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Taehyung POV

„I-ich komme", antwortete ich Jay.

„Ach du bist also Taehyung?" hörte ich hinter meinem Chef jemanden sagen.
„Hey, freut mich dich kennenzulernen. Ich bin Dongpyo. Ich arbeite auch hier."
Mein Gegenüber reichte mir die Hand und lächelte mich freundlich an.

Ich reichte meine Hand und lächelte ihn an. Die meisten meiner Kollegen hatte ich gar nicht kennengelernt.

Als ich eingestellt wurde, hatte ich nur mit Jay gesprochen und dann waren noch einige da, die meinen Tanz beurteilt hatten. Doch das lief alles professionell und wurde recht privat gehalten.

„Man bist du heiß. Jetzt verstehe ich, warum du die ganze Zeit ausgebucht bist. Wäre ich kein Bottom würde ich dich sowas von vernaschen wollen. Da du jedoch Bottom bist, würde sich sowieso nichts daraus ergeben. Hach ja~ schon schade. Aber was soll's", zuckte er leicht enttäuscht mit den Schultern.

„I-Ich bin kein Bottom!" entgegengehe ich.
„Haha ja ist klar", lachte Dongpyo.
So eine Frechheit!

„Chef ich brauche den Raum noch etwas länge", wandte sich Dongpyo an Jay.
„Das hab ich mir schon gedacht, als ich gesehen habe, wer dich gebucht hat", antwortete Jay und warf aber dann einen Blick auf mich, den ich nicht zuordnen konnte.
„Ist ja nichts Neues bei euch... Wenn ich jetzt auch so überlege, erklärt sich auch, warum-"

„Chef!" rief nun ein anderer nach Jay und unterbrach ihn.
„Der Gast wartet schon die ganze Zeit auf Taehyung. Ah da bist du ja. Was machst du noch hier? Los, du musst sofort zum Kunden. Der Raum ist nämlich für jemand anderen direkt danach besetzt."

Ich wurde sanft am Handgelenk gepackt und zum Raum geführt, wo ich nun arbeiten musste. Somit wurde ich in die Realität zurückgeholt, in der ich mich gerade befand.

Vor der Tür angekommen hielt ich noch kurz inne und holte tief Luft. Anschließend ging schreien und hatte ein Déjà-vu.

Es war genau der Mann, der mich bei meinem ersten Auftrag gebucht hatte.

Wie nannte ihn Katzenfresse an an jenem Abend? Keeho glaube ich.
Ja das müsste er sein.

Ich schaute mich kurz im Raum um und bemerkte, dass Keeho alleine war. Er hatte mich tatsächlich für sich gebucht. Nur für sich.

„Endlich sehen wir uns wieder, Kleiner. Ich habe so lange darauf gewartet, dass du wieder zur Verfügung stehst."

Keeho grinste mich an. „Komm her."

Zögernd und sehr nachdenklich machte ich die Tür von innen zu.

Nun gab es kein Zurück mehr.

Ich begab mich zur Musikanlage und wollte einfach nur das tun, wofür er mich gebucht hatte.

Ich fing an, zu tanzen. Mein Kunde hatte mir immer wieder Komplimente gemacht, wie gut ich mich bewegte.

Von Sekunde zu Sekunde wurde mir klar, dass dann schließlich die Zeit war, sich langsam auszuziehen. Das, wofür ich eigentlich bezahlt wurde.

Er zog mich praktisch schon mit seinen Blicken aus. Er konnte es kaum erwarten, mich freizügiger, geschweige denn komplett nackt zu sehen.

Er wäre der erste Mann, der mich so sehen würde.

Fuck, warum wurde ich nun so nervös?
Bring es einfach hinter dich Taehyung!

„Oh Baby", sagte er schließlich, als ich seine Hände sanft packte und langsam an meinen Oberkörper führte.

Dies gehörte auch zu meiner Arbeit. Aber ich war dankbar, dass es die goldene Regel gab, dass man erst angefasst werden durfte, wenn die Tänzer es so wollten. Die Kunden mussten warten, dass die Tänzer den ersten Schritt machten. So hatte ich wenigstens Zeit mich an diese Situation zu gewöhnen.

Bisher waren nur die Knöpfe meines Hemdes auf. Ich ließ seine Hände los und legte sie auf seinen Schoß zurück. Ich ging einen Schritt zurück und schaute ihn mit einem verführerischen Blick an.

Ich bemerkte, wie meine Hände zittern, als ich diese auf den ersten Knopf des Hemdes legte.

„Hey Kleiner", sprach er mich an. „Ich merke, wie nervös du bist. Es gibt nichts, worüber du dir Sorgen machen musst. Im Gegenteil. Ich würde so gerne dein Vertrauen gewinnen und dir sogar näher kommen. Du gefällst mir. Du gefällst mir wirklich sehr."

Ich schluckte und merkte, wie mir automatisch dann doch die Röte ins Gesicht stieg. Diesmal nicht vor Scham, sondern vor Verlegenheit. Ich war solche Komplimente nicht gewöhnt.

„Was hältst du davon? Ich buche diesen Raum länger. Falls es einen Kunden gibt, der diesen Raum danach beansprucht hat, werde ich dafür sorgen, dass dein Chef demjenigen einen anderen Raum zur Verfügung stellt. Lass uns noch mehr Zeit verbringen. Ich zeige dir dann, wie schön es sein kann, wenn wir weitergehen."

„W-Weitergehen?" sah ich ihn fragend an.

„Ja, weitergehen. Ich rede nicht nur vom Tanzen. Ich will dich. Ich will dich, Taehyung. Schon, seitdem ich dich das erste Mal sah. Versteh mich nicht falsch. Ich hege keine Gefühle für dich. Aber ich finde dich sehr attraktiv. Ich kann dir zeigen, wie schön noch mehr Intimität sein kann."

Mein Puls stieg in die Höhe vor Aufregung. War das, was ich dachte?

Und dann holte er einen Bündel Geld zum Vorschein. So viel Geld hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen. Ich konnte nur jemand mit so einem Batzen Geld rumlaufen hatte er keine Angst, dass man ihn überfällt?

„Das alles gehört dir. Das muss keiner wissen. Ich weiß doch, wie die Gewinnverteilung bei euch ist. Ich habe guten Kontakt mit Jay. Ich weiß, das Meiste an diesen Club geht."

Shit. Das war wirklich eine Menge Geld.

„Taehyung, alles. Das gehört alles wirklich nur dir. Aber es gibt natürlich eine Bedingung."

Er schaute mir tief in die Augen.

„Schlaf mit mir."

Ich riss die Augen auf. Als ich heute hier angekommen bin, hatte ich nicht damit gerechnet. Ich wollte einfach nur tanzen, den Auftrag zu Ende bringen und dann wieder von dir verschwinden. Das Geld, was ich dann damit verdiente, einfach mitnehmen und wieder ganz schnell zurück in die Villa. Dass ich in die Villa ‚will' Lass dich mal so stehen. Denn im Grunde genommen war ich nicht wirklich freiwillig dort.

Schlafen.  Mit einem wildfremden Mann. Hatte nicht Katzenfresse auch gesagt, dass das erste Mal nicht wirklich wichtig war?

Ich glaub doch sowieso nicht an die Liebe. Wieso sollte ich dann noch auf den richtigen warten zumal ich ja nicht wirklich schwul war. Das glaubt ich zumindest. Aber die paarmal, die ich Hand angelegt hatte und dabei unfreiwillig an Katzenfresse dachte, ließen auch, dass mich anzweifeln.

Da sie aber natürlich nicht, dass ich Katzenfresse toll fand! Das war ja absolut nicht!

„Also Taehyung. Wie entscheidest du dich? Nimmst du mein Angebot an?"

Ich wusste es nicht. Sollte ich das Angebot wirklich annehmen? Verlockend war es ja.

Schließlich habe ich doch keine andere Wahl. Ich muss an den anderen denken. Sie verlassen sich auf mich.

Mir bleibt keine andere Wahl als das zu tun, was ich noch nie gemacht habe.
Jimin hat es auch geschafft. So schlimm ging es ihm danach nicht. Oder?

Was ist schon dabei, seinen Körper zu verkaufen?

27.10.2025

Sexual Tension - Part 3 Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt