Aufgeregt packe ich meine letzten sieben Sachen ein und verlasse mein nun ehemaliges Zimmer in der Einrichtung in der ich gelebt habe. Frau Schön steht am Büro und lächelt mich freundlich an. Ich bleibe vor ihr stehen, strecke die Arme zu einer Umarmung aus und schaue sie fragend an. Sie nickt und nimmt mich in ihre Arme. Etwas traurig drücke ich sie sanft. „Ich werde Ihnen die nächsten Tage immer Updates schreiben, wie ich in der anderen Wohngruppe zurechtkomme." sage ich leise. „Ja, ich freue mich darauf. Sie werden das schaffen." erwidert sie ebenfalls etwas traurig. „Ich vermisse Sie jetzt schon." kommt es jetzt wehmütig von mir. „Auch das geht vorbei und Sie können mich ja auch mal besuchen." meint sie jetzt. Sie beendet die Umarmung und lächelt mich wieder warm an. „So jetzt gehen Sie aber los, Ihre Mutter wartet auf Sie."fordert sie mich auf. Ich wische eine Träne weg und nicke. „Bis dann Frau Schön." winke ich ihr zum Abschied während ich loslaufe. „Bis dann Frau Küstel." erwidert sie und winkt mir ebenfalls hinterher. Unten am Auto angekommen, steige ich vorne ein und meine Mutter fragt mich ob alles gut ist. Ich nicke leicht und versuche mich auf die neue Wohngruppe zu freuen. Meine Mutter fährt los und ich mache Musik an.
Nach ein paar Stunden kommen wir am Schloss Hangeln an. Meine Mutter parkt das Auto und wir steigen aus. Eine Frau läuft auf uns zu und begrüßt uns. „Sie müssen Frau Küstel sein. Herzlich Willkommen." lächelt sie mich an. Ich nicke schüchtern. Sie führt uns auf ein Gebäude zu und bringt uns auf meine Etage zu meinem neuem Zimmer. „Sie können nun ihre Sachen hierauf bringen und später komme ich nochmal zu Ihnen und zeige Ihnen alles, hier ist noch Ihr Schlüssel. Kommen Sie gut an." Ich nehme den Schlüssel entgegen, dann fangen Mama und ich an, meine Möbeleinzelteile und Kartons in mein Zimmer zu stellen. Danach bauen wir alle Möbel auf und richten sie gemütlich ein. Auch meine neuen Möbel bauen wir auf und bald sind wir damit fertig und Mama verabschiedet sich von mir. Mittlerweile ist es schon dunkel draußen und sie muss nachhause Abendessen kochen. Ich fange also an meine Kartons auszuräumen und mein Zimmer zu dekorieren als die Frau von vorhin an meine Zimmertüre klopft. „Wow, das sieht doch schonmal toll aus. Soll ich Ihnen jetzt alles zeigen?" fragt sie freundlich. Ich nicke und folge ihr. Sie zeigt mir die Gemeinschaftsküche, die Badezimmer und den Waschraum. Außerdem erklärt sie mir noch einiges, zum einen, dass meine neue Bezugsbetreuerin morgen im Dienst ist und mich dann anspricht. Dann lässt sie mich wieder alleine und bis ich schlafen gehe räume ich noch meine Dinge ein. Da ich nicht viel habe, weil ich nur Dinge habe die ich auch wirklich benutze, werde ich bis zwanzig Uhr fertig. Zufrieden sehe ich mich in meinem neuem Zimmer um, mache ein paar Fotos und schreibe Frau Schön eine kurze Email, dass ich gut angekommen bin und packe die Bilder dazu. Ich nehme noch meine Medikamente ein und gehe schlafen.
Ein paar Tage vergehen und mittlerweile bin ich super angekommen, kenne alle meine Mitbewohner und fahre mit ihnen morgens zusammen zu den Häusern wo wir arbeiten bis Mittags. Mindestens einmal in der Woche schreibe ich Frau Schön eine Email oder rufe sie an. Sie hat aufgehört mich zu sitzen und wir dutzen uns, was sich super toll anfühlt. Eines Tages machen wir einen Termin aus an dem ich sie besuchen möchte und die nächsten Tage bin ich super aufgeregt. Als es endlich soweit ist, suche ich mir ein süßes Outfit raus und fahre wenig später mit meinem Fahrrad zum Bahnhof. Lange auf den Zug warten muss ich nicht und bald komme ich in Mülheim an. Den Rest laufe ich wie früher auch. Bei meiner ehemaligen Wohngruppe angekommen, klingle ich aufgeregt an der Türe. Mir wird die Türe per Schalter geöffnet. Ich laufe die Treppe hoch und klingle nun an der Etage. Da kommt Heike mir auch schon lächelnd entgegen und öffnet mir die Tür. „Hi Heike." sage ich aufgeregt und lächle sie ebenfalls an. „Hi Leona, hast du was dagegen wenn wir spazieren gehen, vielleicht an der Ruhr?" fragt sie mich gleich. „Ja gerne, da war ich ja lange nicht mehr." antworte ich erfreut. „Vielleicht können wir da auch ein Eis essen gehen, es ist ja wirklich sehr warm." schlägt sie vor und ich nicke erneut. „Super ich hole eben meine Sachen." freut sie sich. Gemeinsam verlassen wir also die Einrichtung und laufen nebeneinander her. „Du siehst übrigens sehr hübsch aus heute." kommt es plötzlich von Heike. Überrascht schaue ich sie an. „Danke, dass kann ich nur zurück geben." antworte ich glücklich. Wir reden ein bisschen über die letzten Tage, bis wir schließlich an der Ruhr am Eiscafé ankommen. „Wollen wir uns draußen hinsetzen?" fragt Heike jetzt und ich nicke überrascht. „Du willst dich hinsetzen? Hast du so viel Zeit für mich?" frage ich während wir uns einen Platz suchen und uns setzen. „Ja, ich habe mir extra viel Zeit für dich genommen, denn ich habe etwas wichtiges zu besprechen." erklärt sie. „Oh ok, aber du willst mir jetzt nicht sagen, dass wir den Kontakt so langsam abrechen müssen oder?" frage ich besorgt, während uns die Karten gebracht werden. „Nein, keine Sorge. Darum geht es nicht." lacht sie leise. Erleichtert nehme ich mir eine Karte und Heike tut es mir gleich. Während wir uns was aussuchen ist es still zwischen uns, als wir uns entschieden haben legen wir die Karten weg und bald kommt auch der Kellner zurück. Wir geben also unsere Bestellung auf. Dann schaue ich Heike neugierig an. „Worum geht es dann?" frage ich nervös. „Also... es ist so...Ich konnte es dir nie sagen, weil ich ja deine Betreuerin war und so aber... Ich habe deine Gefühle immer schon erwidert. Als du mir deine Gefühle gebeichtet hast, war ich kurz davor es dir zu sagen aber es sollte nicht sein, es durfte nicht sein und deswegen habe ich nie was gesagt aber es war echt schwer, besonders weil du ständig davon geredet hast und als du dann gehen musstest war ich so traurig, ich dachte jetzt muss ich die Gefühle zu dir endlich loswerden, du bist nicht mehr da aber die Gespräche mit dir in den letzten Wochen haben mir einfach gezeigt, ich kann nicht ohne dich und ich muss dir endlich davon erzählen..." sie stoppt mit ihrer Erzählung und sieht mich aufmerksam an, gespannt was ich dazu sagen würde. „Ich, ich weiß nicht was ich sagen soll...ich bin grade so überrascht, so glücklich diese Worte von dir zu hören und zu realisieren, dass ich immer recht hatte, die Anzeichen waren immer da, ich dachte nur ich bilde mir das ein, ich interpretiere zu viel in deine Handlungen und Worte hinein aber jetzt macht alles einen Sinn... Ich bin so froh, dass du es mir endlich erzählst aber wie soll es denn jetzt weitergehen?" antworte ich aufgeregt. „Ich habe da auch lange drüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es nur so geht, dass wir uns jedes Wochenende sehen und ich... also möchtest du meine Freundin sein,... mit mir zusammen sein?" kommt es von Heike und fragend schaut sie mich an. „Ja, Ja auf jeden Fall. Ich möchte deine Freundin sein und ich möchte dich jedes Wochenende sehen, jeden Tag mit dir Telefonieren." antworte ich glücklich und nehme ihre Hand in meine. Sie drückt sie leicht und lächelt mich glücklich an. Mit meiner anderen Hand nehme ich ihr Gesicht in die Hand und ziehe es leicht zu mir herüber, beuge mich zu ihr hin und berühre sanft ihre weichen Lippen mit meinen. Sie erwidert sanft den Kuss und unsere Lippen harmonisieren sanft miteinander. Ein Kribbeln macht sich in meinem Bauch bemerkbar und ich spüre, dass ich genau dass gebraucht habe, genau das wollte ich immer und jetzt ist es wirklich war. Nichts brauche ich mehr als diese wunderschöne, intelligente, super liebe und tolle Frau an meiner Seite. Alles ist perfekt.
