Dunkelheit war das erste was ihr auffiel.
Außerdem war da ein dumpfes, bohrendes Pochen in ihrem Kopf, als hätte jemand einen glühenden Dolch direkt in ihre Schläfe gestoßen. Ihre Muskeln schmerzten, ihr Körper fühlte sich schwer und steif an, als hätte sie Stunden – vielleicht Tage – reglos verbracht.
Enya blinzelte.
Nur ein schwaches, fahles Licht drang durch die Ritzen einer einzigen Tür in den Raum. Keine Fenster. Keine Möbel. Nur kalter, harter Stein unter ihr. Um sie herum.
Und Ketten.
Ihr Atem stockte, als sie es bemerkte. Ihre Handgelenke waren in schwere Eisenfesseln gelegt, die mit einer dicken Kette an der Wand befestigt waren. Auch ihre Knöchel spürten den Druck von Metall.
Gefangen.
Die Erkenntnis brannte sich durch den Schleier in ihrem Kopf.
Sie wollte sich aufrichten, doch ihre Arme zitterten, als sie das Gewicht der Fesseln stemmte. Ihr Hals war trocken, ihr Herz hämmerte in ihrer Brust. Aber sie durfte keine Schwäche zeigen, obbwohl sie innerlich vor Angst zitterte.
Ihr Blick wanderte durch den Raum. Die Wände bestanden aus dunklem Stein, feucht von der Kälte. Rau, als wäre der Raum gerade erst aus dem Stein gehauen worden. Der Boden war uneben, kaum ein Fleck der gerade war. Es gab nichts außer der Tür.
Wer hatte sie hierhergebracht? Und warum?
Sie zwang sich, ruhig zu atmen. Panik half ihr nicht. Sie musste nachdenken. Sich erinnern. Sie musste sich zwingen gegen den Schatten in ihrem Kopf zu kämpfen.
Der Turm.
Die Schatten.
Die Kälte, die sich um sie gelegt hatte, wie eine zweite Haut.
Dann—
Ihre Gedanken wurden jäh unterbrochen, als sie ein Geräusch hörte.
Leise Schritte.
Sie hob ruckartig den Kopf. Allein diese Bewegung verursachte enorme Schmerzen bei ihr.
Die Tür öffnete sich mit einem langsamen, quälenden Knarren. Enya kniff ihre Augen zusammen um diese vor dem plötzlichen Licht zu schützen.
Zwei Gestalten traten ein.
Sie waren groß, gehüllt in lange, dunkle Roben, deren Kapuzen ihre Gesichter verbargen. Doch das war nicht das Beunruhigendste an ihnen.
Es war die Art, wie sich die Schatten um sie herum bewegten.
Als wären sie nicht nur in Dunkelheit gehüllt, sondern Teil davon. Die Schatten bewegten sich, hingen an den Gestalten.
Einer von ihnen trat näher. Die Luft um ihn herum schien zu flackern, als würde er das Licht verschlucken.
„Endlich wach."
Seine Stimme war tief, aber nicht rau – geschmeidig, fast freundlich. Ein seltsamer Kontrast zu seiner dunklen Präsenz.
Enya sagte nichts.
Der Mann – oder was auch immer er war – neigte leicht den Kopf, als würde er sie mustern. Dann sprach er weiter.
„Wir wissen wer du bist.... Enya Valtara."
Ein kaltes Ziehen legte sich um ihren Magen.
Sie presste die Lippen aufeinander, gab sich keine Blöße. Ihre Körper zitterte. Vor Anstrengung und Angst.
„Dann wisst ihr auch, dass ich euch nichts zu sagen habe."
Enya versuchte gegenüber den Gestalten keine Blöße zu zeigen. Sie wusste wenn sie es tat, würden die es nur genießen.
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Dragons Ich bin anders
FantasyJeder trägt ein Geheimnis in sich. Manche sind harmlos. Andere verändern dein ganzes Leben. Enya Valtara dachte immer, sie sei ein normales Mädchen - bis zu dem Tag, an dem sie nach Silver Stone gebracht wurde. Eine Schule voller Fremder, ein Ort, a...
