Seit meiner Rückkehr zu den Sakamaki Brüdern waren einige Tage vergangen. Doch ich fühlte mich bereits hier zu Hause. Die Brüder hatten mich scheinbar schneller akzeptiert als ich gedacht hatte. Bis jetzt hatte noch keiner versucht mich anzufassen, geschweige denn zu beißen. Ich konnte ganz normale Gespräche mit ihnen führen und verbrachte meine freie Zeit mit ihnen. Naja, jedenfalls mit den meisten. Reiji und Subaru stellten sich immer noch quer aber das machte mir nichts aus. Irgendwie freute es mich sogar, dass sie sich nicht extra für mich verstellten.
Ich hatte mich wieder dem Nacht Rhythmus der Familie angepasst und war meistens schon vor den anderen wach. So wie heute. Ich schälte mich aus meiner Bettdecke und zog mir ein bequemes, lockeres Oberteil an. Es war noch ziemlich früh und es würde noch ein bisschen dauern bis sich die ersten trägen Gestalten blicken lassen würden. Ich öffnete das Fenster ein Stück und nahm einen tiefen Atemzug von der frischen Nachtluft. Die Sonne war grade hinter den hohen Baumwipfeln der großen Tannen verschwunden und ließ die Wolken schwach leuchten. Ich lächelte kurz und machte mich auf den Weg zu Shus Zimmer. Das alte Holz knarrte unter meinen Füßen, als ich die Treppe zum unteren Stockwerk hinunterstieg. Leise öffnete ich die Tür und schlich hinein. Es war stockdunkel. Nur der aufgehende Halbmond spendete ein wenig Licht durch den Spalt eines Vorhanges. Shu lag still in seinem Bett. Die blonden Haare waren ganz wuselig und die Decke hing nur halb über ihm. Ich schlich auf die andere Seite und setzte mich vorsichtig neben ihn. Er schlief seelenruhig. Sein Gesicht war entspannt und wirkte dadurch fast kindlich. Sein Oberteil war nicht komplett zugeknöpft sodass ich einen Panoramablick auf seinen freien Oberkörper hatte. Ich schmunzelte leicht und vertrieb den Gedanken aus meinem Kopf, ihn im Schlaf zu überfallen. Stattdessen kroch ich zu ihm unter die große Decke und legte mich so dicht neben ihm dass ich seine Atemzüge hören konnte. Ich zog die Decke über seine ausgekühlten Schultern und hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn. Doch scheinbar hatte ich ihn dadurch aufgeweckt. Shu öffnete blinzelnt seine Augen und sah mich verschlafen an.
"Guten Morgen. Tut mir leid das ich dich geweckt habe." flüsterte ich.
"Keine Sorge, ich war schon so gut wie wach."
Er streckte seinen Arm unter der Decke hervor und zog mich zu sich heran.
"Hast du gut geschlafen?"
"Wie ein Stein." antwortete ich. Dann konnte ich nicht widerstehen und fuhr sanft mit einer Hand seinen Oberkörper entlang. Kurz befürchtete ich Shu würde zurückweichen, doch er ließ mich gewähren. Seine Haut war samtweich doch darunter fühlte man die starken Muskeln die sich von außen nur erahnen ließen. Mit einem Mal ergriff er meine Hand und beugte sich über mich. Er stützte seinen Arm neben meinem Kopf. Ich spürte wie mir die Röte ins Gesicht schoss. Im schwachen Licht des Mondes konnte ich sein Gesicht zwar nur schwer erkennen aber es reichte um sein warmes Lächeln zu sehen. Mein Blick haftete weiterhin an seinem Oberkörper.
"Du solltest nicht mit offenem Hemd schlafen. Du wirst noch krank."
"Mach dir keine Sorgen, ich verkrafte das. Und wenn ich dafür jedes mal dein besorgtes Gesicht sehen kann, gehe ich das Risko ein." sagte er sanft bevor er sich endgültig zu mir hinunterbeugte und seine kühlen Lippen auf meine legte.
"Spinner..." nuschelte ich in den Kuss herein und glitt mit meiner Hand durch seine weichen Haare. Als er sich von mir löste glitt er direkt weiter meinen Hals hinunter und hauchte feine Küsschen auf meine Haut. Mein Körper spannte sich unter seinen sanften Berührungen an und ich genoss einfach mich von ihm liebkosen zu lassen. Shu setzte seinen Weg fort bis er an meiner Halsbeuge angekommen war. Er blickte auf und betrachtete mein gerötetes Gesicht. Vorsichtig setzte er mit seinen Zähnen an und biss ganz kurz hinein. Ich zuckte zusammen, weil es eine sehr empfindliche Stelle war und krallte erschrocken meine Hand in seinen Arm. Shu richtete seinen Blick fragend zu mir auf. Ich wusste genau um was er mich bat. Frühstück im Bett für einen Vampir nennt man das wohl. Aber ich nickte zustimmend. Ich sah wie ein freudiger Schimmer durch seine Augen glitt bevor er seinen Blick wieder senkte und nach einer geeigneten Stelle suchte. Schon bald hatte er sie gefunden. Er drückte einen kurzen Kuss auf meine Haut bevor er sanft seine spitzen Zähne ansetzte. Bevor er zubiss schob er seinen linken Arm unter meinen Oberkörper und zog ihn ein Stückchen zu sich heran. Mit seiner freien Hand verschränkte er meine Finger mit seinen. Dann übte er leichten Druck aus und seine Zahnspitzen stachen durch meine Haut. Er war so vorsichtig, mich nicht wieder zu verletzen, dass ich den Schmerz kaum spürte. Dann drang er langsam weiter bis zu meinen Adern vor. Es kitzelte fast ein wenig. Sein Arm schloss sich fester um mich als er seine Zähne schließlich komplett versenkt hatte und begann mein Blut vorsichtig anzusaugen. Ich legte sanft meinen freien Arm um seinen Kopf und gab mich ihm noch weiter hin indem ich meinen Kopf ein Stück anhob. Er reagierte instinktiv darauf und begann gieriger zu trinken. Das leise Geräusch seines Schluckens erfüllte als einziges den Raum. Ich atmete tief ein und aus um mich zu entspannen. Als ich bemerkte das meine Energie nachließ, tippte ich ihm sanft auf seinen Rücken. Sofort reagierte Shu und zog sich zurück. Mit seiner Zunge fuhr er mehrmals über die kleine Wunde um die Heilung zu beschleunigen. Dann löste er sich aus der Umarmung und setzte sich neben mich. Mit der Hand wischte er sich eilig die Lippen sauber.
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Diabolik Lovers - Der Stich der blauen Rose
VampireAls Hiromu eine Auszeit nehmen soll landet er bei den Sakamkis und muss feststellen das diese mehr als nur ein Geheimnis haben. Aber dort lernt er auch Shu kennen, den ältesten der sechs Brüder und die beiden merken bald das zwischen ihnen mehr ist...