27. Filmpremiere, Vorbereitungen

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Rote, angeschwollene Augen blickten mich durch den Spiegel an. Ein paar weitere sahen besorgt zu mir herunter.

,,Mir geht es gut", versicherte ich Kaya heute schon zum siebten mal und auch ich selbst merkte, wie es langsam an Deutung verlor.

Kaya seufzte tief.

,,Ich bin doch nicht auf den Kopf gefallen, ich seh doch, dass es dir schlecht geht", konterte sie trocken, legte ihren besorgten Blick aber nicht ab.

,,Außerdem hab ich dich die ganze Nacht lang weinen gehört", fügte sie jetzt noch sanfter hinzu.

Schuldbewusst blickte ich sie durch den Spiegel an.

,,Wie wär's wenn du mir einfach sagst, was passiert ist, hhm", fragte sie und fast hätte ich sie mit meiner Mutter verwechselt.

,,Wie gesagt, es geht-", fing ich an.

,,Wag es nicht diesen Satz noch einmal wieder auszusprechen, wenn du es nicht so meinst. Ich hab das Gefühl ich rede hier mit einer gesprungenen Schallplatte!", unterbrach sie mich aufgebracht.

,,Schon gut", murmelte ich vor mich her.

,,Gut", Kaya nickte zufrieden.

,,Komm her, du nimmst jetzt erstmal eine schön kalte Dusche, damit du wieder zu Sinnen kommst und dann schauen wie was wir mit dem da", sie fuchtelte mit ihren Händen vor meinem Gesicht herum, ,,machen", orderte sie im Befehlston an.

ich wollte gerade empört protestieren, als sie noch hinzufügte

,,Wir wollen ja, dass die Leute dich auch erkennen heute, auf der Filmpremiere"

Alarmiert blickte ich sie an.

,,Nein.. Sag mir nicht du hast das vergessen", rief Kaya entgeistert.

,,Warum muss das immer mir passieren", stöhnte ich entnervt auf.

Dann kam mir plötzlich was in den Sinn.

,,Dieses miese Arschloch! Wie kann er es wagen mich einfach so einen Tag vor der Premiere abzuservieren", rief ich reichlich empört aus.

,,Warte mal was!? Er... hat dich abserviert", vergewisserte sich Kaya kopfschüttelnd.

,,Deswegen das alles! Mein Gott, es tut mir so leid", rief sie aus und zog mich in eine feste Umarmung.

,,Kaya? Luft...", nuschelte, halb röchelte ich und sie ließ arprupt los.

,,Sorry!"


Das kalte Wasser strömte über meinen Körper und ich entspannte mich augenblicklich etwas. 

Ich war gerade dabei meine Haare einzuschäumen, als Kaya plötzlich ihren kopf durch den Duschvorhang streckte.

Erschrocken schrie ich auf und ließ dabei mein Shampoo runterfallen, welches direkt auf meinem großem Zeh landete.

,,Auu", jaulte ich auf und blickte dann hoch zu Kaya, welche schamlos zulachen angefangen hatte.

,,Du schamlose, sozial unkompetente, in den Rücken fallende Bitch", fluchte ich sah sie Augen blitzend an.

Einen Moment lieferten wir uns ein Blickduet, bis wir beide haltlos losprusteten.

,,Und was war jetzt so wichtiges, dass du mir fast den Zeh gebrochen hast", fragte ich immer noch grinsend.

,,Ich versteh es einfach nicht", stieß sie aus.

Ich blickte sie verwirrt an.

,,Na, ich meine warum er mit dir Schluss gemacht hat. Ich mein komm schon! Der hat dich förmlich mit Herzchen Augen angesehen.", führte sie ihre Gedanken zu ende.

,,Er meinte er kann das nicht mehr", erwiderte ich Schulterzuckend und spielte es cool.

,,Jetzt tu nicht so, als würdest du dich nicht mehr schären", bemerkte auch Kaya.

,,Bitte Kaya, ich möchte im Moment echt nicht mehr darüber reden", blockte ich ab.

Sie nickte ergeben.

,,Dann komm wenigsten raus. Ich hab dir schon ein paar Klamotten, für die Fahrt dahin hingelegt", erklärte sie.

,,Ich garantiere dir, irgendwann verwechsle ich dich wirklich noch mit meiner Mutter", lachte ich und sie nickte ernst, was uns beide zum lachen brachte.


,,Halt doch mal still", rief Kaya genervt.

,,Wie viel Stiller soll ich denn noch werden", argumentierte ich zurück.

,,Vergiss es, hab's jetzt endlich. Nach vier Versuchen", erwiderte sie vorwurfsvoll und pustete eine Strähne aus dem Gesicht.

,,Manchmal muss man die Fehler auch bei sich suchen", antwortete ich trocken.

,,Was soll das denn jetzt schon wieder heißen", empörte sich Kaya.

,,Nichts, alles Supi", versicherte ich schelmisch grinsend.

,,Weißt du, manchmal frage ich mich, warum ich dich nicht einfach selbst um deine Probleme kümmern lasse. Bei so viel Dankbarkeit!", sagte Kaya beleidigt.

,,Dafür liebst du mich viel zu sehr, als dass du mich allein lassen würdest", grinste ich selbstgefällig.

,,Bei so viel Selbstbewusstsein, würde ich wirklich aufpassen!", rief sie und haute mir ganz trocken, den Puderpinsel übers Gesicht.

Hustend schnappte ich nach Luft, atmete aber dadurch nur noch mehr von diesem Zeugs ein und röchelte noch stärke.

,,Tja, sag ichs doch! Wer seine Nase so hoch trägt, sollte sich nicht wundern sich zu fallen", grinste sie bloß und betrachtete mich mit einem prüfendem Blick.

,,Fertig", meinte sie und stand auf.

Als sie schon bei der Tür war stoppte sie noch einmal.

,,Und vergiss nicht dir das Puder abzuwischen, sonst nimmt das 'Neuer Look, Neuer Mensch' ne ganz andere Bedeutung", flötete sie und ließ dann die Tür mit einem Rums ins Schloss fallen.

Isn't It Love? (TBS ff x reader)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt