Seong Tony
Nervös lauche ich dem erstaunlich leisen Brummen des Motors und versuche nebenbei meine Hände nicht zu sehr zu kneten. Wie mein wohl ist? Ob ich morgen schon eine Schule besuchen würde? Ob cih dies jemals wieder würde? So viele Fragen schießen mir durch den Kopf und am liebsten würde ich jetzt aus dem Fenster sehen, auf dass meich die vorbei ziehende Gegend beruhigen würde. So hatte ich es immer als ich klein war gemacht, doch diese Zeiten sind vorbei und werden auch nie weider kommen.
Leise seufzend lehne ich den Kopf an den Sitz und warte auf der einen Seite darauf, anzukommen, hoffe auf der anderen Seite allerdings, das dies nie geschehen wird. Ich hab Angst meinen Vater zu treffen. Immer wenn ich an ihn denke, habe ich ein komisches Gefühl und ohne ihn jemals in irgendeiner Weise kenngelernt, getroffen oder überhaupt auch nur mit ihm interagiert habe, ist er mir unsympathisch. Ich weiß, das ich scheinbar deutliche Vorurteile habe, doch ist es so schwer diese abzulegen.
Meine Gedanken werden schließlich von dem Geräusch der sich öffenenden Türen unterbrochen und diesmal kann ich mir einen kleinen Seufzer nicht verkneifen. Zu meinen Glück hat ihn scheinbar niemand gehört, denn das einzige, was ich wahr nehme ist Jins Hände und wie sie mir helfen unbeschadet aus dem Auto zu steigen.
Kaum ist dies geschehen, dringen die unverkennbaren Geräusche einer Großstadt an mein Ohr. Damals am Flughafen war es nicht so laut durch die Lage und die Uhrzeit und auch dort, wo die Wohnung meines Bruders und der anderen ist, war es leiser als hier. Zwar ist Seoul deutlich größer als meine Heimatstadt, aber dennoch kenne ich diese Geräusch Kulisse... und hasse sie. Man kann ich sich nicht auf die wichtigen Geräusche fokusieren, weil es einfach zu viele andere Reize gibt. Das geht von den andereen Geräuschen über Gerüschen bis hin zu sichtbaren Eindrücken, die für mcih zwar nicht mehr da sind, aber das ganze doch irgendwo immer etwas einfacher gemacht haben. In solchen Momenten würde ich auch mal gern nichts hören, vorallem wenn ich dafür das hören wieder bekommen könnte.
Jetzt, wo ich so darüber nachdenke, hatte Jungkook doch recht mit seiner Aussage das Taubheit noch mal auf eine ganz andere Weise schlimm wäre, wenn nicht sogar schlimmer. Denn selten sucht man Sichten die einen Beruhigen, zwar gibt es die, doch meistens sind es Geräusche, auch wenn es nur heißt das man sie nicht hören will.
Außerdem hat man mit den Augen ein ziemlich eingeschränktes Blickfeld, man sieht nur das was vor einem, besten Falls noch neben einem ist. Es ist viel mehr so, das man sich auf eine Sache fokusiert und deshalb andere Dinge völlig ausblendet. Ein gutes Beispiel finde ich hier die eigene Nase, man sieht sie immer und doch merkt man es nicht, weil man sich nicht darauf konzentriert. Sicher, das ist etwas was unser Hirn mit all unseren Sinnen macht, es blendet bestimmte, immer vorhandene Dinge aus oder korrigiert sie direkt. Das ist beim Riechen der eigene Geruch nach spätestens einer Stunde, das ist das Gefühl der Socken an den Füßen, das zu beginn fremd, ja teilweise sogar unangenehm ist und nach einiger Zeit fühlt es sich gut und so normal an, das man es völlig ausblendet. Beim Schmecken gibt es soetwas auch, das merkt man das erste mal, wenn man mit jemanden einen Zungenkuss teilt. Jeder Mund hat dabei einen anderen Geschmack und niemand merkt seinen eigenen die meiste Zeit über, obwohl er ihn doch immer schmecken müsste. Beim sehen, nenne ich dabei immer gern den Fakt, das man die Welt eigentlich upside-down sieht, nur dreht unser Hirn dies automatisch um. Selbst wenn du eine Brille trägst die die Welt umdreht, „korrigiert" dein Verstand es nach einigen Tagen, so dass du scheinbar wieder richtig herum siehst. Gut das Beispiel ist vielleicht etwas schwer vorstellbar, aber umso fazinierender fand ich es, als mir meine Mutter von diesen Versuchen erzählte.
„Hallo Tony." reißt mich eine fremde Stimme ziehmlich abrupt aus meinen Gedanken und etwas desorientiert drehe ich den Kopf in die Richtung, aus welcher sie kam.
„Uhm... H-hallo?", gebe ich überumpelt von mir und schon jetzt fühle ich mich übervordert und hilflos. Wie soll das nur alles funktionieren?
„Wenn du jetzt etwa 2 Schritte nach vorne gehst, wird dir Appa helfen... wir sehen uns dann später wieder, mach kein Mist~" gibt mir Jin schließlich leise und etwas verschmitzt aber freundlich zu verstehen und ich nicke zaghaft.
„Bis später," Kurz halte ich inne, „Hyung", eh ich mich auch schon von ihm löse und die wenigen Schritte zu meinem Vater gehe um dann von diesem weider in ein Auto gesteckt zu werden. Es ist noch unangenehmer als ich erwartet habe und in mir beginnt immer mehr eine unglaubliche Wut auf diesen Mann zu brodeln. Warum konnte dieser Arsch nicth einfach seinen Schwanz in der Hose lassen? Warum muss ich jetzt durch all dieses gehen? Selbst meine Mutter wärr noch am Leben, wäre er treu geblieben. Vielleicht hätte ich einen anderen Vater und dann keine Schwester oder anderweitig Geschwister? Andererseits weiß ich viel zu wenig über das alles und damit über mich selbst, als ich mir ernsthaft Gedanken darüber machen könnte, wie es wäre wenn mein Vater kein untreuer Hund wäre.
„Wir fahren zu mir ins Büro, dort haben wir am meisten Ruhe und können ungestört reden." unterbricht mich seine Stimme erneut und ich nickt erneut.
„Ok" sage ich einfach, doch in mir sieht es anders aus. Ich will nicht reden. Ich will ncith hier sein. Gerade wäre mir vieles lieber als in diesem Auto zu sitzen, neben diesem Mann, den ich gerade von allen Menschen im Umkreis von 1000 Kilometern am wenigsten leiden kann- ok nein, es könnte ja noch immer sein das ich ein gewisser Kim Jongun in diesem Umkreis befindet. Immerhin ist die Grenze keine 100 weg. Kim... wahrscheinlich haben sie witziiger Weise sogar den gleichen Nachnamen... so wie gefühlt jeder 4. Koreaner.
Leicht schmunzel und beginne innerlich alle Mensch aufzuzählen die diesen Nachnamen tragen und mir, wenn auch nur vom Namen her, bekannt sind. Ich muss dabei gestehen, das es als wir anscheinend an seinem Arbeitsplatz ankommen, doch weniger sind, als erwartet. Lau meiner Rechnung hätte ganz Korea nur 52 Einwohner haben und das ist dann doch etwas wenig. Also entweder, kenn ich echt wenig Personen oder meine Rechung kommt nicht hin, wahrscheinlich sogar eher beides.
Schmunzelnd öffne ich mit leichter Schwierigkeit die Tür und steige vorsichtig aus, nur um draußen auch direkt meinen Vater an meiner Seite zu spüren, welcher mich etwas gröber als Jin es würde durch wo auch immer wir sind führt und schließlich scheinbar in einem Fahrstuhl stehen bleibt.
Ich hasse Fahrstühle. Als ich kleiner war liebte ich dieses Gefühl, das leichte Gribbeln im Bauch, doch mittllerweile hasse ich es. Seit ich blind bin hasse ich es keinen festen Boden unter den Füßen zu haben. Es macht mir unfassbar Angst und so merke ich bereits wie mich ein zittern überkommt. Dennoch versuche ich mir möglichst nichts anmerken zu lassen, immerhin ist hier niemand der mir helfen und mich beruhigen könnte. Nur der Arsch der an allem Schuld ist... oder zumindest der einzige noch Lebende der Schuld trägt. Wobei wohl auch ich etwas bei zu steuern hab.
Allerdings muss er jetzt nicht an dem Verlust eine Bettgeschichte von vor 16 Jahren leiden. Ich muss täglich wegen seiner Affäre leiden. Und dieser Fakt macht mich so wütend, owbohl ich bis heute morgen noch nie darüber nach gedacht habe. Ich kann die Gefühle nicht wirklich begründen, auch wenn ich einen Grund für sie nennen kann.
Mit aller Kraft unterdrücke ich schließlich ein wimmern, als kurz darauf der Fahrstuhl auch schon hält und wir wieder zu laufen beginnen.
Schlussendlich bringt er mich in einen Raum und lässt mich auf einem, wahrscheinlich Sofa platznehmen, eh er erneut zu sprechen beginnt.
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Ich bin so hyped für diese Storry ey...
Funfakt: Ich hör eigentlich nie die Songs, die ich am Ende verlinke beim schreiben, ich suche hinterher immer nach Kpopsongs dem irgendwie passen und achte darauf das immer die Lyrics/Untertitel dabei sind. XD (Ausnahme ist The Truth Untold, da sind keine Lyrcis dabei.)
Funfakt #2: Eigentlich waren dieses und das nächste ein Kapitel, allerdings hab ich zu viel extras eingebaut beim Abtippen.
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Trust Me (BTS FF) ✔
Fiksi Penggemar"Ein Tag den ich hasse? Meinen Geburtstag, für mich ein Tag der Trauer und verlorenen Chancen." Der 16 Jährige Seong Tony musste bereits einige Hindernisse in seinem Leben meistern, aber da hatte er jedesmal seine Familie und Freunde im Rücken, die...
