*Kap. 64*

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Als ich am nächsten Morgen aufwache, bin ich der festen Überzeugung, alles geträumt zu haben. Nicht nur den Abend mit Tae oder den Tod meiner Familie.

Ich weiß, dass ich, wenn ich jetzt die Augen öffne, mein altes Zimmer sehen würde und so verrückt der Traum auch war, glücklich meinen 15 Geburtstag feiern würde.

Es ist dieses Gefühl des Nichtwahrhabenwollens, dieser Funken Hoffnung, dass es nicht vorbei wäre.

Doch das Gefühl eines weitern, nackten Körpers verunsichert mich in meinem Denken so sehr, dass ich es nicht einmal überhaupt wage, die Augen zu öffnen.

Denn wäre es kein Traum, so würde ich den vergangen Abend bereuen.

Ja, es fühlte sich gut an und doch... hätte es nicht passieren dürfen.

Vorsichtig und ganz langsam blinzel ich und sehe... nichts.

Fast schon panisch drehe ich den Kopf und suche nach einem Fenster, nach Licht.

Erst die Stimme der anderen Person zeigt mir, dass es tatsächlich die Realität ist.

Was hatte mir ins Hirn gemacht, wirklich zu glauben ich sei in der Lage, so etwas zu träumen.

"Alles in Ordnung?", seine raue, tiefe Morgenstimme lässt mich schlucken und beschämt schlüpfe ich zurück unter die Decke.

"J-ja... Nur schlecht geträumt...", murmel ich leise, doch eigentlich war es ja kein schlechter Traum gewesen.

Sofort zieht er mich in seine Arme und mit Tränen in den Augen verstecke ich mein glühendes Gesicht an seiner nackten, glatten und leicht kühlen Brust.

Einige Minuten liegen wir stumm hier und immer mehr überschwemmen mich wieder Gefühle, die ich nun fast ein halbes Jahr unterdrückt habe.

"I-ich will wissen... wie du aussiehst.", hauche ich leise und schlucke. "Und es macht mich fertig, dass es unmöglich ist."

Er hat alles von mir gesehen, beinah jeden Millimeter meines Körpers schon einmal berührt.

Ich fühle mich nicht beschmutzt. Nicht von ihm, immerhin habe ich es gewollt. Doch ein ganz anderes Gefühl, was ich fast noch mehr hasse, krabbelt wiederlich durch meine Glieder.

Hilflosigkeit.

Ich fühle mich hilflos.

Ich bin nicht allein und nicht dumm. Ich kann vieles und dennoch nichts so, wie ich es will.

Verdrängung ist niemals der richtige Weg, aber oftmals der einfachste.

Seufzend drehe ich mich etwas in seinen Armen. "Irgendwann höre ich sicher auf solchen Schwachsinn zu träumen.
Ich kann dich nicht sehen.
Ich kann Jin-Hyung nicht sehen.
Ich kann mich nicht sehen.
Es würde nicht einmal eine Beschreibung etwas bringen, da ich es mir nicht vorstellen könnte. In meinen Träumen kann ich sehen, konnte ich immer. Aber ich erinner mich meist nicht gut genug an sie."

Es entspricht nicht alles der Wahrheit, aber verhindert zumindest, dass er mir wirklich antwortet. Denn mehr als einen kurzen Kuss tut er nichts. Aber es gibt auch nichts, was er tun kann, tun soll.

Vorsichtig stehe ich auf, muss mich innerlich überwinden ihn erneut meinen nackten Körper zu präsentieren und zum Bettende zu gehen.

"Was machst du?", seine Stimme klingt müde und verwirrt. Doch ganz deutlich kann ich auch das Mitgefühl und Unruhe, beinah Angst herraus hören.

Wortlos zieh ich meine Boxer über und tappe dann vorsichtig zu meinen Sachen.

Kurzer Hand streife ich mir ein Shirt über und gehe zurück zu ihm.

Noch immer aufgewühlt setze ich mich an die Bett kannte.

"Wie spät ist es eigentlich... TaeTae?", frage ich mit etwas gesenktem Kopf und ein kleines Lächeln huscht über mein Gesicht.

"Halb 3.", gähnt der Ältere und kurz nicke ich.

Eher widerwillig krabbel ich zurück ins Bett und kuschel mich erneut an ihn.

Wann kommt der Monent, wo ich den Mut habe ehrlich zu sein?

Was hält mich davon ab IHM mein gebrochenes Ich zu zeigen?

"Willst du mir erzählen, was dich wirklich so durcheinander gebracht hat.", flüstert er leise in mein Ohr und legt seine Arme wieder auf diese beschützende Art und Weise um mich, dass ich nicht anders kann, als mich einwenig zu entspannen.

"Ich kann nicht. Es ist zuviel. A-aber ich denke einwas solltest du erfa- sollte ich dir erzählen.", spreche ich leise an seine Brust.

"Zwing dich bitte nicht dazu, wenn du nicht bereit bist. Ja?"

Ihn mehr oder weniger ignorierend beginne ich einfach zu erzählen.

Ich erzähle ihm alles. Jede Einzelheit darüber, was in der Schule passiert war und wie sehr es mir tatsächlich zugesetzt hatte.

Ich weine nicht, warum auch immer; solange ich spreche, bleiben meine Augen trocken.

Nichts unterbricht mich dabei Wort für Wort ein weiteres Problem von meiner Seele zu nehmen. Denn genauso fühlt es sich an: Wie als hätte man etwas Gewicht von den Bändern genommen, die versuchen mich auseinander zu reißen.

Es ist so unglaublich befreiehend ihm alles zu sagen und erst, als ich geendet habe und einen feuchten Tropfen auf meine Schulter tropfen spüre, fällt mir auf, wie sehr es den Älteren selbst mitgenommen zu haben scheint.

Denn Taehyung.... weint. Stumm und mich einfach nur fest ansich gepresst zeigt er mir, wie schlimm es tatsächlich ist.

So seltsam es auch klingt, schleicht sich ein Lächeln auf meine Lippen und vorsichtig recke ich den Kopf um sanft über seine Wangen zu küssen.

Keiner sagt ein Wort, obwohl scheinbar nicht nur mir einiges auf der Zunge liegt. Wir liegen nur da und lauschen den leisen Geräuschen des jeweils anderen.

Und in kaum einen Moment war mir bisher stärker bewusst, dass ich diesen Mann liebe, als jetzt gerade.

"Danke.", hauche ich leise.

"Wofür?", seine Stimme klingt leicht brüchig und peinlich berührt senke ich die Lider etwas mehr.

"Vielleicht dafür, dass du mich gerade in den Armen hältst?
Oder aber dafür, dass du mir zugehört hast?", selbst ein kleinwenig nachdenklich starre ich blicklos in Richtung seiner Brust, welche ich natürlich nicht sehen kann.

"Ich liebe dich Tony. Da ist es vollkommen selbstverständlich.", lächelt er schon wieder ein kleines bisschen.

Erstarrt halte ich jedoch inne.

"D-du...", stammel ich nur weniger geistreich und lasse den Mund leicht offen, während meine Aufen eh schon vor Überraschungen weit aufgerissen nach vorn starren.

"Ich?", streicht er mir über die Unterlippe.

"Du... Ich li-", doch weiter komm ich nicht, da ein lauter, schriller Alarmton meine Worte verschluckt und sofort schnelle ich auf.

Ebenso wie Taehyung.

Was zur Hölle passiert hier?

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Hab ich gesagt ich hab jetzt große Auswahl?

Möglich...

Finde ich trotzdem nur selten Songs?

Definitiv...

Nevermind, ich freu mich auf die nächsten Chapter XD

Trust Me (BTS FF) ✔Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt