Kapitel 10

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„Willst du jetzt etwa gar nichts sagen?" Maxi sah mich erwartend an,"Was willst du denn von mir hören? Ich habe nie daran gedacht, dass da mehr sein könnte man, wie du gesagt hast, du bist der beste Freund meines Bruders und er würde uns umbringen wenn er etwas mitkriegen würde! Verdankt Maxi was hast du denn von mir erwartet? Dass ich jetzt wie eine hilflose Prinzessin angerannt komme und dir sage ich habe jeden Augenblick meines Lebens darauf gewartet?! Ich- ich brauche Zeit um das zuverarbeiten. Ich gehe jetzt heim." er nickte und lief mit etwas Abstand hinter mir her. Den kompletten restlichen Weg schwiegen wir und als wir bei meinem Haus ankamen, ging ich ohne ein weiteres Wort hinein, ich drehte mich nicht einmal mehr nach ihm um. Ich ging direkt in mein Zimmer und ließ mich kraftlos in mein Bett fallen.
Was hatte er denn von mir erwartet? Was soll ich denn tun verdammt? Meine Gedanken waren laut, nein die schrien mich schon fast an, ich sollte wissen was ich will, doch ich weiß es nicht. Ich kämpfte noch lange mit diesen Gedanken bis ich endlich einschlief.

Am nächsten Morgen konnte ich mich kaum aus dem Bett schleppen, ich wollte niemanden sehen. Nicht Markus, nicht meine Eltern noch jemand anderes. Ich schleppte mich schließlich doch die Treppe runter und suchte mir in der Küche etwas zu essen. Am Kühlschrank klebten zwei Zettel,'Bin bei Leon' und ' sind auf der Arbeit bis 19:30' gut, dann wäre das Problem auch gelöst, ich nahm mir also etwas zu essen und setzte mich ins Wohnzimmer vor den Fernseher,"ein bisschen Ablenkung wird mir gut tun" ich suchte mir irgendeine Liebesschnulze raus und legte mich auf der Couch zurück.
An normalen Tagen würde ich über solche Filme lachen, doch heute nahm mich alles davon mit. Sobald es trauriger wurde oder romantischer, fing ich direkt an zu weinen, verdammt was ist denn mit mir los? Ich bin doch sonst nicht so! Nach der Hälfte des Films musste ich abschalten, da ich sonst nur noch Rotz und Wasser geheult hätte.

Ich hielt es einfach nicht mehr aus und rief Rocky an, welcher sich sofort auf den Weg zu mir machte.
„Na Prinzessin was ist lo-„ er sah wie ich aussah, setzte sich neben mich und legte seinen Arm um mich,"Was hat Markus jetzt gemacht?" ich sah ihn verweint an,"es war nicht Markus, es war Maxi...", „was hat er getan? Muss ich ihn boxen?" ich begann zu lachen,"Nein! Oh Rocky, er hat mir gesagt dass er mich liebt.." Rocky sah mich verwirrt an,"und wo ist jetzt das Problem?" ich holte tief  Luft,"Ich weiß es nicht, Okay?! Er ist der beste Freund von Markus und er würde komplett ausrasten! Ich kann mich doch nicht in ihn verlieben!" Rocky ah auf den gestoppten Film,"Also wenn du wegen so einem Film heulst, dann verliebst du dich nicht in ihn-„ ich ah ihn geschockt an,"nicht?","-Nein, du bist es schon Alessia!" ich sah ihn mit großen Augen an, doch innerlich wusste ich es wohl schon,"Und was jetzt?" Ich ließ meine Schultern fallen und warf meinen Kopf in den Nacken,"Was mach ich denn jetzt?" Rocky legte seine Hand auf meinen Oberschenkel,"kämpfen, wenn er es wert ist!" ich nickte leicht, jetzt hatte ich meine Antwort.
„Worauf wartest du dann noch? Geh zu ihm!","Er will mich bestimmt nicht mehr sehen!", Rocky zog eine Augenbraue hoch,"weißt du doch gar nicht, nochmal, wenn er es wert ist geh zu ihm!" Er hatte Recht.

Ich sprang aus der Couch und rannte hoch ins Bad. Ich zog mir schnell eine graue Jogginghose an und ein schwarzes Oberteil drüber, wischte mir die Tränen und das restliche Make-up von gestern Nacht aus dem Gesicht und band meine Haare zu einem hohen Zopf zusammen bevor ich wieder runter rannte,"fährst du mich?!" Rocky nickte und wir gingen schnell zu seinem Auto und fuhren zu Maxi nach Hause.

Dort angekommen bedankte ich mich nochmal bei Rocky und klingelte schließlich an der Haustür, die Tür öffnete sich und ein Mann sah mich grimmig an,"entschuldigen sie die Störung, ist Maxi Zuhause?", der Mann nickte, und rief nach Maxi, doch dieser gab keine Antwort,"erster Stock zweite Tür links." brummte der Mann und ging einfach. Ich atmete noch ein letztes Mal tief durch und betrat das Haus, es war riesig, schon fast eine Villa und in einer anderen Situation hätte ich dieses Haus geliebt, doch dafür war jetzt keine Zeit. Mit zittrigen Beinen trat ich die Treppe hinauf und ging auf Maxis Zimmer zu. Ich hielt noch einen Moment inne bevor ich an seiner Tür klopfte.
„Nein!" brummte er aus seiner Türe, doch ich öffnete die Tür trotzdem,"Ich habe Nein gesagt!" er sah mich mit großen Augen an,"Alessia?! Was tust du denn hier?"
Ich ging in sein Zimmer und schloss die Türe hinter mir.
"du bist das kämpfen wert Maxi!"...

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Im Schatten meines BrudersWo Geschichten leben. Entdecke jetzt