Valdris-Ein Königreich aus Gold

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Die erste Woche an der Silver Stone Akademie war wie im Flug vergangen.

Und Enya? War einfach nur fertig.

Jeden Morgen schleppte sie sich müde aus dem Bett, nur um von einer anstrengenden Unterrichtsstunde zur nächsten zu hetzen.

Magieunterricht war eine Katastrophe.

Während Evan scheinbar mühelos seine Fähigkeiten kontrollieren konnte, kämpfte Enya mit den einfachsten Übungen. Egal, ob es um elementare Drachenmagie, mentale Kontrolle oder Kraftlenkung ging – sie scheiterte.

Im Kampftraining wurde sie von den Nasenjas und Shaedem regelmäßig auf den Boden geschickt, und in der Sportstunde konnte sie kaum mit den anderen mithalten.

Einzig und allein ihre neuen Freunde hielten sie aufrecht.

„Ich bin echt die schlechteste Alpha, die es je gab", murmelte sie erschöpft, als sie sich am Freitagabend in der Mensa neben Lexie auf die Bank fallen ließ.

Lexie schnaubte. „Ach was. Es ist doch erst die erste Woche. Das wird schon."

„Oder auch nicht", murrte Enya und ließ ihren Kopf auf den Tisch sinken.

Jojo grinste. „Immerhin bist du noch am Leben."

„Knapp."

Dan lehnte sich vor. „Komm schon, jeder hat einen schwierigen Start. Ich meine, du bist eine Alpha – natürlich ist es härter für dich."

„Ja, weil ich in allem furchtbar bin."

„Unsinn", meinte Vio und stieß sie leicht mit der Schulter an. „Du bist nur langsamer. Aber ich wette, wenn es bei dir klickt, dann richtig."

„Ich hoffe es", murmelte Enya.

Tete grinste leicht. „Und wenn nicht, dann haben wir immer noch einen Plan B."

Sie hob die Augenbrauen. „Welchen Plan B?"

„Wir schmeißen Evan ins nächstbeste Wasserbecken und schauen, ob er immer noch so selbstgefällig guckt."

Für einen Moment war es still. Dann begann Enya und die anderen zu lachen.

Ja – wenigstens hatte sie einen Plan B.

Das Abendessen in der Mensa war wie immer laut und voller Stimmengewirr. Doch diesmal gab es ein bestimmtes Gesprächsthema, das überall an den Tischen aufkam: das bevorstehende Wochenende.

„Endlich ein paar Tage zu Hause", seufzte Jojo zufrieden und streckte sich. „Ich schwöre, wenn ich noch eine Liegestütze machen muss, falle ich einfach tot um."

Liam grinste. „Drayton würde dich trotzdem noch anschreien."

„Vermutlich."

Vio schüttelte den Kopf. „Ich freu mich einfach auf mein eigenes Bett. Und darauf, dass ich nicht bei jeder Mahlzeit von fünfzig Leuten umgeben bin."

Tete nickte. „Ja... und echtes Essen wäre auch mal wieder was."

Enya hörte ihnen zu, ohne etwas zu sagen. Sie hatte gar nicht darüber nachgedacht, dass alle nach Hause fahren würden.

Alle... außer ihr.

Ihr Zuhause existierte nicht mehr. Es gab keinen Ort, an den sie zurückkehren konnte. Keine Familie, nichts.

Und jetzt wusste sie nicht, was sie tun sollte.

Lexie schien es zu bemerken. „Was ist mit dir, Enya? Wo wirst du das Wochenende verbringen?"

Enya spielte mit ihrer Gabel. „Ich... keine Ahnung. Ich hab nichts geplant."

Einen Moment war es still am Tisch.

Dragons Ich bin andersWo Geschichten leben. Entdecke jetzt