Eine ruhige Nacht wünschte er sich, doch tief in sich wusste er, dass er diese nicht haben würde. Er wusste, sobald er die Augen schließen und loslassen würde, würde er nicht in eine ruhige und schützende Dunkelheiten eintauchen. Eine Dunkelheit, die so anders war, als die, welche ihn jeden Tag umgab.
Früher... früher liebte er diese Dunkelheit, die Stille und Ruhe. Egal wie viel Aufregung er am Tag haben wollte, irgendwann war immer der Punkt erreicht, wo er einfach nur weg wollte – die Kontrolle abgeben und untertauchen. Nicht in Wasser, nicht in einer Menschenmasse oder fremden Geschichte, nein, einfach nur in diesen Zustand, den sein Kopf ihm schenkte.
Er wollte nicht hören... nicht sehen... aber vorallem, vorallem wollte er nicht mehr fühlen.
So war es sein Leben lang, doch jetzt ist es anders. Jetzt versteht er die Angst vieler Menschen vor dem Schlafen. Nicht das er Angst hätte, nicht wieder aufzuwachen, das würde ihn kaum mehr stören. Nein, er hatte Angst vor den Bilder, die er sehen würde, so sehr er diese auch liebte. Es war Fluch und Segen zugleich, wenn seine Träume erfüllt wurden von der bunten, wunderschönen Welt, die er vor Monaten verlassen musste.
Sie zeigten ihm, was er nie wieder haben würde, egal was er tun würde. Doch sie waren ebenfalls die einzige Zeit, wo seine Wünsche erfüllt wurden.
Mal sah er sich im Rampenlicht, ein Mikrophone in der Hand und in wunderschöne Kleidung gehüllt vor hunderten Menschen zeigen, was er kann, wer er war. Und jedesmal fuhr sein Blick durch die Reihen an Menschen, die ihn warnahmen – die ihn schätzten, auf der Suche nach seine Familie – seinen Freunden.
Doch egal wann und egal wie oft er diese Träume hatte... nicht einmal fand er sie. In keinem Traum, ob schöner oder Albtraum, nie gab es jemanden, der ihm nah stand. Früher hatte es ihn einzig und allein etwas verwirrt, doch heute tat es ihn nur noch weh. Es zerriss ihn innerlich, sie nicht sehen zu können, jetzt wo er sie auch nicht mehr hören könnte und nicht mehr fühlen konnte.
Man sagt, ein Mensch stirbt erst dann wirklich, wenn du ihn gehen lässt, wenn du vergisst. Sonst lebt er für immer in deinem Herzen weiter. Doch so stimmt es nicht. Er würde doch spüren, wenn sie dort wären, wenn sie bei ihm wären, wenn sie ihn unterstützen würde. Also...
Warum fühlte er sich so allein?
Warum konnte er dem Schmerz nicht entkommen?
Wer war es, dem es ein solchen Spaß beritet ihn zu quälen?
Würde er es je erfahren? – Wahrscheinlich nicht.
Doch auch das wusste er, auch wenn er vor jeder dieser "stillen" Nächte hoffte, er würde es erfahren, um das es aufhören würde. Doch das tat es nicht.
In seinen Gedanken, rannte er durch fremde Straßen, tanzente voller Freunde und schrie seine Gedanken in den schönsten Tönen durch die Welt, ohne das jemand sie wirklich verstand. Jeder Millimeter schien von Freunde erfüllt zu sein doch eigentlich, eigentlich weinte er.
Immer wieder schafften es kleine Tropfen durch seine dichten Wimpern und geeschlossen Lidern und suchten sich ihren Weg seine Wangen hinab, nur um winzige, feuchte Flecken auf seinen Kissen zu hinterlassen. Er selbst merkte es nicht, zu gefangen war er in seinem Traum, doch jeder ander konnte es sehen, wie er weinte – weinte obwohl er schlief.
Jungkooks Blick war verwundert, doch tief in seinen Augen glitzerte Verständnis. Trotz, dass er den Schmerz des Jungen nicht direkt kannte, konnte er sich diesen doch irgendwo vorstellen. Also lief er leise durch den Raum und setzte sich auf sein eigenes Bett, löst dabei aber nicht ein einziges Mal den Blick von dem Jüngeren.
Er wusste, dass tief in diesem ein Kind schlummerte, welches dieser mit aller Macht zu verstecken suchte. Tony war verbittert und so voller Angst, noch mehr Schmerz erfahren zu müssen. Es war offensichltich, dass er nicht er selbst war, zumindest für Jungkook, doch war dieser sich sicher, dass es auch den anderen aufgefallen war. Und dabei kannten sie nur einen Bruchteil von Tonys Geschichte, nur einen Hauch von dem, was den Jungen brechen ließ.
Das Gespräch, welches Jungkook mit dem jüngeren über Blindheit geführte hatte, hatte ihm dies noch viel mehr gezeigt. Tony schaute nicht nach vorn, er sah nach hinten. Er achtete auf das, was er nicht mehr hatte, anstatt das zu nutzen, was er hatte, solange er es noch hatte.
Er hatte bei Musik nur darauf geschaut, wie sie im ersten Moment präsentiert wurde. Doch es ging nicht darum, wie eine Person aussah oder wie gut sie tanzte, nicht wirklich. All diese... oberflächlichen Sachen existierten nur deshlab, weil es das erste war, was die meisten Menschen mitbekamen.
Ja, es war nicht einfach, doch Blindehti ist nicht das Einzige, was einen Menschen von den Standards unterscheinden könnte und doch war es etwas, was wohl mit am schwersten zu überwinden war.
Jungkook kannte den Bruder einer seiner besten Freunde zwar erst wenige Tage, doch hatte er bereits beschlossen, dass er alles tun würde um ihn wieder zum lächeln zu bringen. Und er war sich sicher, er war nicht der einzige, der dieses Zeil hatte.
Bei Jin, da war es offensichtlich, doch auch bei Yoongi war er sich sicher. Irgendwas, wahrscheinlich etwas, was er selbst bisher noch nicht bemerkt hatte, hatte den Zweitältesten von ihnen an dem neuen jüngsten gefunden, was ihn unglaublich fanzinierte. Jungkook war sich nicht sicher, ob die Fans wusste, wie Yoongi einen Menschen ansah, wenn er von diesem fasziniert war.
Es war ein wunderschöner wie auch irgendwie niedlicher Anblick, den einen direkt zum lächeln brachte.
Ebenso wie allein der Gedanke an ihr Ziel Jungkook ein Lächeln auf die Lippen brachte, eh er sich mit einem letzten, doch leicht besorgten Blick zu seinem neuen Mitbewohner schlafen legte. Auf das er eine ruhige Nacht haben würde, ebenso wie Tony. Nur mit dem Unterschied, das ihm dieser unausgesprochene Wunsch erfüllt wurde.
Denn zwar träumte auch Jungkook, so wie die meisten Menschen, auch wenn er sich oft nicht erinnerte. Doch waren seine Träume dennoch nichts, was ihn innerlich zeriss, es sei denn, es wäre einer seiner wenigen Albträume, doch dann hätte er sofort jemanden, der ihn die Erinnerungen nehmen würde. Egal zu welchem seiner 6 großen Brüder er gehen würde, jeder würde ihn auf seine Weise aufheitern.
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Ok mal ein einwenig anderes Kapitel. Und um ehrlich zu sein, war es überhaupt nicht geplant gewesen. Ich hatte einfach Lust und Zeit zu schreiben und hab das hier eingetippt, obwohl ich schon 3 weiter Kapitel geschrieben hab, von dem ich eins jetzt wohl streichen muss XD
Eigentlich wollte ich auch mal eins aus Jins Sicht schreiben, allerdings fällt mir das ziemlich schwer, weshlab ich aus der dritten Person aber mit Fokus auf die gedanken der Member schreiben würde. (Auch gern nicht so verwaschen wie hier, auch wenn ich diesen Schreibstil lieb lmao)
So yeah, nächstes ist dann Tonys Sicht und dann kommt Jin Fokus, wieder Tony und dann mal schaun, ach und vergebt mir, für kleine Fehler, was das alter der Member angeht. Ich weiß nciht mehr, ob ich da schon was zu gesagt hatte (bzw was) weshalb ich das womöglich etwas verwechsel. Aber es wird ganz sicher nciht ihr echtes Alter sein, auch wenn die Abstände stimmen.
Written: 2021-03-19 | 9.30 p.m.
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Trust Me (BTS FF) ✔
Fanfiction"Ein Tag den ich hasse? Meinen Geburtstag, für mich ein Tag der Trauer und verlorenen Chancen." Der 16 Jährige Seong Tony musste bereits einige Hindernisse in seinem Leben meistern, aber da hatte er jedesmal seine Familie und Freunde im Rücken, die...
