ihr hier seid." Jack kam wieder näher zu uns. "Und was dich angeht." Er stand nun vor meiner Mutter. Er nickte ihr kurz zu - was wohl hieß sie durfte mitfahren - und ging weiter. "Vor dir hab ich Angst, du kannst hier bleiben." meinte er zu Ragetti. "Gibbs, du kommst mit...Marty..." Er nickte den kleinen Mann zu und Pintel gegenüber machte er ein angewidertes Geräusch. "Cotton." Er nickte ein weiteres Mal. "Cottons Papagei..ich weiß nicht, obwohl ich..dann wenigstens mit einen reden kann." Er lief weiter und blieb vor mir stehen. "Y/N, du kommst auf jeden Fall mit. Obwohl ich mir sicher bin, dass du so oder so einen Weg hieraus finden würdest." Er lächelte mich schief an. Ich lächelte zurück.Er bemerkte die ganzen Männer neben uns, welche von Sao Feng bereitgestellt wurden.
"Wer seid ihr?", fragte Jack.
"Tai Huang.. das sind meine Männer." erwiderte Tai.
"Wem schwört ihr Treue und Gehorsam?"
"Den Meistbietenden."
"Ich habe ein Schiff."
"Damit seid Ihr der Meistbietende."
"Guter Mann. Anker lichten! Alle Mann an Deck! Klar machen zum auslaufen!", befahl Jack und nahm seinen Kompass.
Ich ging zu Jack um ebenfalls auf seinen Kompass zu sehen. Der Zeiger drehte sich nur wild im Kreis.
"Jack, der Kompass bringt dir hier nichts, aber wir schaffen es hier schon raus." sagte ich zuversichtlich. Sein Blick schweifte kurz zu mir und anschließend wieder auf den Kompass. Dann steckte er ihn schnell wieder weg.
"Jack? Wohin soll die Reise gehen, Jack?", fragte Hector leicht gehässig. Hector fühlte sich Jack offensichtlich überlegen, weil er die Karte hielt.
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