Kapitel 1

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„Everybody has their own story, no one can look into their heads, no one knows what they feel, 'cause everybody has their own story..."

Die Musik verstummte und ich ging von unserer kleinen Probe Bühne, wir waren gut, verdammt gut, doch es schien keinen zu interessieren. Schließlich gewannen wir keine Preise und gewannen jeden Contest, im Gegensatz zu meinem großen Bruder.
Er und seine Mannschaft bezwangen jeden Gegner und gewannen jeden Pokal, den man nur gewinnen konnte.
Meine Eltern waren so stolz auf ihn, dass sie mich komplett vergaßen, ich war uninteressant, nicht wichtig. Ich ah die anderen an,"Ach kommt schon Leute! Es war gut!" Sarah, unsere Bassistin sah mich genervt an,"Man Alessia, gut reicht aber nicht um den Wettbewerb zu gewinnen! Wir müssen perfekt sein, sonst haben wir keine Chance am Samstag!" Ich wusste, dass sie Recht hatte, doch ich wollte es nicht wahr haben.
„Wir schaffen das schon! Ich glaube an uns!"
„Wenigstens eine von uns!" lachend kam Rocky, unser Manager um die Ecke,"Alessia hat Recht, ihr werdet am Samstag die Bühne rocken, ganz sicher!" ich sah ihn dankend an.
„Ich muss jetzt los, mein Bruder hat gleich ein Spiel und ich will mir keine dummen Kommentare anhören müssen, dass ich nicht aufgetaucht bin!" ich schnappte mir also meine Lederjacke und machte mich auf den Weg zum Teufelstopf.
Als ich dort ankam, standen meine Eltern wie immer in der ersten Reihe.
„Ach hast du es auch mal her geschafft?!" meine Mutter sah mich genervt an,"Sorry ich hatte Probe." sie drehte sich uninteressiert um und ich setzte mich neben sie.
Mein Bruder kam zu mir,"Na kleine, alles klar? Wie war die Probe? Bereit für Samstag?" ich konnte ihm gar nicht antworten, denn meine Mutter unterbrach ihn schon fast „Frag sie lieber nicht! Unterstütz sie bei so etwas doch nicht mein Schatz! Sie hat sowieso keine Zukunft mit so etwas!" Ich senkte meinen Kopf,"ist schon gut.." gab ich nur leise von mir.
Markus schüttelte seinen Kopf und ging zurück zu seiner Mannschaft.
Der Schiri pfiff das Spiel an, der Kommentator begrüßte die Zuschauer,
"Herzlich Willkommen liebe Zuschauer, heute spielen unsere wilden Kerle im Pokalspiel gegen den ersten SV Sandhausen mit ihrem Trainer Walter Maierhöfer, viel Spaß beim Spiel!"
Nach wenigen Minuten stand es schon 2:0 für die Mannschaft meines Bruders und die Menge feierte.
„Super Markus! Du bist der beste!" meine Mutter schrie lauter als irgendein kleines 14 jähriges Fangirl auf der Tribühne und ich schüttelte nur genervt den Kopf.

In der Halbzeitpause holte ich mir etwas zu Trinken, als ich eine Hand auf meiner Schulter spürte,"Na, haben deine Eltern mal wieder die 'wir lieben Markus' Fraktion eröffnet?" Ich drehte mich um und sah in strahlend braune Augen,"Oh ja, aber sind wir ja schon gewohnt nicht wahr? Ist ja nicht so, als würden sie es zum ersten Mal tun." ich zuckte mit den Schultern und der Junge mit den braunen Augen lachte,"Als würde er das Spiel alleine gewinnen, wenn meine Eltern mich bei jedem Spiel so unterstützen, wäre irgendwas falsch!" ich grinste,"Deine Eltern sind aber auch, naja, speziell" er kratzte sich am Hinterkopf,"aber deine!" er lachte kurz auf und ich schüttelte nur lachend den Kopf,"ich glaub du solltest langsam zurück, sonst müssen sie noch ohne ihren besten Spieler weitermachen!"
Er grinste mich an,"Hast recht, dann wäre dein Bruder ziemlich aufgeschmissen!" ich nickte und er ging zurück auf den Platz und ich auf meinen Sitz.

Das Spiel endete mit einem Stand von 4:1 für die wilden Kerle und meine Eltern flippten schier aus, ich stand schnell von meinem Platz auf und wollte das Gelände so schnell wie möglich verlassen. Doch ich wurde erneut von dem Jungen mit den wunderschönen braunen Augen aufgehalten,"Alessia, warte!", ich drehte mich um,"solltest du nicht euren Sieg feiern?" er schüttelte den Kopf,"richtig feiern tun wir eh erst heute Abend bei Leon, du kommst doch auch oder?" ich schüttelte den Kopf,"nein danke, ich will mir nicht noch von allen anderen anhören müssen wie toll mein Bruder ist!","wirst du nicht versprochen! Komm schon es wird bestimmt lustig! Wenn du willst kann ich dich auch mitnehmen, um 20:30 bei euch?" ich hielt kurz inne, doch nickte dann schließlich. Wenn ich mein gesagt hätte, hätte er so lange diskutiert bis ich einverstanden wäre, also hatte es eh keinen Sinn.
Ich ging also nach Hause und richtete mich für den heutigen Abend. Ich schminkte mich, zog mir ein rotes Crop-Top und eine schwarze Hose an. Ich legte meine Lederjacke neben mich und zog meine schwarzen Nikes an.
Meine Blonden Haare wellte ich leicht und ging schließlich in die Küche um noch etwas zu essen, da ich wusste, die Siegesfeiern der wilden Kerle endeten immer in einem Absturzabend. Spätestens wenn Joschka und Raban mit irgendwelchen neuen Alkoholsorten ankamen, die sie zusammengemischt hatten, eskalierte alles komplett, also wäre etwas im Magen keine schlechte Idee.
Ich aß etwas und schon klingelte es an der Tür.
Ich öffnete sie und ihm fielen fast die Augen aus dem Kopf,"Ach du heilige Mutter Gottes! Scheisse Alessia, du siehst heiß aus, wenn dein Bruder dich so sieht, kommt bestimmt der Beschützer aus ihm heraus!" ich grinste,"du siehst aber auch nicht schlecht aus, können wir?" er nickte und hielt mir die Autotüre auf, „die Lady" Ich lachte und stieg ein.
Als wir am Haus der Wessels ankamen, war im Garten schon die Party in vollem Gange.
„Ey Jungs, ich hab jemand mitgebracht!" alle Augen gingen in meine Richtung und die anderen waren erfreut mich zu sehen,"Alessia! Schön dass du auch da bist, dann hab ich jemanden der mit mir meinen Sekko trinkt!" Vanessa umarmte mich,"schön dich zu sehen Nessi, aber deinen Sekko kannst du schön alleine trinken, so ne Brühe trink ich nicht!" Ich lachte und mein Bruder reichte mir ein Bier,"schon besser!" ich setzte mich zu den anderen und Leon sprach aus, was alle dachten,"Ey Maxi, wo hast du Alessia denn aufgegabelt?"...

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Herzlich willkommen zu „Im Schatten meines Bruders"
Wenn jemand den Song vom Anfang der Geschichte gerne hören würde, könnt ihr mir gerne per Insta schreiben (jxni_na) Ich schicke ihn euch gerne🤍

Im Schatten meines BrudersWo Geschichten leben. Entdecke jetzt