Imperfection

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Ich lebe noch :D Wie immer: Geschichte ist meins ;)


„Da bist du ja endlich", begrüßte mich Paris.

„Ähm sorry. Hab mich wohl ein bisschen in der...Natur...verloren."

Der Blick, den ich daraufhin erhielt, ließ mich erröten.

Ich glitt auf die Rückbank des Autos, wo mich ein grinsender Seth empfing.

Warum zum Teufel saß er nicht vorne bei Paris?!

„Ah ja. Ich habe gehört du warst", er musterte mich eingehend, „Blätter sammeln."

„Ja genau. Für ein Kunstprojekt", fügte ich schnell hinzu.

„Und wo sind deine Blätter?"

Ich starrte auf meine leeren Hände. Idiot!

„Im Wald an den Bäumen. Ich fand es zu schade sie abzureißen."

„Na sicher", spöttisch musterte er mich. „Wundert mich nicht, dass du eine von diesen ‚Tree Huggern' bist."

„Geht dich nichts an und jetzt sei still, Packesel!"

Überraschender Weise hielt er dann auch tatsächlich seine Klappe, aber seine intensiven Blicke waren beinahe noch schlimmer. Als wir endlich den Supermarkt erreichten, konnte ich gar nicht schnell genug aus dem Auto kommen.

„Ich geh schon mal einen Einkaufswagen holen. Wir treffen uns vor dem Eingang", nutzte ich die Gelegenheit, um mich aus dem Staub zu machen.

Bevor ich zu ihnen zurückkehrte, atmete ich erst einmal tief durch und ordnete meine Gedanken. Es konnte doch echt nicht angehen, dass dieser Idiot mich so provozieren und aus dem Konzept bringen konnte. Und das auch noch mehr mit Blicken, als mit Worten!

Als wir den riesigen Laden betraten, stockte mir für einen Moment der Atem. Wie um Himmels Willen sollten wir denn hier die ganzen Sachen finden?

Regale – drei bis vier Meter hoch – säumten schier endlose Gänge und waren randvoll mit den verschiedensten Produkten.

„Ada? Alles ok?"

Ich zuckte zusammen, als mich jemand am Arm berührte, und sah, dass es nur Paris war.

„Ähm...klar. Alles paletti."

„Du siehst etwas schockiert aus."

Das war nicht ganz das richtige Wort. Eher eingeschüchtert. Ich fühlte mich verloren und konnte mich nicht daran erinnern, jemals in so einem großen Supermarkt gewesen zu sein. Nun ja, ehrlich gesagt hatte ich noch nie in meinem Leben einkaufen gehen müssen; früher bei meinen Eltern hatten wir Angestellte dafür gehabt und bei meinen Freunden im Park war es irgendwie nie meine Aufgabe gewesen. Dort hatte ich eher gekocht, wenn man das Erwärmen von Instantnudelsuppe so nennen durfte.

„Na komm."

„Ich geh das Bier besorgen." Grinste Seth uns an und verschwand in Richtung eines Regals mit Flaschen.

Kaum war er weg, beugte Paris sich zu mir herunter.

„Du solltest deine Haare über die Schulter nach vorne legen."

Verwirrte starrte ich sie an. Was war los?

„Deine Haare! Moment, lass mich mal machen."

Nachdem sie etwas an meinem Haar herumgezupft hatte, musterte sie mich zufrieden.

„So, fertig."

„Ähm...was genau sollte das?", fragte ich sie.

„Jetzt sieht man deinen Knutschfleck nicht mehr."

Rebel Yell (Deutsch)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt