„Frau Muster?" höre ich Fr. Schöns Stimme hinter meiner Zimmertüre. Sie klopft energisch an die Tür. „Ja, kommen Sie rein." rufe ich. Sie betritt mein Zimmer und lächelt mich freundlich an. Gott wie ich ihr Lächeln liebe, es erwärmt mir jedes Mal das Herz. „Wollen wir ein bisschen quatschen?" fragt sie mich freundlich wie immer. „Ja sehr gerne, ich komme." antworte ich schnell und schalte meinen Laptop aus. „Wollen wir ins „gemütliche" Büro gehen?" fragt sie mich leicht lachend. „Ja sehr gerne." antworte ich und muss schmunzeln. Der Grund warum sie es so betont hat, ist, dass der Raum alles andere als gemütlich ist, das Büro ist vollgestellt mit Krempel aber uns ist das relativ egal. Ich folge ihr also durch den Flur ins Büro, nachdem ich meine Zimmertür abgeschlossen habe. Wir setzen uns auf unsere gewohnten Stühle und schauen uns wie immer einen Moment lang an, bevor sie mich fragt, wie die letzten Tage gelaufen sind und wie es mir geht. Sie ist meine Bezugsbetreuerin, weshalb sie ein paar mal in der Woche bei mir vorbeischaut oder ich komme zu ihr. Ich berichte ihr dass ich mich schlecht fühle weil ich am gestrigen Abend meine Gefühle zugelassen habe die ich aber nicht mehr zulassen wollte, weil ich zu oft durch solche Gefühle verletzt worden bin. Ich sage ihr dabei aber nicht um welche Gefühle es geht, weil es die romantischen Gefühle von mir gegenüber ihr sind. Ich erzähle ihr aber auch, dass meine Therapeutin meinte ich solle die Gefühle zulassen, damit wir damit arbeiten können. „Geht es dabei etwa um mich?" fragt sie plötzlich, wie aus dem nichts. Sofort werde ich rot. Ich bin etwas überrascht dass sie es so schnell rausgefunden hat aber dann kommt mir der Gedanke dass es eigentlich nicht so schwer in ihrer Position ist, dass herauszufinden, schließlich weiß sie von den vergangenen Malen, wo ich schwer verletzt wurde. Da ich nichts sage nimmt sie es als ein Ja war, was in mir Unwohlsein auslöst. Bedrückt schaue ich zu Boden und merke wie mir die Tränen in die Augen schießen. „Leona?" spricht sie auf einmal meinen Vornamen. Überrascht schaue ich auf. Mein Herz pumpt noch schneller als es sowieso schon pumpt. „Ich will es eigentlich nicht... denn es ist falsch... Es darf nicht sein... aber ich habe auch Gefühle für dich." kommt es ihr etwas unsicher über die Lippen. Dabei schaut sie immer wieder kurz zur Seite um sich zu sammeln. „Ist das wirklich war?" frage ich stumpf, weil ich überhaupt nicht realisieren kann, was gerade passiert. Sie nickt vorsichtig und schaut mich jetzt aufmerksam an. „Was bedeutet das jetzt? Also was passiert jetzt?" frage ich jetzt neugierig und schaue sie ebenfalls an. Unsere Augen verbinden sich und wieder wird um mich herum alles still und ich spüre ein kribbeln in meiner Magengegend aufkommen. „Ich weiß nicht,... Ich glaube du musst eine andere Betreuerin bekommen. Ich kann nicht länger mit dir arbeiten und... dich nicht einfach küssen, dich nicht stundenlang fasziniert beobachten und dein Lächeln förmlich aufsaugen. Ich habe gemerkt dass ich zu viel Zeit mit dir verbringe und meine anderen Klienten vernachlässige. Es tut mir sehr weh... Aber es ist besser so." erklärt sie jetzt bestimmt und sieht entschlossen in meine Augen. „Das würden Sie mir antun?" kommt es entsetzt von mir und ich rücke etwas näher zu ihr. Ich lege meine Hand auf ihre und blicke sie hoffnungsvoll an. „Bitte tun Sie alles nur nicht mich abgeben. Ich brauche die Zeit mit Ihnen auch wenn Sie sich mehr Zeit für ihre anderen Klienten nehmen würden. Hauptsache Sie bleiben meine Betreuerin." versuche ich sie zu überzeugen. Sie schüttelt entschlossen den Kopf. Ich weiß mir nicht anders zu helfen und überrasche sie mit einem plötzlichen Kuss. Sie erwidert diesen verlangend und zieht mit ihrer Hand meinen Kopf näher zu sich heran. Immer wieder berühren sich unsere Lippen erneut und harmonieren wundervoll miteinander. Ein leises Seufzen entfährt der wunderschönen Frau mir gegenüber. Nach einiger Zeit lösen wir uns voneinander und aufmerksam beobachte ich ihre Gesichtszüge die erst nachdenklich dann zuversichtlich und zu einem herrlichen Lächeln werden. „Du hast recht und nenn mich Heike. Wir werden das schon schaffen. Ich liebe dich." meint sie leise. Ich liebe dich mehr." entgegne ich zufrieden und endlos erleichtert und lege erneut meine Lippen auf ihre weichen wunderschönen Lippen.
