4. Kapitel

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Im Auto ist es ruhig, jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Mir war bewusst gewesen, dass Hunter uns nicht so einfach gehen hätte lassen, doch unsere Vereinbarung in New York für nichtig zu erklären, war ein Schritt gewesen, an welchen ich nicht gedacht hatte.
Er hatte somit eine Karte ausgespielt, welche es mir schwer machte, ruhig zu bleiben. Auch meine Brüder schien der Gedanke böse aufzustoßen, dass ich bald wieder solche Aufträge erledigen musste. Doch wir alle wussten, dass wir keine Macht hatten dies zu ändern. Hunter war unser Boss und wir konnten froh sein, dass wir alle noch am Leben waren.

"Wirst du damit klar kommen?", Ethans Stimme zerschnitt die Stille und ein kleines Lächeln legte sich auf meine Lippen. Er war schon immer der gewesen, welcher in solchen Situationen einen klaren Kopf behielt und sich auf das wesentliche konzentrierte. Da seine Frage nicht von Wichtigkeit und Interesse war, da wir nichts an der Situation ändern konnten, zuckte ich bloß mit den Schultern.

"Es ist unwichtig, ob ich damit klar komme, oder nicht. Ich habe es früher schon getan und werde es jetzt wieder tun müssen. Wie ihr nunmal auch. So ist unser Leben und wir können nichts daran ändern.", sagte ich bloß und legte meinen Kopf an die kühle Fensterscheibe.
Unser Leben war schon vor Jahren aus den Fugen gelaufen und wir waren schon zu tief darin verstrickt, als das wir auch nur die Hoffnung hatten etwas zu verändern. Irgendwann findet man sich einfach damit ab, verloren zu haben und lebt das Leben, was für einen bestimmt zu sein scheint.

Nach meinen Worten hatte sich wieder Stille im Wagen ausgebreitet und dies blieb auch so, bis wir bei unserem Haus angekommen waren.
"Dann sollten wir mal unsere Sachen packen.", sagte Aiden ruhig und ich nickte nur.

Ich betrat mein Zimmer und ich begann den großen Koffer, welchen ich zuvor aus dem Keller geholt hatte, mit meinen Sachen zu packen.
Da ich nicht wusste wie viel ich brauchen würde, packte ich einfach das nötigste ein und entschied mich den Rest in New York zu kaufen.

Unsere Familie war wohlhabend, vermutlich war unser sozialer Status der Grund dafür, dass Hunter uns unter keinen Umständen aus seinen Geschäften verlieren wollte.
Man kannte unseren Namen und Geld war für uns nie ein Problem gewesen.
Mein Vater hatte in jungen Jahren ein großes Firmen Imperium geerbt und somit hatten sich meine Eltern im Laufe der Zeit einen Namen in Computertechnik und Softwareingenierung gemacht.
Ich hatte von ihnen so viel gelernt, dass mein Wissen, dem eines Normalsterblichen weit überlegen war.
Früher war es immer mein Traum gewesen die Firma eines Tages zu übernehmen und mich nur mehr der Technik zu verschreiben. Doch heute, hatte sich das geändert. Ich sah nicht mehr so weit in die Zunkunft, dass würde mir nur schaden. Denn ich hatte zu viele Menschen sterben gesehen, um an eine rosige Zukunft zu glauben.

Das Klopfen an meiner Tür riss mich aus meinen trübsinnigen Gedanken und ich blickte zur Tür.
Jason, mein jüngerer Bruder, steckte seinen Kopf herein und ich sah in seinem Gesicht Sorge und Schuld.
"Hey, Flori.", seine Stimme war gesenkt und vorsichtig schob er seinen Körper in mein Zimmer.
"Es tut mir Leid, es war immer schon meine Schuld das wir in dieser Scheiße stecken, aber ich konnte besser damit leben, wenn ich wusste dass du dieses Abkommen hattest."

"Schon okay. Mir war bewusst, dass eines Tages dieses Abkommen wieder aufgehoben werden würde. Du kennst Hunter, er liebt es seine Psycho-Spiele zu spielen.", sagte ich ruhig und zog den Reißverschluss des Koffers zu.
Seit dem ersten Tag, an welchem ich Anfing für Hunter zu Arbeiten, wusste ich das er ein kranker Mensch war, welcher sich am Leid anderer ergötzte. Ich traute ihm alles zu, so war mir auch schon immer bewusst, dass er unsere Abmachung zu Nichte machen würde, sobald sie ihm nichts mehr brachte.

"Trotzdem, ich bin dein Bruder. Ich sollte nur das beste für meine Schwester machen und sie nicht in die Illegalität treiben." Müde fuhr er sich durch sein blondes Haar und ich lächelte schwermütig. Ja, er war der erste gewesen, welche bei Hunter angefangen hatte, aber er war mein kleiner Bruder, niemals würde ich ihm für diese Sache die Schuld zu schieben wollen.

"Hey, schon okay.", sagte ich sanft und schloss ihn behutsam in die Arme.
"Wir sind Blacks, schon vergessen. Wir halten zusammen und sind verdammt stark."

Badgirl *Wird Überarbeitet*Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt