Hat zwar etwas lange gedauert aber hier ist der zweite Teil.🙃 Viel Spaß beim lesen.😉
Simones Sicht im Taxi
~scheiße, scheiße, scheiße... was habe ich mir nur dabei gedacht? Das war ein riesen Fehler...aber es hat sich so gut angefühlt...stopp, du hast Leona ausgenutzt, dass ist nicht richtig...scheiße, wie soll ich ihr das nur erklären? Ich habe keine Gefühle für sie...oder?~ unauffällig schaue ich zu ihr rüber. Sie hat die Augen geschlossen und ihr Kopf lehnt am Fenster. ~sie sieht schon echt süß aus...stopp, hör auf sowas zu denken, sie ist viel zu jung...warte ist sie überhaupt schon volljährig? Scheiße! Ich habe keine Ahnung...~ langsam bricht bei mir der Schweiß aus und meine Hände fangen an zu zittern. Plötzlich hält der Taxifahrer und gibt Leona bescheid, dass er bei ihr Zuhause ist. ~hier wohnt sie also...~ Leona öffnet langsam ihre Augen und lächelt mich sofort an. Ich erwieder ihr Lächeln unsicher. "Bis dann." murmelt sie leise und steigt aus dem Auto. Ich schaue ihr hinterher, irgendwie fühle ich mich aufeinmal so leer. ~fehlt sie mir? Quatsch...~ Der Taxifahrer fährt weiter um nun mich nach Hause zu fahren. Die ganze Fahrt über denke ich weiter nach. Zuhause angekommen schließe ich leise die Türe auf und schleiche durch den Flur. Vorsichtig schaue ich ins Wohnzimmer, alles ist dunkel. Erleichtert atme ich aus. Ich schleiche die Treppe hoch und betrete leise das Schlafzimmer. Im großen Bett liegt mein Mann ruhig schlafend. Schnell ziehe ich mir meine Klamotten aus und lege mich zu ihm. Er brummt zufrieden und legt gleich seinen Arm um meinen Körper. Mir ist etwas unbehaglich zumute aber ich ignoriere das Gefühl, so wie immer. "Wo warst du denn?" murmelt er leise. Erschrocken horche ich auf. ~shit...~ "Eh, bei einer Freundin, sorry wir haben die Zeit vergessen." antworte ich leise und schließe meine Augen. "Du riechst irgendwie nach Wald und was ist das für ein Parfüm?" fragt er jetzt und setzt sich auf. Jetzt ist er wach, nervös setze ich mich ebenfalls auf. Er schaltet das Nachtlicht an. "Was hast du im Wald gemacht und mit wem?" fragt er jetzt aggressiv. "Wie gesagt mit einer Freundin, wir sind spazieren gegangen." erkläre ich leise, schaue ihn dabei aber nicht an. "Sieh mich an!" meint er aggressiv und dreht meinen Kopf zu ihm. "Ich hoffe für dich, dass das die Wahrheit ist." meint er bedrohlich und greift mein Kinn härter. Langsam tut es echt weh. Ich nicke langsam und unterdrücke meine Tränen. Irgendwann lässt er mich los und schaltet das Licht wieder aus. Ich zittere etwas, lange kann ich nicht einschlafen.
Ein paar Tage später, bekomme ich plötzlich eine Email von Leona. Schnell antworte ich ihr, dass alles ein riesiger Fehler war, obwohl es nicht das ist, wie ich die letzten Tage darüber nachgedacht habe aber es ist das richtige. Mit einem schlechten Gefühl schicke ich die Nachricht ab. Dann lösche ich ihre Email, da mein Mann mich noch extremer kontrolliert seit der Nacht. Ich habe mich noch nie wohl bei ihm gefühlt, er ist viel zu grob und aggressiv mir gegenüber und ich kann kaum etwas machen, weil er unglaublich eifersüchtig ist, whärend er aber alles darf. Ich darf mich nur selten mit Freunden treffen und muss sonst nach der Arbeit sofort nach Hause. Ich hätte mich längst von ihm trennen sollen aber ich traue mich einfach nicht.
Am Abend läuft wie jeden Tag im Fernseher ein Nachrichtensender. Ich bin gerade am Kochen aber da die Küche offen ist, kann ich den Fernseher trotzdem sehen. Plötzlich wird von einem Waldunfall berichtet. Ein Mädchen soll wohl einen Abhang heruntergestürzt sein und wird nun mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Sie entkam ganz knapp dem Tod. Dann wird ihr Name gesagt. Erschrocken schaue ich auf. ~haben Sie grade Leona gesagt? Sie meinen sicher nicht meine Leona, bestimmt jemand anderes. Ein drückendes Gefühl macht sich in mir breit. Je länger im Fernsehen darüber berichtet wird, desto sicherer bin ich, dass sie von ihr reden. ~was habe ich nur getan, dass ist alles meine Schuld...Ich muss irgendwie zu ihr...~ entscheide ich und koche weiter. Ich überlege wie ich es hinbekomme, ohne das Er davon erfährt. Ich entscheide morgen whärend der Schulzeit zu ihr zu fahren und mich bei der Schule krank zu melden.
Am nächsten Tag tue ich so als wäre alles normal, ich verabschiede mich von meinem Mann und verlasse das Haus. Erst fahre ich die Straße in Richtung Schule entlang, doch sobald ich abbiegen kann, fahre ich eine andere Straße zurück. Die ganze Zeit über, überlege ich was ich ihr sagen soll. Doch als ich beim Krankenhaus einparke, habe ich noch immer keine Idee. Planlos laufe ich auf den Empfang zu und frage nach Leona. "Sind Sie eine Angehörige?" kommt es bloß ruhig von der Dame hinterm Tresen. "Nein, also Ja, ja bin ich." sage ich schnell und hoffe sie kauft es mir ab. Sie nickt nur und erklärt mir den Weg zur Intensivstation. Bevor ich herein gehen kann, bekomme ich einen sterilen Kittel angezogen. Aufgeregt und mit einem Kribbeln im Bauch laufe ich auf ihr Zimmer zu. ~was wenn sie mich gar nicht sehen will?~ aprubt bleibe ich vor ihrer Tür stehen. Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht, sie muss mich doch jetzt hassen. "Wollen sie nicht reingehen?" fragt mich ein junger Arzt. "Ich glaub nicht das sie mich sehen will." sage ich leise. "Ich bin Schuld an ihrem Unfall, ich habe sie verletzt, sie muss mich hassen." erzähle ich. "Reden Sie mit ihr, sie braucht jetzt jemanden an ihrer Seite." redet er mir gut zu. Ich nicke langsam und öffne dann die Türe. Leona liegt an viele verschiedene Geräte angeschlossen in einem Bett. Sie hat die Augen geschlossen und atmet ruhig. Sie hat eine große Schramme an ihrer Stirn und ihre Lippen sind aufgeplatzt. Außerdem hat sie ein gebrochenes Bein und ihre Arme sind voller blauer Flecken und großen Pflaster. Die übrigen Verletzungen, die sie wahrscheinlich hat, kann ich gar nicht sehen. Leise setze ich mich auf einen Stuhl neben ihrem Bett und beobachte sie. Tränen rollen mir aus den Augen. "Was hast du nur gemacht?" murmel ich leise. Da bewegt Leona sich plötzlich, kurz darauf öffnet sie ihre Augen und blickt sich im Zimmer um. Ihr Blick gleitet zu mir. "Was machen Sie hier?" fragt sie leise. "Ich, also... wie geht es dir?" lenke ich erstmal ab. "Ganz ok, ich bekomme starke Mittel gegen meine Schmerzen, ich bin nur total müde und schwach." antwortet sie leise. "Es tut mir so leid..." sage ich jetzt. "Was, was tut Ihnen leid?" fragt sie etwas angespannt und sucht meinen Blick. "Alles, ich hätte dir nicht erst Hoffnungen machen sollen und dich dann einfach abblitzen lassen." antworte ich ihr reuevoll. "Das war nicht nur Hoffnungen machen, das war mehr als dass." entgegnet Leona gekrängt und schaut zur Wand. "Ich weiß, das war falsch..." murmel ich und schaue zu Boden. "Warum sind Sie denn jetzt hier? Ich dachte das ganze sei ein riesiger Fehler gewesen, was wollen Sie dann hier?" will sie jetzt von mir wissen. "Ich weiß es nicht." meine ich ehrlich. Ich weiß es wirklich nicht. ~was mache ich hier eigentlich? Wieso bin ich so schnell zu ihr? Weshalb riskiere ich Ärger mit meinem Mann?~ Aufeinmal wird mir alles klar, wie ein Geistesblitz. "Ich glaube, nein ich weiß, der Abend war kein Fehler. Ich liebe dich Leona, ich konnte es nicht sehen die ganze Zeit hatte ich schon Gefühle für dich, ständig hatte ich ein Kribbeln im Bauch und ich habe mich in deiner Gesellschaft wohl gefühlt, nur leider ist es mir erst jetzt klar geworden." teile ich ihr meine Gefühle mit. "Besser spät als nie, oder?" fragt sie mich schwach lächelnd. Sofort bildet sich auch auf meinen Lippen ein Lächeln. "Komm her." flüstert sie schwach. Langsam beuge ich mich zu ihr herunter, sie überbrückt den letzten Abstand und küsst meine Lippen. Ein wohliges Gefühl durchströmt meinen Körper. Lächelnd lösen wir uns voneinander.
"Ich liebe dich Simone." lächelt sie mir sanft entgegen. "Ich liebe dich Leona." erwiedere ich, ebenfalls lächelnd und drücke sanft ihre Hand. ~ich werde mich nun endlich meiner Angst stellen und mich von meinem Mann trennen...~
