Ein paar Jahre später
Nishinoya PoV
Irgendetwas fehlt noch. Aber so richtig weiß ich nicht was. Vielleicht eine andere Farbe? Ja, das könnte die Lösung sein. Okay. Probieren wir das mal aus...
Ich war vertieft in meinen Laptop, sodass ich fast gar nicht hörte, wie die Haustür aufging und wieder ins Schloss fiel. "Bin wieder da!", rief Asahi und ich lehnte mich auf dem Stuhl, der auf unserem kleinen Balkon stand zurück um in die Wohnung zu schauen. "Ich bin hier!", rief ich zurück und nur Augenblicke später trat Asahi nach draußen um einen Blick über meine Schulter auf meinen Bildschirm zu werfen.
"Hey, ich hab die Post mitgebracht", raunte er in mein Ohr und gab mir einen Kuss auf die Wange. "Mhm", murmelte ich konzentriert zurück und änderte zum gefühlt hundertsten Mal die Farbe. "Da ist eine Karte von Kageyama und Hinata dabei, die dich interessieren könnte", sagte er, doch ich hörte ihm nicht richtig zu sondern sagte nur: "Mhm."
"Ist das für das Editorial?", hörte ich ihn fragen und das zog mich aus meiner Trance. "Waaaah! Du darfst noch nicht gucken, das ist noch nicht fertig!", sagte ich und zog missmutig die Augenbrauen zusammen, während ich vergeblich versuchte mit meinen Händen den Bildschirm zu bedecken.
Asahi lachte jedoch nur. "Keine Sorge ich hab nichts gesehen. Aber es wird dich freuen zu hören, dass wir endlich ein Model dafür haben, nachdem uns das andere so kurzfristig abgesprungen ist", erzählte er weiter und das brachte mich zum aufhorchen. "Oh wirklich? Wie cool! Wo wird das Shooting stattfinden?", fragte ich und widmete mich wieder meiner Arbeit. Asahi antwortete nicht sofort, weshalb ich von meinem Bildschirm wieder aufschaute und ihn anschaute. Er grinste.
"Du wirst es nicht glauben. Rate!", sagte er und ich hob eine Augenbraue. "Wie, ich soll raten? Ich kenn doch keine Namen, das weißt du doch", antwortete ich genervt und er lachte. "Glaub mir, du kennst die Person sogar persönlich", sagte er und ich überlegte. Welches Model sollte ich denn persönlich...
"Lev?", fragte ich ungläubig und Asahi nickte. "Er hat sich freundlicherweise bereit erklärt kurzfristig einzuspringen. Allerdings unter der Bedingung, dass wir das Shooting bei ihm machen. Etwas anderes lässt sein Zeitplan angeblich nicht zu", erzählte er und ich fragte: "Und was heißt 'bei ihm'? Doch nicht etwa...?" - "Wie wäre es mit einem Kurztrip nach Russland?", vervollständigte er den Satz und ich riss die Augen auf.
"Oh mein Gott! Okay, warte. Wann fliegen wir? Wo ist eigentlich mein Reisepass? Was nehme ich alles mit? Ist es kalt dort?", sprudelte ich los, doch Asahi unterbrach meinen Redefluss. "Eins nach dem anderen. Wir fliegen in ein paar Tagen, meine Assistentin hat den Flug schon gebucht. Und für den ganzen Rest: warum fragst du nicht einfach bei Yaku nach? Ich denke ihr schreibt andauernd hin und her?" Da hatte er recht.
Sofort zückte ich mein Handy und fing wild an zu tippen. "Okay, haben die dort gutes Internet? Dann kann ich einfach während des Shootings für das andere Projekt arbeiten und im Anschluss das Editorial für dich fertig stellen und muss nichts aufschieben." Als Asahi nicht antwortete hob ich den Kopf. Er schaute mich liebevoll an und kam mir plötzlich näher um mir einen Kuss zu geben, den ich überrascht erwiderte.
"Wofür war das denn?", murmelte ich benommen, als wir uns wieder lösten. "Für nichts... für alles. Ich bin einfach unendlich glücklich, wie wir gerade unser Leben leben", raunte er zurück und ich lächelte ihn liebevoll an, bevor ich ihn erneut in einen Kuss verwickelte. "Was hattest du eigentlich vorhin von einer Karte von Kageyama und Hinata geredet?", fragte ich und er drehte sich zur Seite zu unserem Poststapel.
"Hier", sagte er und reichte mir eine schlichte, aber schöne Karte, auf dessen einer Seite viel Text und auf der anderen Seite ein "Save the date" und ein Datum zu sehen war. Ich bekam große Augen und schaute wieder zu Asahi. "AAAAAHHHH! Oh mein Gott! Ich muss Shoyo anrufen! Schnell Asahi! Schau, ob wir da da sind! Was soll ich anziehen? Gibt es einen Dresscode?" Und mit dieser Flut aus Fragen schnappte ich mein Handy um Shoyos Nummer zu wählen, Asahis fröhliches Lachen in meinen Ohren.
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No Distance || Asahi x Nishinoya
Hayran KurguInhalt: Asahi ist traurig und glücklich zugleich. Während er seinen Traum von Modedesign verwirklicht und damit auf den Ratschlag seinen besten Freundes gehört hat, kann er nichts gegen das Verlangen zu tun, diesen fest in seinen Armen zu halten...