Ariana
"Wieso hast du mir nicht erzählt, dass du bald Geburtstag hast?", unterbrach Aiden die friedliche Stille.
Mein Geburtstag.
Unnötige Aufmerksamkeit die auf einen gezogen wird, fast gezwungene Geschenke bekommen, eine Feier an der plötzlich jeder dabei sein will, die dich aber sonst die restlichen 364 Tage des Jahres ignorieren?
Und das beste, jeden Tag angemeckert werden, dass irgendwas an mir immer falsch ist, aber an meinem Geburtstag soll ich bloß genauso bleiben wie ich bin.
Das Prinzip von Geburtstagen ist einfach nur falsch.
"Mir ist mein Geburtstag nicht so wichtig.", antwortete ich knapp.
Untertrieben, er interessiert mich kein bisschen.
"Mir schon."
"Wieso?", neugierig blickte ich zu ihm hoch.
"Weil du mir wichtig bist.", seine Augen trafen meine. Durch den Sonnenuntergang sahen seine sonst immer braunen Augen, leuchtend Gold aus.
Sobald Aiden mich ansah, leerte sich mein Kopf, sonst so voller Gedanken, vollständig. In diesen Momenten sah ich nur ihn.
Sein Blick wanderte von meinen Augen auf meine Lippen. Langsam näherte er sich meinem Gesicht und leckte über seine unfassbar weich aussehenden Lippen.
Mit seinen Fingerspitzen hob er leicht mein Kinn an. Er sah mir nochmal in die Augen, als würde er nach Bestätigung bitten, mich küssen zu dürfen. Aiden war mir so nah, dass ich schon seinen warmen Atem auf meiner Haut spürte, nicht ein Zentimeter trennte uns noch voneinander.
Doch wie es das Schicksal so wollte, fing mein Handy natürlich das Klingeln an.
"Nicht im Scheiß Ernst", genervt legte er seinen Kopf in den Nacken, als ich erschrocken zusammenzuckte und panisch nach meinem Handy suchte.
Als ich es endlich fand, nahm ich den Anruf an.
"Hallo?", fragte ich nervös in den Hörer und hörte mich dabei an, als wäre ich einen Marathon gelaufen. "Ariana wo bist du, wann kommst du nachhause?", fragte meine Mutter in den Hörer und hörte sich dabei nicht wirklich freundlich an. Durch ihre Lautstärke, hörte auch Aiden sie und sah verwirrt auf die Uhr. "Fuck", murmelte er. "Was ist?" Er zeigte mir die Uhrzeit. Es war schon halb 12. Geschockt realisierte ich, weshalb meine Mutter so sauer war. "Sorry Mom, wir waren heute bisschen länger unterwegs, haben die Zeit vergessen, aber wir sind schon auf dem Weg nachhause. Du kannst schon schlafen gehen, brauchst dir keine Sorgen machen. Gute Nacht, byee!", blubberte ich nervös in den Hörer und legte schnell auf. "Wir gehen.", befahl ich Aiden, der zustimmend nickte. Wir liefen sofort zum Wagen und er fuhr los.
Erst im Auto realisierte ich, was beinahe passiert ist.
Ich hab Aiden fast geküsst, Oh Mein Gott! Spinn Ich?!
"Angel, das wegen vorhin", setzte er an. erwartungsvoll sah ich auf sein Seitenprofil. "Äh- wolltest du das?", er kratzte sich am Hinterkopf. "Warte, ist Aiden Johnson grad etwa nervös?", neckte ich ihn. "Ich bin nie nervös.", sofort legte er seine sonst so gelangweilte Stimmlage wieder ein. "Du bist nervös!", belustigt boxte ich seinen Oberarm. "HAHA, bist du fertig?", es wurde nur lustiger, nachdem er beleidigt war, aber ich hielt mich zurück und versuchte wieder ernst zu werden. "Ja." "Was Ja?", hakte er nach. "Meine Antwort auf deine Frage, Ja.", wiederholte ich mich. Er blickte schnell zu mir, bevor er sich wieder auf die bereits dunkle Straße konzentrierte. sein schelmisches Grinsen dabei, entfiel mir jedoch nicht.
Danach genossen wir einfach die Stille und ich beobachtete den dunklen Sternenhimmel aus dem Fenster.
Wow, dieses mal bin ich nicht eingeschlafen, was ein Wunder.
Sobald ich mich jedoch von Aiden verabschiedet hatte und so leise wie möglich das Haus betrat, ließ ich mich sofort in mein Bett fallen und fiel direkt ins Land der Träume.
Der Tag war mir definitiv zu anstrengend.
"Angel", hörte ich jemanden flüstern. "Angel, du verschläfst.", vorsichtig wurde ich wach gerüttelt. Komplett durcheinander öffnete ich meine Augen und sah Aiden direkt vor meinem Gesicht. Erschrocken sprang ich auf. "Fuck, wie spät ist es?" "Dir auch 'nen guten Morgen", meinte er ironisch.
"Morgen", antwortete ich ihm gähnend und ließ wollte meinen Kopf wieder ins Kissen fallen lassen, doch Aiden hielt mich auf.
"So gern ich auch hier mit dir schlafen würde, muss ich dich jetzt zwingen dich anzuziehen, sonst bringst du mich in paar stunden um.
Leider hatte er recht.
"Ich geh schnell ins Bad.", gähnte ich.
Mit der Zahnbürste im Mund ging ich wieder ins Zimmer und versuchte mit vollem Mund Aiden zu erklären, mir Kleidung rauszusuchen.
Mit bisschen Pantomime und Grstikulation hat er mich erstaunlicherweise verstanden.
Er öffnete mein Kleiderschrank und ließ seine Augen durch den Klamottenberg wandern.
Draußen ist es windig, du brauchst ein Pulli.
Es sah wirklich süß aus, wie er sich konzentrierte passende Klamotten auszuwählen.
"Lange oder kurze Hose?"
Ich zeigte zwei Finger hoch, also eine kurze Hose.
"Fertig.", stolz reichte er mir den ausgewählten Hoodie mit einer Shorts.
Erst dann sah ich, dass er seinen Pulli ausgesucht hat, den ich mal ausgeliehen bekommen habe, weshalb ich etwas kichern musste.
"Also geh dich umziehen, ich warte."
Ich versuchte etwas zu sagen, doch mit der Zahnpasta im Mund, gelingte dies nicht.
"Was?", fragend sah er mich an.
Schnell ging ich zum Waschbenken und spülte meinen Mund aus.
"Ich brauch noch Unterwäsche.", quetschte ich mich durch ihn zu meinem Schrank und öffnete das Fach mit meiner Unterwäsche.
"Achsoo, nene das suche ich auch aus.", dann schob er mich sanft wieder vom Schrank zurück.
Langsam sah er sich jedes einzelne Teil an und beobachtete sie genau.
Ich bemerkte wie er sich über die Lippen leckte.
"Ich will dich ja ungern stören, aber wir sind immer noch im Zeitstress.", meinte ich ironisch.
"Wollen wir nicht doch die erste Stunde schwänzen?"
"Neiiin.", lachend schüttelte ich den Kopf.
Schmollend drehte er sich wieder um und reichte mir einen weißen Spitzen-BH mit einem passendem weißen Slip dazu.
Um ehrlich zu sein hätte eine andere Wahl bei ihm erwartet.
"Ich müsste den aber dann noch angezogen sehen, um zu schauen ob der auch passt.", rief er noch hinterher, als ich wieder ins Bad ging.
"Vergiss es!", lachte ich.
Schnell zog ich mich um und wir verließen endlich das Haus, fünf Minuten bevor die erste Stunde begonnen hatte.
"Babysittest du heute Abend Lilly wieder?"
"Ja, wieso?"
"Perfekt.", grinste er.
"Wiesoo?", wiederholte ich mich.
"Dann verbringen wir den Abend heute zusammen."
I'm sorry.
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Angel
RomanceAriana Angel Baker Ein Mädchen, dass mit ihrer Familie neu nach Florida gezogen ist. Somit ist endlich ihr Traum in Erfüllung gegangen. Jeder sieht sie als einer der schönsten Mädchen überhaupt, bloß sie selbst nicht. Bis sie auf die braunen Augen...
