Hi, ich heiße Simone bin 50 Jahre alt und wohne mit meiner Tochter in einem großen Haus. Geschieden bin ich seid fünf Jahren. Ich arbeite als Lehrerin an einer Realschule, habe aber seid einigen Jahren nicht mehr so Spaß am unterrichten wie früher... Warum das so ist, erfährst du in der folgenden Geschichte die mir vor einigen Monaten passiert ist. Viel Spaß beim Lesen
Ich koche grade das Abendessen für mich und meine Tochter Frauke, während im Radio leise Weihnachtsmusik dudelt. Seid gestern sind Weihnachtsferien, weshalb ich recht gut gelaunt mitsumme. Plötzlich klingelt es an der Tür, gleich darauf klopft jemand wild dagegen. „Nanu, wer ist das denn?" murmle ich und stelle den Herd aus. Mit schnellen Schritten bin ich an der Haustür und öffne sie weit. „Leo...?" höre ich mich sagen. „Es tut mir leid Sie zu stören aber ich brauche Hilfe, ich werde verfolgt und mein Handy ist aus, können Sie die Polizei rufen." redet sie schnell und aufgeregt. Tränen rollen ihr übers ganze Gesicht, sie sieht gehetzt aus, schwitzt leicht obwohl es draußen minusgrade sind, ihre Haare sind verstrubelt und trotzdem sieht sie unglaublich süß aus. ~halt was denke ich denn da~ „Komm doch erstmal rein." meine ich dann und mache ihr Platz. Sie schlüpft an mir vorbei, während sie sich nochmal entschuldigt und gleichzeitig bedankt. Dabei streift sie leicht meinen Arm mit ihrem, was mir eine Gänsehaut verschafft. Sie bleibt im Flur stehen und schluchzt leise während sie sich hilflos umschaut. Ich schließe schnell die Türe und führe sie dann in die Küche. „Möchtest du was trinken?" frage ich sie besorgt, da sie dehydriert aussieht. Sie schüttelt den Kopf und legt ihr nutzloses Handy auf den Tresen an den sie sich setzt, nachdem ich darauf gezeigt habe um ihr zu bedeuten, dass sie sich setzen soll. „Ok dann erzähl nochmal, was ist passiert?" fordere ich sie dann auf, während ich mich gegenüber von ihr an den Herd lehne. In dem Moment klingelt es wieder an die Tür. Leo also Leonie schreckt sofort zusammen und schaut mich ängstlich an. „Das müssen Sie sein." flüstert sie. „Ich regle das." meine ich entschlossen und will schon dort hin gehen, als sie mich nochmal aufhält. „Nehmen Sie ein Messer mit." meint sie leise. Ich folge ihrem Ratschlag und schnappe mir ein großes Küchenmesser, dann laufe ich wieder in den Flur um die Haustür zu öffnen. Im nächsten Moment sehe ich eine Waffe auf mich gerichtet und lasse vor Schreck das Messer fallen. „Wo ist sie?" schnauzt die erste Person mich an. Sie klingt wie eine Frau, ich wage einen Blick zu den vermummten Personen vor mir und erkenne, dass ich absolut keine Chance habe. „Wir haben Sie was gefragt." höre ich die andere brüllen. Sie tragen beide schwarze Klamotten und je eine Sturmhaube, sodass man nur ihre Augen sehen kann. Da ich immer noch nicht geantwortet habe, drückt mir die erste nun die Waffe an die Stirn. „Ich bringe dich um, wenn du nicht endlich sprichst." meint sie mit bedrohlicher Stimme. In dem Moment höre ich hinter mir schnelle Schritte. Plötzlich werde ich nach hinten gerissen und Leonie stellt sich beschützend vor mich. „Nehmen Sie mich mit aber wagen Sie es nicht ihr weh zu tun." meint sie mit fester Stimme. „Na endlich..." meint die zweite Frau. Sie reißt an Leonies Arm und zieht sie mit sich zu einem weißen Van, während die andere wieder die Waffe auf mich richtet. Alles geht so schnell, dass ich überhaupt keine Zeit habe irgendetwas zu unternehmen. Ich sehe noch wie Leonie in den Van hinten reingestoßen wird, höre leise ihr weinen und im nächsten Moment, dreht sich die Frau mit der Waffe um, läuft ebenfalls zum Van, schließt hinter ihrer Begleitung den Kofferraum und steigt vorne ein. In dem Moment gehorcht mein Körper mir wieder und ich renne los zum Van, erreiche den Kofferraum grade als der Wagen losfährt und stark beschleunigt. Ich greife ins Leere und Tränen rollen mir aus den Augen. ~Wie konnte ich zulassen, sie noch ein zweites Mal zu verlieren?~ Ich hole mein Handy raus und wähle die 110. ~warum hatte ich das nicht längst getan?~ ärgere ich mich. Schnell schildre ich dem Mann am Telefon was passiert ist und warte dann vor der Haustür auf die Beamten. Meine Tochter kommt die Treppe herunter und fragt was los ist, da sie Stimmen gehört hat. Ich sage zu ihr, dass sie erstmal oben warten soll und ich ihr später alles erzähle. Etwas enttäuscht stapft sie die Treppe wieder hoch, als ich die Türe oben zugehen höre, sehe ich auch schon einen Streifenwagen vor unserem Haus halten. Wir gehen gemeinsam ins Haus während ich nochmal erzähle was passiert ist. „Woher kennen Sie das Mädchen?" werde ich gefragt. „Sie ist eine ehemalige Schülerin von mir." antworte ich. „Ok verstehe, wissen Sie warum sie ausgerechnet bei Ihnen geklingelt hat?" fragen sie weiter. „Nein, ich denke mal es war Zufall." sage ich sofort aber jetzt werde auch ich stutzig, warum war sie hier gewesen, sie wohnt doch gar nicht hier in der Nähe. Ich werde noch einige andere Sachen gefragt, bis die Beamten sich verabschieden und gehen. Nachdem ich die Türe hinter Ihnen geschlossen habe, möchte ich mich in der Küche hinsetzen, doch schon im ersten Moment sehe ich ihr Handy auf dem Tresen liegen. Ich rufe also erneut die Polizei da es bestimmt helfen könnte bei der Suche und wenig später haben sie es abgeholt. Meine Tochter kommt wieder herunter und ich bitte sie mit mir in die Küche zu kommen. Da erzähle ich ihr was passiert ist. Während ich erzähle fange ich an zu weinen und Tränen verlassen meine Augen, wie vorhin bei Leonie. „Ich fühle mich so schuldig, ich hätte es verhindern können..." schluchze ich leise. „Nein Mama, du kannst nichts dafür, du hast alles richtig gemacht, du musstest erst mal fragen was passiert ist." versucht meine Tochter mich aufzumuntern, was auch etwas klappt. Sie umarmt mich sanft. „Danke mein Schatz." sage ich geschwächt. „Ich muss mit ihren Eltern reden, ich muss wissen was da passiert ist. Was wollten diese Frauen von ihr?" beschließe ich nach kurzem Schweigen. „Aber Mama, du hast doch gar nicht deren Nummer." meint Frauke. „Doch, genau diese Nummer habe ich noch." entgegne ich und flitze in mein Büro. „Warum?" fragt Frauke verwirrt, da sie mir hinterher läuft. „Das ist nicht so wichtig." wehre ich ab und krame in einer Schublade nach den entsprechenden Unterlagen. Schnell habe ich ihre Mappe gefunden, die ich damals bewusst behalten habe als ich die Schule gewechselt habe um von Leonie Abstand zu nehmen, da ich meine Gefühle für sie nicht im Zaum halten konnte. Ich wollte damit bezwecken sie zu vergessen aber es hatte natürlich nicht geklappt. Ich hatte sie nur noch mehr vermisst und ab dann den Spaß am Unterrichten verloren. Ich suche also nach der Nummer ihrer Eltern und wähle sie, während Frauke mich neugierig betrachtet.
