Mutter POV
Die Polizei verlässt gerade das Haus als plötzlich das Haustelefon klingelt. Ich wische meine Tränen aus dem Gesicht und laufe zur Ladestation, nehme das Telefon heraus und frage hoffnungsvoll: „Leonie, bist du das?" „Nein tut mir leid, hier ist Frau Wattner." höre ich eine mir bekannte Stimme. Enttäuscht lasse ich die Schultern hängen. „Ja?" frage ich tonlos. „Sie wissen also schon Bescheid?" fragt ihre ehemalige Lehrerin mich. Ich bejahe dies leise. „Es tut mir so leid, ich hätte es verhindern können, hätte ich direkt die Polizei gerufen..." fängt sie jetzt an doch ich unterbreche sie: „Die Polizei wäre bestimmt nicht rechtzeitig da gewesen, außerdem konnten Sie nicht wissen was passieren würde, Sie haben nichts falsch gemacht." „Wissen Sie schon etwas Neues, wissen Sie wer das war, was sie von ihr wollten?" sprudelt es jetzt aus ihr heraus. ~warum ist ihr das so wichtig, mag sie meine Tochter etwa auch? Leonie hatte schon immer Gefühle für ihre Lehrerin gehabt aber wusste nicht was ihre Lehrerin empfand...~ „Ich weiß nichts, sie wohnt schon lange nicht mehr bei mir und von irgendwelchen Unstimmigkeiten mit anderen Personen hat sie mir nie erzählt aber die Polizei wird sobald ihr Handy geladen ist, darauf nach Hinweisen schauen." erzähle ich. „Ok, ich hoffe es ist ok, wenn ich das jetzt frage aber können Sie mich bitte auf dem laufenden halten, ich mache mir wirklich Sorgen und..." Ich lasse sie gar nicht ausreden, weil ich merke, dass Leonie ihr viel zu bedeuten scheint. „Natürlich, das mache Ich." verspreche ich.
Simone POV
Nachdem wir aufgelegt haben, gehe ich mit meiner Tochter zurück in die Küche. Frauke schlägt vor das Abendessen für mich weiter zu kochen. Dankbar stimme ich zu und schaue ihr Gedankenverloren dabei zu.
Am nächsten Morgen werde ich vom klingeln meines Handys wach. Ich habe kaum geschlafen, weshalb ich verschlafen nach dem Handy greife, während meine Augen noch geschlossen sind. „Ja?" frage ich als ich den Anruf angenommen habe. „Sie haben Leonie gefunden, sie konnte wohl fliehen, ich fahre jetzt ins Krankenhaus." höre ich Leos Mutter aufgeregt sagen. Sofort bin ich hellwach. „Was, in welches ich komme auch." spreche ich hektisch und ziehe mich sofort an. Ihre Mutter sagt mir die Adresse und legt dann auf.
Wenig später komme ich am Krankenhaus an. Ich sehe auch ihre Mutter grade ankommen und warte auf sie damit wir gemeinsam reingehen können. Wir begrüßen uns nur kurz und laufen dann zum Empfang. Bei Leonie angekommen, lasse ich ihrer Mutter den Vortritt und halte mich erstmal raus. „Was ist passiert mein Schatz, wer war das?" fragt sie ihre Tochter besorgt und umarmt sie stürmisch. „Au Mama ich habe Schmerzen." höre ich Leo also Leonie sagen, sofort lässt sie ihre Tochter wieder los und entschuldigt sich bei ihr. Sie setzt sich neben Leonie aufs Bett und begutachtet ihren Körper der in einem typischen Krankenhaus Hemd steckt. Auch ich betrachte ihren Körper besorgt. Sie hat auf den Armen und Beinen große Hämatome an den Händen und Fuß Knöcheln trägt sie deutliche Spuren von Fesseln und im Gesicht trägt sie eine tiefe Schramme über der linken Augenbraue. Was sie am Bauch und Rücken an Verletzungen hat kann ich nicht sehen aber sie hält sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Bauch. „Es tut mir so leid, ich hätte dich besser beschützen müssen." fange ich an. Leo schaut zum ersten Mal zu mir herüber. Ein Leuchten tritt in ihre wunderschönen blauen Augen und ein warmes Gefühl macht sich in mir breit. „Ich bin froh, dass Ihnen nichts passiert ist, dass hätte ich mir nie verzeihen können." meint sie leise und aufrichtig. Verwirrt schaue ich sie an, doch in dem Moment betreten die zwei Polizisten die gestern bei mir waren das Zimmer. „Wir müssen Sie jetzt befragen, dafür sollten Sie beide bitte rausgehen." meint einer der beiden. Also verabschieden wir uns von Leo und setzen uns draußen auf ein paar Stühle. Stille herrscht zwischen uns, bis sich Leos Mutter plötzlich räuspert: „Was bedeutet Ihnen meine Tochter?" Erschrocken schaue ich sie an. „Ist es so offensichtlich?" frage ich besorgt. Ihre Mutter lacht leise und nickt langsam. „Es tut mir so leid, ich sollte nichts für Ihre Tochter empfinden, ich bin viel zu alt und..." fange ich an mich zu entschuldigen. „Ach Quatsch, Sie müssen sich doch nicht entschuldigen. Sie haben doch nichts falsch gemacht, schon wieder." unterbricht sie mich freundlich. „Sie müssen mit Leonie darüber reden, ich bin sicher, ihr werdet euch gut verstehen." meint sie dann lächelnd. „Wie meinen Sie das?" frage ich daraufhin verwirrt. „Das werden Sie verstehen wenn Sie mit meiner Tochter gesprochen haben." antwortet sie geheimnisvoll und zwinkert mir zu. ~was soll das bedeuten?~ doch weiter nachhaken kann ich nicht, denn in diesem Moment wird die Tür geöffnet und die Beamten holen uns ins Zimmer. „Also wir wissen nun wer Ihre Tochter entführt und misshandelt hat, ein paar Kollegen von uns fahren grade dort hin um sie zu verhaften. Damit wäre der Fall abgeschlossen und wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag." Sie verabschieden sich von uns und verlassen dann den Raum. Natürlich wollen wir sofort von Leonie alles wissen und sie erzählt uns dann, dass eine ehemalige beste Freundin von ihr, besessen von ihr war und sie überall und in allem kontrolliert hat und ständig eifersüchtig war, wenn sie mit anderen Leuten Kontakt hatte. Irgendwann hatte sie dann den Kontakt abgebrochen und dachte die Sache sei gegessen doch dann hatte ihre ehemalige beste Freundin mit ihrer Cousine ihre Entführung geplant und sie eben gestern verfolgt als sie spazieren gegangen war. Sie erzählt uns wie sie von den beiden misshandelt wurde und wie sie die beiden überlistet hatte und sich befreien konnte um dann abzuhauen. Als sie alles erzählt hat fällt sie erschöpft in die Arme ihrer Mutter. „Ich bin so froh, dass es dir gut geht." meine ich leise und sie schenkt mir daraufhin ein sanftes Lächeln. „Danke dass Sie gekommen sind." meint sie leise und schließt kurz ihre Augen. Ein Arzt kommt ins Zimmer. Er meint, dass Leo jetzt nach Hause kann, da keine weiteren Behandlungen notwendig sind und verabschiedet sich von uns. Ich verabschiede mich auch von den beiden und will grade gehen als Leo mich aufhält. „Frau Wattner? Können wir die nächsten Tage mal reden?" fragt sie leise und schaut mich hoffnungsvoll an. Mein Herz schlägt Purzelbäume. ~fragt sie mich grade wirklich nach einem Treffen?~ „Ja, ja natürlich. Hier hast du meine Nummer." antworte ich etwas zittrig und gebe ihr einen Zettel. „Danke, bis dann." lächelt sie.
Ein paar Tage später
Aufgeregt sitze ich in einem gemütlichen Café und warte darauf dass es dreizehn Uhr wird. Denn dann kommt Leo also Leonie, denn wir haben in den letzten Tagen ein Treffen ausgemacht. Ich bin so nervös, dass ich die Nacht kaum schlafen konnte und jetzt viel zu früh in dem Café auf sie warte. Wenig später betritt jemand das Café, ich schaue auf und sehe Leo auf mich zukommen. Sie lächelt freudig und begrüßt mich als sie am Tisch ankommt. „Hey, setz dich." begrüße ich sie ebenfalls und zeige auf den Platz mir gegenüber. Sie zieht ihren Mantel aus, hängt ihn über den Stuhl und setzt sich mir gegenüber. Sie schaut mich etwas fragend an. „Habe ich was im Gesicht." fragt sie und legt dabei ihren Kopf etwas schief. Das sieht so süß aus, das ich leise gluckse, was mir im nächsten Moment super peinlich ist aber Leo lacht nur leise. Eine Kellnerin kommt an unseren Tisch und fragt was wir bestellen wollen. Leo bestellt sich einen heißen Kakao und ich bestelle einfach das selbe. „Also Leo, warum wolltest du mit mir sprechen?" frage ich dann. „Leo? Sie nennen mich immer noch so?" fragt sie rot werdend. „Oh tut mir leid... Ich..." versuche ich mich rauszureden. „Nein, ich finde das schön. Nennen Sie mich ruhig so." unterbricht sie mich lächelnd und sofort wird mir warm ums Herz. Meine Schmetterlinge im Bauch fliegen noch wilder herum als überhaupt schon seid sie in dem Café eingetroffen ist. „Dann dutz mich doch bitte, nenn mich Simone." biete ich an, woraufhin sie lächelnd nickt. „Also Simone, ich wollte mit dir sprechen weil, weil... also...ich mag dich, ich mag dich sehr schon sehr lange...erst warst du meine Lieblingslehrerin doch irgendwann in der achten Klasse bemerkte ich, dass ich mehr für dich empfinde, doch auf einmal hast du die Schule gewechselt und ich konnte dir nie sagen, was ich empfinde und... deshalb bin ich manchmal bei dir in der Nähe spazieren gegangen um vielleicht zufällig mit dir zusammen zu stoßen, ins Gespräch zu kommen..." erzählt sie jetzt und sieht mich dabei mit einem strahlen in den Augen an. „Also warst du gar nicht zufällig bei mir in der Gegend als du verfolgt wurdest?" frage ich dazwischen. Sie nickt leicht. „Ich muss dir auch was gestehen." sage ich dann und spüre wie glücklich ich gerade geworden bin nachdem ich gehört habe, dass Leo mich mag, dass sie was für mich empfindet und dass ich wirklich eine Chance bei ihr habe. „Ich habe auch schon sehr lange Gefühle für dich, dass war auch der Grund, warum ich die Schule gewechselt habe, ich wollte dich vergessen weil es damals verboten gewesen wäre mit dir eine Beziehung zu führen, geschweige denn dachte ich du würdest niemals ebenfalls was für mich empfinden... Ich hätte wohl mit dir reden sollen..." erzähle ich und schaue sie ebenfalls lächelnd an. „Dann holen wir das jetzt nach, lernen wir uns richtig kennen." schlägt Leo vor. Ich nicke glücklich. Plötzlich legt sie ihre Hand an meine Wange und zieht mich leicht zu ihr rüber, sie schaut noch einmal in meine Augen und legt dann sanft ihre Lippen auf meine. Ein Kribbeln entsteht auf meinen Lippen und durchflutet meinen ganzen Körper, sanft erwidere ich den Kuss und fordere nach mehr. In diesem Moment bin ich wahrscheinlich die glücklichste Frau der Welt.
