Kapitel 4

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Gelangweilt drehe ich mich in meinem Bürostuhl und schmeiße Papierkugeln in den Mülleimer. Neben dem Mülleimer liegen schon einige Papierkugeln, die es nicht hinein geschafft haben. Ich drehe mich noch einmal und werfe wieder eine Kugel, als mich eine am Kopf trifft.

Empört hebe ich meinen Kopf hoch und sehe eine grinsende Ella hinter mir aus dem Personalraum gehen. Eine andere Kugel in der linken Hand hoch und runter werfend. Eine glasklare Drohung, das versteht sich.

„Hast du es schon gehört?", fragt sie mich und ignoriert gekonnt meine Grimasse. Gelangweilt schmeißt sie sich in den Bürostuhl neben mir der kurz ein Knacken von sich gibt. Kurz zögernd setzt sie sich wieder auf und schaut mich schmunzelnd an.

„Das klang nicht gut.", gebe ich zu bedenken und beäuge ihren Stuhl. Lachend wirft sie mir die andere Papierkugel an den Kopf. Mit meinen Reflexen fange ich die abprallende Kugel ab und werfe ihr die Kugel ebenfalls an den Kopf. Die Kugel prallt stumpf an ihrem Kopf ab und fällt dann in den Mülleimer. Blitzschnell schauen wir uns an.

„Ohhhhh, hast du das gesehen? Ich bin ja der Hammer!", rufe ich überschwänglich aus.

„Wow das war ja schon ein Trickshot. Jetzt nochmal aber mit einem Hindernis mehr.", schlägt sie lachend vor und dreht sich einmal in ihrem Stuhl. Das hätte ich nach dem Knacken wirklich nicht gemacht.

„Du wolltest mir was erzählen.", frage ich erwartungsvoll nach.

„Ach ja genau und zwar geht es um ein-", sie wird von einer Stimme hinter uns unterbrochen.

„Hallo, Entschuldigung ich wollte echt nicht stören. Ich müsste nur schnell diese Bücher wieder zurückgeben." Vor uns steht ein Mädchen in unserem Alter mit einem großen Stapel Bücher auf den Armen.

„Aber klar! Du kannst die Bücher gerne auf dem Tresen ablegen.", sage ich und springe schnell auf um ihr zu helfen. Nach und nach ziehe ich die Bücher über den Scanner und lasse sie ihre Karte abscannen.

„Das eine Buch hat noch eine Ausleihzeit von 10 Tagen. Du kannst es gerne noch mitnehmen und dann wiederkommen.", informiere ich sie.

„Oh das ist gut. Ich war mir nicht mehr ganz sicher bis wann die Zeit ging. Dann nehme ich es noch mal mit." Nickend schiebe ich ihr das Buch zu und lösche den Eintrag von dem Buch.

„Dann kannst du deine Karte gerne nehmen. Den Rest erledige ich dann."

Mit einem „Ok Dankeschön.", verabschiedet sie sich und ich wende mich wieder Ella zu. Nebenbei schließe ich noch das Formular ab und setze unten rechts den Haken für entgegengenommen.

„Alsooo?", fragend sehe ich sie an, doch sie guckt alles andere als begeistert. Verwundert drehe ich mich um und sehe einen Jungen. Was ist an dem so schlimm?

„Erinnert du dich an den Typen, der vor ein paar Tagen in meiner Schicht richtige Probleme gemacht hat?", flüstert Ella leise und tritt neben mich. Gleichzeitig baut sie sich ein wenig auf und richtet ihren Rücken auf.

„Lass mich raten, der da ist das.", benenne ich das offensichtliche.

„Ja, richtig geraten. Den müssen wir im Auge behalten." Was sollen wir beide groß gegen diesen Riesen ausrichten.

„Alsoooo?", frage ich schon wieder und halte kurz inne.

„Ich habe ganz fest mit einer Unterbrechung gerechnet.", gibt Ella zu.

Lachend antworte ich ihr das gleiche und mache eine fortführende Geste.

„Also auf jeden Fall habe ich gehört, dass es einen Neuen auf unserem Jahrgang geben soll. Bis jetzt hat ihn noch keiner gesehen, geschweige weiß jemand wie er aussieht." Höchst interessante Neuigkeiten die sie mir da erzählt. Letztendlich ist es auch nur ein Mensch, der in die Schule gehen muss. Außerdem denke ich, dass wir ihn noch früh genug kennenlernen werden also meiner Meinung nach. Für Ella kann sowas nie früh genug sein.

ELEVEN TASKS TO DO Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt