*Kap. 53 🐯

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Der restliche Vormittag schien tatsächlich erst mal genauso wie auch sonst zu abzulaufen: Ich saß irgendwo in einem Raum und hatte Unterricht. Diesmal Philosophie, Geschichte und Politik. Nicht meine liebsten Fächer, aber es geht deutlich schlimmer.

Zum Glück hat mein Lehrer eine recht offene Art, Dinge zu erklären und mit dem zu verknüpfen, was ich schon kenne. Dennoch ziehen sich die Stunden beinah wie Kaugummi, bis er tatsächlich auflegt und meine Schulzeit damit für heute zumindest vorbei ist. Zufrieden lehne ich mich also zurück, während mein Laptop runter fährt.

"Tony?", doch ein wenig eher als sonst höre ich Jins Stimme und sofort wende ich ihm mein Gesicht zu.

"Ja Hyung?", frage ich recht munter und stelle den Laptop zur Seite.

"Willst du immer noch als Trainee hier anfang?"

Sofort nicke ich.

"Dann komm.", gibt er kurz und bündig, aber lächelnd von sich, weshalb ich innerlich ziemlich aufgeregt aufstehe und mich an der glatten Wand entlangtastend zu ihm begebe. Sogleich greift er nach meinem Arm und führt mich durch die mir mittlerweile schon etwas vertrauteren Gänge des BigHit-Gebäudes.

Desto weiter wir laufen, desto unruhiger werde ich auch, jedoch gebe ich mir Mühe, mich zusammenzureißen. 

Nach einer Weile bleibt Jin stehen und öffnet eine Tür.

Die Gefühle, die die darauffolgenden Minuten in mir auslösen, kann ich nicht in Worte fassen.

Freude, Stolz, Glück. Irgendwie alles und doch passt keins davon.

Auch habe ich Angst, Unsicherheit und dieses stumpfe Gefühl des unbekannten in mir ebenso wie die Ehrfurcht, den ersten Schritt geschafft zu haben, um so zu werden wie die, zu den ich aufblicke/aufblickte.

Eigentlich egal in welchem Alter, waren meine Vorbilder nicht Verwandte oder Freunde, so waren es Sänger. Minwoo von SHINHWA zum Beispiel.

Und ab morgen wäre ich zumindest schon mal ein Trainee, was mehr ist, als ich mir als blinde Person überhaupt zu träumen gewagt hatte.

Es ist überwältigend. In vielerlei Hinsicht aber keine einzigen unangenehmen.

Noch nicht.

Mit den Gedanken ganz in meiner Welt, die immer realitätsnäher zu werden scheint, versunken, zieht die nächste halbe Stunde an mir vorbei.

Bis Taehyung es irgendwann schafft, meine Aufmerksamkeit zu bekommen.

"Ganz schön am Tag träumen, mh?", lacht er schließlich und legt seinen Arm um mich.

"Schon irgendwie...", antworte ich einfach wahrheitsgemäß und trotz der Geschehnisse von heute Morgen lehne ich lächelnd meinen Kopf gegen seine Schulter.

"Ich hab jetzt frei und deshalb unternehmen wir was zusammen. Komm.", damit zieht er mich hoch und mehr oder weniger, zieht mich hinter sich her nach draußen und verfrachtet mich in ein Auto.

"Und was... Unternehmen wir?", frage ich mit hochgezogener Augenbraue.

"Lass dich überraschen und... Bitte vertrau mir einfach, ja?"

Zwar nicke ich leicht, doch innerlich erfasst mich wieder die Unruhe. Was hat er vor?

"Ey entspann dich.", lacht er leicht und legt eine Hand auf mein Bein. "Ok, vermutlich wirst du JK und mich hassen."

"Ich könnt dich so schnell nicht hassen Tae...", murmel, ich bevor ich seine Hand von meinem Bein schiebe und mich in dem Sitz zurücklehne.

Daraufhin herrscht tatsächlich auch Stille, bis wir da sind.

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