Kap. 14

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Kim Tony

Müde sitze ich neben Yoongi im Auto und lauschte den leisen Tönen, die aus dem Radio drangen.

"Wie war die Schule?"

"Ging so, ist alles noch etwas seltsamer, hatte es aber tatsächlich schlimmer erwartet." antworte ich ruhig und lehne den Kopf an die Kopfstütze.

"Hattest du Angst vor der Schule?" seine Stimme erklingt leicht erstaunt.

"Ich hab keine guten Erfahrungen mit sonder Schulen, also ja... Ja irgendwo hatte ich schon Respekt davor, aber wirklich Angst würd ich nicht sagen."

Hatte ich nicht. Habe ich aber jetzt. Weil ich nicht den Mund halten konnte.

In der Mittagspause, hatte Hoyeun mir seine anderen Freunde vorgestellt, wobei er sich eigentlich größtenteils auf seine Freundin Chaeyeon konzentrierte. Ehrlich, verstehen kann ich ihn und auch schien mir Minseok, sein bester und auch einziger Freund sehr sympathisch. Ich hatte also kein Problem mit diesem ein Gespräch zu führen. Ich weiß nicht, irgendwie hab ich mich generell sehr wohl und angenommen gefühlt.

Zu wohl. Durch das auf Wolke 7 schwebende Pärchen neben uns, kamen wir schließlich nicht lange vor Ende der Pause selbst auf das Thema Liebe und Beziehungen.

An sich war auch das kein Problem, nur hatte ich nicht bedacht, dass nicht überall auf der Welt Homosexualität normal ist. Unabsichtlich muss ich irgendwas gesagt haben, was ihn gezeigt hat, dass ich Schwul bin.

Minseok fand das so schlimm, das er angefangen hat lautstark über mich herzuiehen.

Auch dies wäre eigentlich kein zu großes Problem. Normaler Weise. Doch was ist in meinem Leben gerade normal?

Die Worte an sich Taten weh,  aber es ging. Es ist nur ein Mensch, den ich seit kurzen kenne und dessen Meinung. Nichts wichtiges.

Doch jeder in der Mensa hat es gehört und die nächsten Stunden waren die Hölle. Dafür das ich zuvor in meinem Leben, nie jemand honophoben begegnet bin, war die Mensa viel zu voll mit solchen Leuten.

Die letzten 2 Stunden waren die Hölle.

Leider konnte ich nicht in jedem Fach neben Hoyeun sitzen, der wohl als einziger noch neutral zu mir war und leider galt das auch für die Zeit nach der Pause.

Umso mehr freue ich mich jetzt tatsächlich zurück zum Dorm zu können.

Ich will einfach ins Bett und schlafen, auch wenn ich dafür wieder eine Mahlzeit überspringen müsste.

Doch das ist mir egal. Alles was ich will, ist nicht mehr leiden zu müssen.

Eigentlich sollte ich mit Jin reden. Doch was soll es bringen? Mir kann dabei niemand helfen, außerdem hab ich Jin doch deutlich gesagt, das ich ihn nicht brauche.

Und Alex... Alex hat selbst genug zu tun, ich will ihn nicht Beschwerden über Personen nerven, die am anderen Ende der Welt leben.

Gerade bin ich doch froh, dass Yoongi mich abholte, denn außer die kurzen 2 Fragen am Anfang verläuft die Fahrt still und hätte auch gern noch länger gehen können.

Doch so ist es nun mal nicht und vorsichtig schälle ich mich aus dem Auto und Klappe meinen Stock ein. In der Wohnung brauch ich ihn nicht und gerade ist es auch leise genug um das ich mich an Yoongis Schritten orientieren kann, wenn er vor mir läuft.

Drinnen streifte ich mir vorbildlich die Schuhe von den Füßen und bedanke mich leise bei Yoongi fürs Fahren, wobei ich ihn Hyung nenne.

Auch, wenn es sich seltsam anfühlt solche halben Höflichkeitformeln zu nutzen. Ich denke ich werde mich nie wirklich daran gewöhnen.

Schließlich gehe ich in Jungkook und mein Zimmer und suche meinen Laptop aus all den Sachen heraus.

Seit ich hier bin, hab ich ihn eigentlich immer versteckt, aber jetzt ist es egal, denn ich muss Hausaufgaben machen. Ich muss sie gut machen, den im Unterricht ist es nicht leicht, etwas ordentliches zu stande zu bringen, wenn es jeder Schüler in deiner Klasse darauf abgesehen hat einen zu dissen und abzulenken.

Naja fast jeder, aber immer noch genug.

Also setzte ich mich mit meinem Laptop auf dem Schoß auf mein Bett und stecke meinen Mathe Stick rein.

Here we go.

Ich wiederhole alles aus jeden Fach, eh ich mein Laptop wieder runter fahre und wegpacke.

Ich will nicht mehr.

Seufzend werfe ich mich wieder auf mein Bett und starre in die Gegend. Natürlich mit Brille.

"Es gibt essen." wieder klingt Jin's Stimme abweisend und seufzend stehe ich auf.

"Danke Hyung." gebe ich knapp von mir und suche mir vorsichtig mein Weg zum Esstisch.

Während des Essens unterhalten sich die anderen über ihr nächstes Comeback und irgendwelche Armytheorien. Was auch immer sie mit der Armee zu tun haben...

Vielleicht geht es um den Wehrdienst... Den ich glücklicgher Weise nie leisten muss, allein schon weil ich ja blind bin.

Irgendwelche Vorteile muss das ja auch haben.

"Tony, hast du morgen wieder zu den gleichen Zeiten Unterricht?"

"ja..." antworte ich Jins Frage leise und muss aufpassen bei dem Gedanken am Morgen nicht das Gesicht zu verziehen.

Noch einmal werde ich während des Essens nicht angesprochen und bin auch ganz froh darüber.

Nach dem Essen helfe ich tatsächlich etwas beim Abräumen eh ich ins Bett gehe. Auf duschen hab ich heute keine Lust mehr, das mach ich morgen.

Doch trotz, dass ich mich total müde fühle, kann ich nicht schlafen. Mich halten Erinnerungen wach, Erinnerungen an das eine Jahr Schule bevor ich her kam.

Erinnerungen an die unzähligen Schläge, Hänseleien, die Beleidigungen. Die ganzen Demütigen und all das andere, was sie mir antaten.

Ich will nicht, dass es sich wiederholt. Auch, wenn ich weiß, dass es nie genauso schlimm werden wird. Immerhin kann mich eine blinde Person wohl schlecht vermöbeln... Oder?

Yoongi hatte gefragt ob ich Angst hatte. Ja verdammt. Ja ich hab Angst. Vor Morgen und all die anderen Tage die noch folgen werden.

Ich will nicht. Ich will nicht. Ich will nicht. Ich will nicht.

Wie ein Matra könnte ich es in die Welt hinaus schreien, doch würde es nichts ändern.

Warum passiert das alles?
Warum jetzt, wo ich mich nicht wehren kann?
Warum ist das Leben nur so unfair?

Seufzend Rolle ich mich auf die andere Seite, wobei ich meinen Schlafanzug so verwurschtel, dass er mich würgt und ich nach hinten ausweiche, um Luft zu bekommen.

Dumme Idee. Denn so lande ich passend, wie Jungkook sein Zimmer betritt auf dem Boden.

"Verdammt." Murmel ich auf Deutsch. "Das Bett war zu Ende, hab ich nicht bedacht." füge in koreanischer Sprache hinzu, während ich mich auf setzte.

"Ah OK.." lacht Jungkook dann auch leicht. "Sonst alles in Ordnung?"

"Ja, passt so hyung~" sage ich und lege mich in mein Bett.

Peinlich.

Grummelnd kuschel ich mich noch weiter in die Decke und versuche jetzt wieder zu schlafen.

Allerdings braucht es noch gut 2 weitere Stunden bis ich schließlich einschlafe und leider auch zu träumen beginne.

Wenn auch etwas anders als normal, denn heute dachte sich mein Unterbewusstsein ich solle mir die schönsten, verschwitzt Männer Körper vorstellen.

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Ich hab das Gefühl, es ist das schlechteste Kapitel des ganzen Buches geworden... But mh idk.

Ist nicht nicht korrigiert.

1/3

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