H E P H A I S T O S (Percy Jackson)

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New York City 1991
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Wenn MJ viel zu tun hatte, biss sie sich immer auf ihre Unterlippe

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Wenn MJ viel zu tun hatte, biss sie sich immer auf ihre Unterlippe. Schon lange hatte sie aufgehört Lippenstift zu tragen. Dennoch ballerte sie sich immernoch mit Schminke zu. Sie sah es als Kunst und als eine Möglichkeit sich unbeschwert auf sich selbst zu konzentrieren, ohne dass sie sich selbst egoistisch vorkam.
Denn das hasste sie an sich selbst am meisten.
Heute Abend trug sie grünen Lidschatten und einen mit Spiralen verzierten Eyeliner.
Und heute hatte sie sich besonders lang in ihrem Ganzkörperspiegel betrachtet. Sie hatte sich ihre Haare geglättet, mit einem halb kaputten Glätteisen, und sich dabei eine Brandwunde zugezogen.
Wütend auf sich selbst, hatte sie ihre unfertigen Haare wieder zerzaust und sie danach gelockt.
Passend zum Lidschatten, hatte sie ihre Wimpern zum Schluss getuscht und ein Oversice-T-Shirt übergezogen.
Eine blaue Hotpan, völlig überzeugt von sich selbst, kombiniert mit einer schwarzen Strumpfhose. Immerhin war es grade erst Frühling. Und auch noch Abends!
Die schwarze Frau hatte sich an dem Morgen auf einen ruhigen Geburtstag gefreut, aber der war leider komplett anders gelaufen.
Ihr Boss hatte sie für die ganze Woche in den Dienstplan eingetragen. Natürlich auch HEUTE!
Aber das war nicht das Stressige!
Sie hetzte von der Theke zu den Tischen und danach wieder zurück. Ihr Kopf arbeitete auf Hochtouren.
Eine Minze-Cola dorthin und gefühlte 20 Bier ans andere Ende des Raumes.
Und schon wieder verfluchte sie ihren Job in einer Bar in New York...
Das hatte MJ in der Woche schon ca. 500 mal getan und trotzdem gefiel es ihr hier einfach zu gut. Und ihre Kollegin erst, mit der sie alle zwei Stunden den Platz tauschte.
Jenna schwitze wie ein Hund, weswegen sie die Schwarzhaarige schon wieder zurück winkte.
Die blonde Schönheit mit der Sonnenbrille in den Haaren, verschwand geschwind auf dem Angestelltenklo und atmete schon durch, als die Tür noch nicht mal zu war.
Die letzte Bestellung war dennoch abgearbeitet, deshalb begann MJ ein neues ungezwungenes Gespräch mit einem munteren alten Herren, bis jemand von den Fenstertischen sie herüber zu schnipsen versuchte.
Genervt blies sie eine Locke aus ihrer Stirn.
Ihre Haare gingen ihr bis zum Bauch und waren gerade wie eine Decke. Also nervte es sie nochmal mehr, als die wiederspenstige Locke zurück vor die Augen fiel.
Mit einem aufgesetztem Lächeln trat sie um den Tresen und zog sogleich den hellblauen Bestellblock hervor. "Was kann ich euch denn noch bringen?", freundlich sah MJ in die Runde von muskelbepackten Deppen. Da hörte sie sich lieber einen Vortrag eines Studenten über Lineargleichungen an. Wenn auch widerwillig nahm die junge Barkellnerin ihre Bestellungen entgegen und ging gekonnt einem Grabscher aus dem Weg.

Wieder hinter der Bar, goss sie in ein kleines Gläschen eine rote Flüssigkeit. Die meisten Leute wurden inzwischen von anderen ausgetauscht und ihr Trinkgeld schoss in die Höhe.
Jenna war endlich zurück und widmete sich den Bestellungen. MJ war der Meinung, dass sie dass sowieso besser konnte. Im Gegensatz zu der Dunkelhaarigen liebte sie es mit den Idioten am Fenster zu flirten.
Eine riskante Sache, wie MJ fand.
Natürlich berichtete sie Jenna von ihren Befürchtungen, aber bekam nichts als ein Tätscheln ihrer Schulter zurück.
Sie mixte am heutigen Abend, es wurde etwas voller, bestimmt 100 Drinks und unzählige Biere. Ihre Beine taten zwar nicht weh, aber ihre Lippe blutete, vom drauf herumkauen, inzwischen.
Mit einem Taschentuch aus ihrer hinteren rechten Hosentasche tupfte sie kurz drüber.

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