Der schrille Ton des Weckers riss Enya aus ihrem tiefen Schlaf. Sie blinzelte und starrte auf die Uhr, die noch zu früh anzeigte. Ihr Kopf fühlte sich schwer an, sie hatte tief und traumlos geschlafen. Ein müdes Grummeln entglitt ihren Lippen, und sie schaltete den Wecker aus.
„Ich hasse Morgens", murmelte sie und schlug die Decke zurück, um sich aus dem Bett zu quälen. Ihr Körper fühlte sich an wie Blei, doch sie wusste, dass sie keine Zeit verlieren durfte. Es war ihr erster richtiger Tag in der Schule, und sie wollte nichts verpassen.
Langsam ging sie ins Badezimmer, wusch sich das Gesicht und versuchte, ihre verschwommene Sicht und das anhaltende Schlafgefühl zu vertreiben. Nach einigen Minuten war sie endlich fertig – Haare zurückgebunden, Schuluniform an, und ein Hauch von frischem Deo, um das Gefühl der Müdigkeit zu vertreiben.
Als sie zurück ins Zimmer kam, wartete Lexie bereits, ebenfalls schulfertig. „Guten Morgen! Bereit für den ersten richtigen Tag?" Lexies Stimme klang fröhlich, was Enya nur noch mehr das Gefühl gab, dass sie definitiv nicht in Stimmung war.
„Ich bin eher bereit mich wieder zu Bett zu legen.", antwortete Enya mit einem Gähnen und griff nach ihrer Tasche.
Zusammen verließen sie das Zimmer und machten sich auf den Weg zur Mensa. Es war der gewohnte Trubel – Schüler unterhielten sich, lachten, und das Rauschen der Gespräche füllte die Luft. Der Geruch von frischem Brot, Eiern und Kaffee stieg ihnen in die Nase. Ihr Magen grummelte und sie freute sich auf ein ausgiebiges Frühstück.
„Ich hab gehört, heute gibt's eine besondere Ansprache vom Direktor", sagte Lexie, während sie sich ein Tablett nahm, es mit Eiern, Müsli und Kaffee belud und sich an einen Tisch setzten.
Enya nickte und sah sich um. Die Mensa war riesig, mit hohen Decken und langen Tischen, die über den Raum verteilt waren. Sie suchte nach einem Platz für sich und Lexie und entdeckte schließlich eine freie Stelle in der Nähe der Bühne. Am Tisch saßen auch schon Vio und Jojo. Es war kaum zu übersehen, dass der Direktor nach dem Frühstück eine wichtige Ansprache halten würde.
„Also, was genau passiert heute?", fragte Enya neugierig.
„Wir werden herausfinden, welche Drachenarten wir sind", sagte Vio, während sie sich hinsetzte. „Für uns 11. Klässler ist das heute ein großer Tag."
Enya war überrascht und fühlte sich zugleich aufgeregt und unsicher. Sie hatte sich nicht bewusst darauf vorbereitet, ihre Drachenart herauszufinden – sie hatte eher gehofft, dass das Ganze irgendwann von selbst klar werden würde.
„Ich hab gehört, dass es bei einigen richtig spektakulär wird", fügte Jojo hinzu und nahm einen Bissen von ihrem Croissant.
Enya nickte, ihr Magen kribbelte bei der Vorstellung. Was, wenn sie nichts spürte? Was, wenn sie kein Drachenwandler war?
Bevor sie weiter nachdenken konnte, trat Direktor Embervale plötzlich auf die Bühne am Rand der Mensa. Sofort verstummte der Raum, und alle Augen richteten sich auf ihn.
„Guten Morgen, liebe Schülerinnen und Schüler", begann er mit einer tiefen, durchdringenden Stimme. „Ich begrüße euch alle, besonders die neuen Schüler der elften Jahrgangsstufe. Ihr seid hier, weil ihr etwas Besonderes seid. Ihr seid Drachenwandler, eine Ehre, die nur wenigen zuteil wird."
Lautes Gegröle und Erplaus waren zu hören. Zunehmend von den älteren Schülern.
Enya hörte aufmerksam zu, ihre Nervosität wuchs.
„Heute, nach dem Frühstück, werdet ihr die Gelegenheit haben, eure wahre Drachenart zu entdecken. Ich weiß, dass viele von euch ungeduldig sind, und ich versichere euch, dass dieser Moment eine der aufregendsten Erfahrungen in eurem Leben sein wird."
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Dragons Ich bin anders
FantasiaJeder trägt ein Geheimnis in sich. Manche sind harmlos. Andere verändern dein ganzes Leben. Enya Valtara dachte immer, sie sei ein normales Mädchen - bis zu dem Tag, an dem sie nach Silver Stone gebracht wurde. Eine Schule voller Fremder, ein Ort, a...
