Kapitel 8

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Wir saßen bereits 3 Stunden am Tisch und spielte irgendein Kartenspiel. Und es war wirklich richtig lustig, das hätte ich nie erwartet. Ich versuchte Daniel zu ignorieren, was mir auch weitgehend gelang. Er fing zwar manchmal ein Gespräch an, aber ich blockte immer ab, sodass er langsam aufgab.

Mit meinen anderen Verwandten redete ich viel und lachte mit ihnen, vor ihnen verschloss ich mich nicht so richtig. Beziehungsweise hatte ich versucht mich zurückzuhalten, aber sie waren so witzig, dass ich immer mitlachte. Aber das fand ich nicht schlimm, ich erzählte ja nichts und berührte niemanden (abgesehen von Daniel, aber ich konnte das Kribbeln am Bein mittlerweile einigermaßen ausblenden).

Gerade spielten wir so ein Kartenspiel, das ich überhaupt nicht kapierte. Und deshalb verlor ich jede Runde. Aber ich fand es nicht schlimm, im Gegenteil; es war lustig. So viel hatte ich mit Menschen, die nicht Mara waren, schon lange nicht mehr gelacht und es war schön.

"Aber das ist doch unfair, wenn Luki jetzt einen Punkt kriegt, aber ich nicht", regte ich mich auf.

"Aber so ist die Regel", erklärte mir mein Onkel.

"Das ist mies!" Wir diskutierten ewig über solche Sachen und ja, wie gesagt, der Abend war richtig witzig.

Nach weiteren zwei Stunden fuhren meine Familie und ich ins nächste Hotel, da es bei meinen Großeltern keinen Platz zum Übernachten gab. Während der Fahrt diskutierten wir über die Zimmeraufteilung. Es standen uns vier 2-Bett-Zimmer zur Verfügung. Meine Tante und ihr Mann nahmen eins, mein Onkel und seine Frau nahmen eins und die Eltern von Daniel nahmen eins. Also waren noch zwei Zimmer übrig, auf die Daniel, Luki, Mum und mich aufgeteilt werden müssen.

Meine Mutter und Luki stritten gerade, weil Mum wollte, dass er und Daniel sich ein Zimmer teilten.

"Das kannst du vergessen!", rief Luke.

"Aber schau, ihr beide seid Jungs, Layla und Daniel in einem Zimmer...", sie schüttelte den Kopf.

"Die werden es sicher besser überleben, als wenn ich in seinem Zimmer schlafen würde. " Mein Bruder hatte vollkommen recht. Aber Daniel und ich in einem Zimmer? Oh nein...

"Wie wär's, wenn wir später Daniel fragen?" Mum war sichtlich genervt. Luki nickte nur und wendete sich dann ab. Niemand hatte nach meiner Meinung gefragt... Warum?! Das versetzte mir einen kleinen Stich ins Herz. Oh ich hasste mich selber für meine blöden Gefühle! Wieso war es denn schlimm, wenn sie mich nicht fragten? Es war doch gar nicht schlimm, also warum regte ich mich selber dann so auf? Ich verstand mich selbst nicht.

Bevor ich weiter nachdenken konnte, hielt Mum vor dem Hotel. Ich kannte es sehr gut. Immer wenn wir meine Großeltern besuchten, übernachteten wir hier. Ich stieg aus, nahm meinen Koffer (ok, koffer ist übertrieben, es ist eher eine große Tasche) und lief hinter den anderen durch das Restaurant zur Rezeption.

Wir meldeten uns an und meine Mutter begann wieder mit meinem Bruder zu streiten. Letztendlich lief es darauf hinaus, dass ich bei Daniel schlief und Luki bei Mum. Na toll. Daniel wollte das auch so, also musste ich mich dabei abfinden. Es war ja nur für eine Nacht und wir bekamen (GOTT SEI DANK) das Zimmer, wo kein Doppelbett drinstand. Das wäre wirklich der Horror gewesen, wenn ich ihn in der Nacht öfters berührt hätte ... Aber andererseits wäre dieses Kribbeln auf der Haut wirklich schön gewesen. Nein! Er ist dein Cousin. Halt endlich deine Fresse, Layla.

Ich trottete also meinem Cousin hinterher in unser Zimmer. Es war klein aber sah eigentlich sehr gemütlich aus. Links neben der Tür ging es ins Bad und rechts war ein großer Schrank. Neben dem Bad und dem Schrank stand jeweils ein Bett. Ich lief auf das rechte Bett (also neben dem Schrank) zu und ließ mich darauf fallen. Mein Blick war auf den Balkon gerichtet, der gegenüber der Tür war und daneben befand sich ein Fernseher, vor dem 2 bequem aussehende Sessel und ein Tisch standen.

Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es jetzt halb 8 war. Und da ich Hunger hatte, lief ich zu meinem Bruder und meiner Mutter ins Zimmer, um zu fragen, ob und wann wir noch etwas essen würden.

Ihr Zimmer war ungefähr genauso wie das von Daniel und mir, hatte aber statt zwei Betten ein großes.

Nachdem wir in dem Restaurant gegessen hatten, ging ich duschen und stieg dann um etwa zehn Uhr ins Bett. Über meine Kopfhörer hörte ich ein paar Lieder aus meiner (jaa, The Script) Playlist und dachte nach. Über Daniel. Über seine wunderschönen Augen und das Kribbeln, das ich auf der Haut bekam, wenn er mich berührte. Ich hasste ihn dafür, dass er mein Cousin war. Warte was? Das hatte ich eigentlich nur so gesagt, aber vielleicht half es ja, ihn leichter zu ignorieren, wenn ich mir ein redete, dass ich ihn hasste. Und es war ja wahr... Ok, nein nicht wirklich. Aber andererseits schon. Vielleicht würde es tatsächlich helfen... Ich würde jetzt einfach versuchen ihn zu hassen, vielleicht klappt es ja.

Mit dem Gedanken schlief ich ein.

Ich laufe einen mir gut bekannten Gang entlang. Mein Vater läuft vor mir und pfeift gut gelaunt vor sich hin. Luki und Mum sind noch unten im Restaurant. Jetzt erkenne ich den Gang, es war der Gang in dem Hotel, in dem wir immer übernachten, wenn wir Oma und Opa besuchen. "Nein!", höre ich Dad rufen und ich schaue auf. Vor ihm steht ein Junge mit einem großen Messer, dass er auf ihn richtet. Dad stellt sich vor mich um mich zu beschützen oder so. Und jetzt sehe ich erst das Gesicht des Jungens, es ist Daniel. Oh Gott! Erschrocken weiche ich zurück, Daniel kommt auf meinen Vater zu und rammt ihm ohne Zögern das Messer in den Bauch und zieht es dann wieder raus. Überall ist Blut und Dad sinkt auf den Boden. Ich bin unfähig, irgendwas zu tun. Daniel kommt auf mich zu, nur dass es nicht mehr Daniel. Den jetzigen Jungen kenne ich nicht. Er rammt mir das Messer genauso in Bauch, wie meinem Vater. Jetzt fange ich an zu schreien und falle auf den Boden, so wie mein Vater.

Ich schrie laut und ich spürte wie mir die Tränen aus den Augen liefen. Ich setzte mich auf und fing an zu schluchzen. Ich versuchte aufzuhören, da Daniel es sonst merken würde, doch es klappte nicht.

"Layla?" Daniel hatte sich aufgesetzt und sah mich erschrocken an.

"Layla, was ist los?", fragte er, stand auf und setzte sich auf mein Bett. Er nahm mich in den Arm und strich mir beruhigend über den Rücken.

Als ich mich ein bisschen beruhigt hatte, fragte er erneut.

"Ich hatte wieder den Alptraum." Ich wischte meine Tränen weg.

"Wieder?" Daniel sah mich fragend an. Ich sagte nichts.

"Ist das öfters so?", fragte er erschrocken.

Er sah mich heulen. Konnte ich ihm auch noch das mit dem Traum erzählen? Das wusste nur Mara. Aber es fühlte sich so richtig an, deshalb fing ich an zu erzählen.

"Jede Nacht träume ich von meinem Vater. Beziehungsweise vom Tod meines Vaters. Ich sehe immer wie er stirbt und manchmal bringe ich ihn auch noch um!" Ich schluchzte noch mehr. "Gerade hast du ihn getötet." Daniel hob eine Augenbraue hoch und drückte mich an sich. Ich fühlte mich so wohl und geborgen in seinen Armen, es gab mir aber einen Stich ins Herz, weil es nie mehr passieren würde. Das brachte mich noch mehr zum Weinen. Daniel hielt mich fester und streichelte mir vorsichtig über den Arm. Dort wo er mich berührte brannte meine Haut und es fühlte sich so schön an.

Als ich mich beruhigt hatte, ließ Daniel mich los und wollte wieder zu seinem Bett gehen, doch ich hielt ihn an der Hand fest.

"Nein", hauchte ich. "Bitte bleib." Ich wusste einfach nicht was plötzlich mit mir los war. Warum ließ ich ihn so nah ran? Es würde danach doch nur wehtun... Und ich wollte ihn doch hassen! Aber jetzt wollte ich ihn in meiner Nähe. Dafür würde ich mich selbst später bestimmt noch hassen.

Daniel legte sich neben mich und zog mich an sich. Ich legte meinen Kopf auf seine Brust und flüsterte 'Danke!', bevor ich in einen traumlosen Schlaf fiel.

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So hey hey :) uh Daniel nimmt sie tröstend in den Arm ;) aber das ist eigentlich erst der Anfang .. Ich weiß auch noch nicht genau wie es weiter gehen soll.. Also lassen wir uns alle mal überraschen :D und vielleicht kommt es euch an manchen Stellen komisch vor das Layla so 'negativ' von Daniel denkt aber ich hab versucht es so hinzustellen, dass sie sich das alles einredet.. ich glaub das ist mir nicht so gelungen aber naja :'D  joaa wir sehen uns :D Miri

Aber er ist mein Cousin!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt