K A P I T E L 03
Eine Woche. Eine Woche war ich krank gewesen, hatte mein Körper benötigt, sich an die neuen Umstände anzupassen.
Ich konnte es immer noch nicht glauben, dass Cara aufeinmal zurück sein sollte. Ich rechnete damit, dass ich jeden Moment aus einem Traum erwachen könnte.
Es war so ungewohnt, diese plötzlichen verbesserten Sinne.
Ich konnte die Sandkörner sehen, die unter den Schritten der anderen Schüler aufgewirbelt wurden. Konnte die Gespräche kanalisieren und einzelnen lauschen, wenn ich mich darauf konzentriere, konnte den Kaffeegeruch aus dem Sekretariat wahrnehmen, als ich an diesem Morgen den Schulhof betrat.
Ich fühlte mich wie ein unerfahrener Welpe, der all dies noch nicht kontrollieren konnte, als tausende verschiedene Eindrücke, Gerüche und Geräusche, auf mich einprasselten wie Platzregen. Mit dem Unterschied, dass ich es schnell unter Kontrolle hatte, denn ich wusste noch von früher, wie es ging. Wie ich unwichtiges ausblenden konnte, denn das war so wichtig, damit man nicht irgendwann krank, verrückt wurde.
Es war Montag.
Anders als in der letzten Zeit, in den letzten zwei Jahren, musste ich meine Zeit nicht damit verbringen, meine Freunde zu suchen. Ich nahm einfach ihre Fährte auf und folgte ihr. So komisch es auch war, ich genoss es. Alles war so viel einfacher als Lykaner. Man schätzte die ganzen Dinge, die einem wirklich wichtig waren erst, wenn man sie verloren hatte. Umso glücklicher war ich jetzt. Endlich war ich nicht mehr so alleine, ein Teil meiner inneren Leere wurde ausgefüllt. Ich war endlich wieder ich selbst!
Ich konnte es meinen Freunden nicht verdenken, dass sie mich komisch ansahen, als ich an diesem Morgen lächelnd zu ihnen trat. Gott, wie lange hatte ich denn schon nicht mehr gelacht? Seitdem Noah tot war. Das waren zwei Jahre.
"Was ist denn mit dir los?", fragte Sara, meine beste Freundin, skeptisch und auch die anderen, schienen dem ganzen noch nicht zu trauen.
Doch meine Laune ließ sich dadurch nicht trüben- im Gegenteil. Mein Grinsen wurde breiter, ich konnte kaum stillstehen. Alles in mir war angespannt und kribbelte. Ich fühlte mich, als würden tausende Ameisen durch meinen Körper laufen und, als würde mich irgendwas in eine mir unbestimmte Richtung ziehen. Weg von der Schule, in den Wald hinein. Es war nicht der brennende Wunsch in meiner Wolfsgestalt laufen zu gehen, den Wind in meinem Fell zu fühlen, mich endlich wieder frei zu fühlen. Nein, es war irgendwas anderes, etwas, was ich nicht so ganz greifen konnte, was aber dennoch zum greifen nahe war.
In mir brannte der Wunsch, meinen Freunden von Cara zu erzählen. Davon, dass sie endlich wieder zurück war, aber nicht jetzt, nicht hier. Später.
***
"Ihr werdet es nicht glauben- Cara ist wieder da!", rief ich erfreut aus, darauf bedacht, dass mich sonst niemand hörte. Aber hier draußen war außer uns kaum jemand und wenn, dann waren dies Menschen, die uns sowieso nicht verstehen konnten.
Es war Mittagspause und wir hatten uns mit unserem Lunch auf eine Wiese in einem Park gesetzt, welcher direkt neben unserer Schulen war. Die Sonne schien wärmend vom Himmel und dieser war strahlend blau. Kein Wölkchen trübte den Anblick.
"Was? Das glaube ich nicht, wie kann das sein?", fragte Sam, ein Junge unserer Clique und Mitglied unseren Rudels. Der Unglaube stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben, genauso, wie allen anderen auch.
Ich zuckte mit den Schultern. Ich wusste es ja auch nicht. Sie war immer noch nicht erreichbar für mich, fast war es so, als hätte ich sie mir nur eingebildet, doch ich spürte, dass ein Teil der Leere in meinem Inneren, dass ihr Platz, wieder gefüllt war. Außerdem fühlte ich eine mir unbekannte Macht durch meine Adern strömen, die jeden Tag stärker zu werden schien.
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forever mate *pausiert*
WerewolfSeit dem Tod ihres Mates hat Mercy den Glauben in das Gute verloren und sich von anderen ihrer Art abgekapselt. Doch was ist, wenn plötzlich ein Typ in ihr Leben tritt der behauptet, sie sei seine Mate? Ist es möglich, dass Mercy einen zweiten Seele...
