Einige Sekunden herrscht toten Stille bis ich das Wort ergreife.
,,Wusstest du davon?"
Frage ich diesmal mit ruhiger, aber immer noch ernster Stimme.
Meine Augen fokussieren sein Gesicht und ich versuche nach jeglichen Anzeichen ausschau zuhalten, was sich in seinem Inneren widerspiegelt. Vergeblich. Seine Miene bleibt regungslos.
Schweigen sagt mehr als tausend Worte.
Frustriert bebt mein Körper von einem ironischen und schmerzhaften lachen.
,,Ich glaub es nicht...Ich lebe mit einem Haufen kriminellen unter einer Decke und wir, meine Geschwister und ich hatten keine Ahnung. Während wir da oben ein reiches leben führen, befinden sich unter uns Menschen die, die größten Qualen erleiden müssen."
,,Allison..." setzt Alejandro zum Reden an.
,,Nein." entsetzt schüttel ich meinen Kopf.
,,Ich dachte wirklich er hätte sich geändert und wir können in ein paar Jahren wieder eine glückliche Familie werden... Aber meine Familie ist an Thanksgiving gestorben."
Als ich meine Familie erwähne, huscht ein dunkler Schatten über Alejandro's Gesicht, jedoch bilde ich mir nichts drauf ein.
Tränen steigen mir in die Augen und ich lasse meinen Kopf erschöpft nach unten sinken.
,,Jetzt kann ich verstehen wieso Mom ihn verlassen hat..."
Wieder eine kurze Stille.
,,Er hat es nur getan um euch zu schützen." sagt Alejandro mit fester Stimme.
Meine Augen treffen auf seine.
,,Um uns zu schützen?"
Ich schnaube.
,,Das ich nicht lache. Vor wem? Der einzige vor dem wir beschützt werden sollten ist er selbst."
,,Ich weiß Allison du versteht das jetzt alles nicht..."
,,Du weißt garnichts." unterbreche ich ihn.
,,Lass mich bitte aussprechen." bittet er ruhig.
Auf seiner bitte hin verstumme ich.
Er nimmt einen langen Atemzug und fährt fort.
,,Er tat dies um euch von dieser ganzen scheiße fern zuhalten. Er wollte euch einfach nicht da mit reinziehen."
Ehrlich blickt er mich an.
,,Wieso hat er uns dann nicht einfach in New York gelassen?" flüstere ich leise und blicke ihn kurz mit einem schmerzeerfüllten Gesichtsausdruck an, ehe ich meinen Blick wieder auf meine Hände, die auf meinen Oberschenkeln gelagert sind, senke.
,,Er kann euch dort zwar vor sich selbst beschützen, aber nicht vor anderen. Ihr seid alles was ihm noch geblieben ist. Diego will euch nicht auch noch verlieren."
,,Welche anderen?" Frage ich mit zusammen gezogen Augenbrauen.
Was meint er? Alejandro spricht in Rätseln, die ich nicht entziffern kann.
,,Jemand hat es auf euch abgesehen."
Erneut huscht ein dunkler Schatten auf sein Gesicht. Was ist mit ihm los?
Er deutet auf die Sache in New York hin.
,,Ihr solltet auch Teil seines Opfer sein."
Erst jetzt wird mir das so richtig bewusst und mein Herz beginnt stark zu Klopfen.
Panisch wandern meine Augen im Auto hin und her.
,,Hey Allison, beruhig dich. Es ist nichts passiert. Und es wird auch nichts passieren solange du unter dem Schutz deines Vaters steht."
Flehend und Ängstlich schaue ich ihn an. Mein Brustkorp hebt und senkt sich immer schneller und ich kneife meine Augen fest zu.
Mein Hals wird immer enger und ich habe das Gefühl gleich zu ersticken, weswegen ich zu röcheln beginne.
Plötzlich greift Alejandro meine Hand und drückt fest zu, um mir zu zeigen, dass er da ist.
Ich öffne meine Augen wieder und sehe in Alejandro's, die mich fest und entschlossen ansehen.
,,Ich bin hier. Es ist alles gut. Dir passiert nichts." Spricht er beruhigende Worte aus.
,,Schau dich um." Er zeigt mit seiner Hand auf sein Umfeld.
,,Wir sind ganz weit weg. In los Angeles. Atme Allison. Atme. Es gibt genug luft."
Ich versuche immer wieder nach Luft zuschnappen, aber meine Lungen befüllen sich keines Wegs.
Alles tut mir weh. Mein Kopf beginnt stark zu dröhnen und meine Sicht wird immer unklarer.
Es fühlt sich an als würde ich gleich sterben.
,,Wir machen es zusammen. Ich zähle bis drei und du Atmest ein. Und auf drei lässt du alles wieder raus. Okay?"
Hektisch schüttel ich meinen Kopf.
,,Du schaffst das." Ermutigt er mich.
,,Eins..." Ich beginne seine Anweisung in die Tat umzuwandeln und setze hüstelnt zu einem langem Atemzug an.
,,Zwei..." Meine Lungen füllen sich immer mehr mit Luft, bis ich daran zu ersticken drohe.
,,Drei..." und schließlich lasse ich alle Luft aus mir herraus pusten.
Wir machen es erneut.
Immer und immer wieder.
Bei jedem neuen Atmenzug wird mein Kopf klarer und mein Herzschlag regulierter.
,,Ist wieder alles gut?" fragt Alejandro mich als es besser geworden ist.
,,Ja...Danke." Antworte ich immer noch aus der Puste.
Ich wüsste nicht wie das ausgegangen wäre wenn Alejandro nicht da wäre.
Er hat mich unterstützen und mir beim Atmen geholfen. Diese Tatsache lässt mein Herz warm werden.
Wie kann jemand wie er gleichzeitig liebevoll und auch kriminell sein?
Ich schaue ihn ernst an.
,,Wirklich Alejandro, Danke. Du hast mir sehr geholfen."
Er erwidert meine Danke mit einem Lächeln.
,,Bist du auch in den ganzen Sache involviert?" Frage ich neugierig.
Traurig lächelt er mich an.
,,Ja...Leider schon. Bist du einmal in der Sache mit einwickelt, kommst du da nicht wieder so schnell raus."
,,Hm." gebe ich nur als Antwort von mir.
,,Aber du musst wissen, dass was wir tuhem ist nicht direkt schlecht. Wir bekämpfen nur das Böse mit Bösem."
Fraglich schaue ich ihn an.
Was meinst er damit?
,,Es ist nicht böse? Und was ist mit dem Mann in der Zelle?"
,,Wie gesagt wir bekämpfen böse mit böse. Jeder der da unten hockt sitzt aus einem ganz bestimmten Grund da." Beantwortet Alejandro meine Fragen.
Ich frag mich was die Menschen dort angestellt haben oder wieso sie nicht einfach die polizei einschalten.
Mein Blick wandert nach draußen, wo die Sonne hinter den Bäumen langsam aufgeht. Immer wieder scheucht der Wind durch die Bäume und nimmt die bunten Blätter mit sich mit.
Was heißt das? Sie haben also kriminelle da unten sitzen. Aber macht dies sie nicht selber zu kriminellen? Wovon profitieren sie, wenn sie die Menschem dort einsperren?
Ich versuche irgendwelche Schlüsse daraus zuziehen, doch ich finde nichts.
Keine Antworten. Nur Fragezeichen.
Alejandro's Stimme zieht mich aus meinen Gedanken, mit immer wieder neu aufkommenden Fragen hinaus und bringt mich zurück in die Realität.
,,Versuch dir nicht deinen Kopf zu sehr darüber zu zerbrechen. Dein Vater wird es dir noch erklären."
Mein Vater...
Ich weiß nicht ob ich jetzt dazu im stande bin ihm gegenüber zustehen.
,,Kann ich mich erstmal erholen? Ich bin noch nicht bereit dazu ihm gegenüber zutretten. Ich möchte erstmal genug Zeit für mich haben um meine Gedanken zu sortieren und die letzten Stunden oder auch Tage verarbeiten." Erkläre ich ruhig und müde.
,,Nartürlich." Antwortet Alejandro liebevoll.
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Broken hearts beginn to love
RomansaAllison lebt mit ihrer Mutter ,kleinen Schwester und großen Bruder in New York und genießt einfach ihr Leben. Doch von jetzt auf gleich kann sich einfach alles ändern. Das merkt sie als sie von einen gemütlichen Uni-Tag mit ihren Freunden, nach Ha...
