☠️Kapitel 7 | Erneutes Treffen mit dem Kraken☠️

67 6 1
                                    


Mittlerweile hatte auch Gibbs seine Pistolen gezogen und hielt sie auf Hector und Will. Er machte doch nicht ernsthaft bei diesem Mist mit?!
"Nun gut, dass reicht jetzt! Der Hohe Rat der Bruderschaft versammelt sich in der Schiffbruch-Bay und, Jack, du und ich wir gehen dort hin und ich möchte keine Diskussion deswegen." beschloss Hector bestimmend.
"Die Diskussion wird sich nicht entgehen lassen. Wenn sich die Piraten treffen werd ich mit meinem Schiff woanders hinfahren." erwiderte Jack.

"Die Piraten wollen eine Allianz gegen Beckett bilden und du bist ein Pirat." sagte Elizabeth und richtete ihre beiden Pistolen auf Jack, woraufhin Jack seine auf Elizabeth hielt und Will seine beiden auf Jack. Dann zielte Jack mit einer wieder auf Will.
"Kämpfe oder nicht, aber lauf nicht davon, Jack." sagte Will.
"Wenn wir nicht zusammenhalten, werden sie uns jagen, einer nach dem anderen, bis keiner mehr übrig ist, abgesehen von dir." erklärte Hector anschließend.

"Klingt doch ganz reizvoll, nicht? Captain Jack Sparrow, der letzte Pirat." Ich verdrehte bei diesem Satz von Jack die Augen und schmunzelte etwas.
Hector ging zwei Schritte auf Jack zu, weiterhin mit der Schusswaffe auf Jack gerichtet und die andere zeigte nun auf Gibbs, welcher eine auf Hector hielt. Wann war das endlich vorbei?
"Aye, und dann wirst du ganz allein gegen Jones antreten. Wie fügt sich das in deinen Plan?", fragte Hector.
"Der Punkt ist noch nicht ganz klar, aber ich kehre nicht auf den Grund des Meeres zurück, mein Freund. Verlass dich drauf." antwortete Jack.

Mir wurde es langsam zu viel.
Ich rollte mit meinen Augen und seufzte. Anscheined war es laut genug um die Aufmerksamkeit von den anderen auf mich zu ziehen. Alle Köpfe drehten sich zu mir um. In einer schnellen Bewegung zog ich meine Pistolen von ihrer Halterung an meiner Hüfte, zielte und drückte ab.
Es war endlich still. Elizabeth und Jack guckten mich geschockt an, während Hector nur grinste. Die Pistolen hatten nicht gefeuert. Ich musste auch grinsen und steckte meine Waffen wieder zurück.
"Wir waren gerade Unterwasser. Euer Schießpulver ist nass. Ihr könnt euch so oder so nicht erschießen."

Jeder betätigte den Abzug aber es passierte nichts.
"Feuchtes Pulver." murmelte Gibbs genervt.
"Sag ich doch!" Ich verdrehte erneut die Augen.
Alle nahmen die ihre, in Moment unbrauchbaren, Waffen wieder runter.
"WARTET, WIR KÖNNEN UNS DAMIT DOCH IMMER NOCH PRÜGELN!", rief Pintel und bekam anschließend von Ragetti mit der Pistole eine übergezogen.
"Entschuldige. Klappt ziemlich gut." Ragetti drehte sich schnell weg von ihm. Idioten.

Wir alle versammelten uns im Kreis, um eine der vielen Kisten. Will rollte die Karte auf ihr aus und deutete auf einen kleinen Punkt.
"Auf dieser Insel gibt es eine Süßwasser Quelle. Wir füllen unsere Vorräte auf und im Anschluss erschießen wir uns wieder gegenseitig." schlug er vor. Woher wusste er von der Süßwasserquelle?
"Du führst diese Landpartie an und ich bleibe auf meinem Schiff." meinte Jack dann.
"Ich lasse mein Schiff nicht unter deinem Kommando." erwiderte Hector.
"Wieso geht ihr nicht beide an Land und überlasst das Kommando mir?", fragte Will dann. Jack und Hector blickten ihn verdutzt an. "Vorübergehend." warf Will schnell hinterher.

Wir setzeten die Segel und nahmen Kurs auf diese Insel.
Einige Zeit später war sie bereits am Horizont zu sehen. Hector sah durch sein Fernrohr. Neben ihm gesellte sich Jack dazu und hatte ebenfalls eins in der Hand, oder besser gesagt Hände. Es war immerhin jetzt um einiges länger als sein vorheriges und damit auch viel länger als das von Hector. Keine Ahnung, woher dieses Fernrohr auf einmal herkam, aber eigentlich war es mir auch egal. Desto weniger ich über Jacks komischen Angewohnheiten wusste, desto besser.

Ein Teil der Crew stieg in die Boote und ruderte zur Insel, Jack, Hector und ich eingeschlossen.
Als wir am Strand ankamen, entdeckten wir etwas merkwürdiges. Doch es dauerte nicht lange, bis ich realisierte, was wir vor uns sahen. Ich zog scharf die Luft ein. Ein einziges, halb geflüstertes "Nein" brachte ich heraus, denn für mehr war ich zu sprachlos, von den schockierenden Anblick vor uns.
"Was zum...?", hörte ich Pintel.
"Heilige Meerjungfrau." kam es auch von Ragetti.

Ich spürte Blicke auf mir, als ich einfach los lief. Mir war es einfach fern zu glauben, dass dies kein Traum sei.
Als ich wieder stoppte, ließ ich mich unachtsam in den nassen Sand fallen.
"Nein. Das-das ist nicht möglich."
Vor mir lag der tote, verrottende Kadaver des Kraken.
Meine Sicht wurde wässrig und ein paar Tränen flossen meine Wangen runter.
Hinter mir vernahm ich Schritte, aber ich ignorierte sie einfach. Alles andere war einfach gerade nicht von Bedeutung.
"Vorsichtig, vorsichtig." erklang Ragettis Stimme.
"Du, blöder Fisch." sprach Pintel.
"Genau genommen ist das ein Kopffüßer." sagte Ragetti.
"Geschieht dir Recht." meinte Pintel daraufhin.

Ich ballte die Fäuste zusammen. Konnten diese Drecksäcke nicht ein Mal still sein!?
"Die Leute würden glatt 'nen Schilling zahlen, um das zu sehen."
Pintel lachte nur. "Und noch 'nen Schilling um sich auf dem Ding zeichnen zu lassen."
"Pintel und Ragetti, Krakentöter." Im Augenwinkel sah ich, wie die beiden auf den Kraken herum kletterten.
"Wir könnten ihn auch scheibchenweise verkaufen."
"HALTET ENDLICH DIE KLAPPE!", schrie ich sie an. Sie zuckten zusammen und kletterten schnell wieder herunter.
"Mein...Beleid." meinte Jack stockend und legte mir eine Hand auf die Schulter.
Ich stand wieder auf und wischte mir kurz mit meinen Ärmeln die letzten Tränen vom Gesicht, und drehte mich langsam zu ihm.
"Danke... Muss komisch sein, zu sehen, dass einer Tränen vergießt, um den Tod eines Seeungeheuers." scherzte ich etwas. Jack lächelte leicht. Ich blickte zurück auf den Kadaver. "Aber er gehörte doch irgendwie zur Familie." Ein tiefes Seufzen entwich mir. "Guter Schachzug von Beckett. Er hat meinen Vater in der Hand und das erste was er ihm befiehlt ist den Kraken zu töten. Er beseitigt direkt am Anfang, das Wesen, was eine zu große Gefahr für ihn war. Nun kann mein Vater überhaupt nichts tun, solange Beckett das Herz hat."
"Hmm..." kam es nur von Jack. Sein Blick hing dabei die ganze Zeit auf mir.
"Wie er sich wohl gefühlt haben muss?" murmelte ich nun.
"Wer?"

"Der Kraken. Schau in sein Auge." Ich zeigte darauf. "Siehst du es? Angst, Schmerz, Pein. Was er wohl gefühlt haben muss als mein Vater ihn einfach so tötete? Man betrachtet gerne nur oberflächlich und vergisst dabei, dass dieses riesige Ungeheuer, dieses Biest mehr war als nur ein Monster."
Wir beide schwiegen und sahen nur auf den Kadaver.
Jack schien etwas verloren in Gedanken zu sein. Schritte kamen näher in unsere Richtung.
"Und willst du noch davonlaufen, Jack?", ertönte Hector's Stimme. "Denkst du, du kannst vor der ganzen Welt davonlaufen? Weißt du, das Problem ist, wenn man von irgendwas verletzt ist, bevor man sich's versieht ist man allein."

"Manchmal kommt auch etwas wieder zurück, mein Freund." Jack schmunzelte etwas und für einen Moment, dachte ich, er blickte zu mir, als er dies sagte. "Wir sind der lebende Beweis, wir beide." Jack deutete anschließend auf sich und Hector.
"Aye, aber das ist eine verdammt riskante Angelegenheit, oder? Es gibt keine Garantie dafür, dass man zurückkehrt, aber das man stirbt, das ist tot sicher."
Jack nickte ganz leicht.
"Also werden wir den Hohen Rat der Bruderschaft einberufen."
"Unsere einzige Hoffnung, Junge." erwiderte Hector.
"Das für sich genommen, ist schon eine traurige Feststellung." erkannte Jack.
"Die Welt hat einmal sehr viel mehr Platz geboten."
"Die Welt ist groß genug. Sie hat nur.. weniger zu bieten." Jack drehte sich um und entfernte sich von uns.
Ich warf dem Kraken noch einen letzten Blick zu, bevor ich Jack folgte und kurz darauf tat Hector es uns gleich.

Liebe, Tod Und Freiheit [Book 3]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt