Kapitel 52

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Er bot mir seine Schulter an zum Ausheulen und ich nahm sie dankend an.
Ich war an dem Punkt angekommen, da brauchte ich Nialls Umarmung. Es war nichts besonderes, aber es beruhigte mich etwas und brachte mich auf andere Gedanken, bis ich schließlich einschlief.

***

Wir beide wachten auf durch ein Hämmern an der Tür. Ich schrak auf, aber als ich dann eine Stimme hörte, legte ich mich missmutig wieder hin.

"Harry, verdammt! Mach die Tür auf, ich muss mit dir reden." Niall dachte gar nicht daran aufzustehen, sondern blieb stur neben mir liegen. Manchmal war er mein Seelenverwandtet, nicht Louis.

"Ich bitte dich. Öffne die Tür. Ich kann doch nichts dagegen machen. Es ist eben passiert. Da kann ich nichts ändern."

"Soll ich ihn wegschicken?" fragte Niall und ich schüttelte den Kopf. "Nee, das brauchst du nicht, der verschwindet hoffentlich gleich." "Ich höre doch deine Stimme, also lass mich rein und ich kann es dir erklären." brüllte er weiter.

"Verpiss dich!" schrie ich und Louis unterbrach sich selbst. "Harry? Bitte, ich liebe dich. Es muss sich doch nichts ändern. Briana bedeutet mir nichts und wer weiß, ob das Kind überhaupt von mir ist?"

Niall sah mich prüfend an und ich nickte schließlich. "Bevor er noch das ganze Hotel zusammen schreit. Aber du bleibst da und passt auf, dass ich ihm nicht vergebe, okay?"

Er schüttelte den Kopf. "Ich werde mich da raushalten. Ist schon peinlich genug, wenn ich dabei bleiben muss." sagte er grinsend und öffnete dann die Tür.

Louis kam mit schnellen Schritten herein und wollte schon zu mir, aber Niall hielt ihn am Arm fest. "Lass mich los. Wieso bist du überhaupt hier?"

"Niall ist hier, weil er mein bester Freund ist und immer für mich da ist." erklärte ich. "Und nur weil er dich reinlässt, heißt das nicht, dass et dir verzeiht." fügte Niall hinzu und ich nickte.

"Genau. Ich lasse dich alles erklären, was du erklären willst und wenn du dann mal fertig bist, dann hast du mir nichts mehr zu sagen und ich dir auch nicht." Das saß. Aber ich nahm jetzt keine Rücksicht mehr auf seine Gefühle, schließlich tat er das auch nicht.

"Kann ich dir das bitte unter vier Augen sagen?" fragte er mit einem Seitenblick auf Niall und ich konnte Niall ansehen, dass er nichts lieber täte, als zu verschwinden, aber ich brauchte meine seelische Unterstützung.

"Nein, er bleibt hier. So habe ich gleich einen Zeugen, wenn du mich mal wieder anlügst und verarscht." Er seufzte tief. "Ich habe dich nicht angelogen. Und ich verarsche dich auch nicht. Wie ich es dir schon gesagt habe, das mit Briana ist nur passiert, weil du gesagt hast, ich solle dich in Ruhe lassen."

"Ach, aber hast du schon mal was von Verhütung gehört? Ist ganz nützlich." spottete ich. "Ja, das habe ich. Aber ich habe einfach nicht daran gedacht in dem Augenblick. Eleanor hat immer die Pille genommen und du...kannst nicht schwanger werden. Wer kann denn wissen, dass sie nicht die Pille nimmt? Es war halt neu für mich." war seine Entschuldigung und wurde dabei leicht rot, weil ihm das vor Niall peinlich war.

"Ich hatte bei meinen One Night Stands immer verhütet aber nein, du fickst einfach mal verantwortungslos in der Gegend herum. Das liegt nicht an der Gewohnheit, sondern an der Einstellung. Und das ist dein Problem. Oder eher mein Problem. Deine Einstellung."

"Ja, super! Ich bin ein schlechter Mensch. Ich bin verantwortungslos, denke nur an mich und schaffe es immer, dass du mich hasst. Aber so bin ich, ich wünschte, es wäre anders. Trotz allem, liebe ich dich und ich hasse es, dir wehzutun."

Niall verschränkte seine Arme vir der Brust und lehnte sich gegen die Wand. Ich saß immer noch auf dem Bett und wartete ab, dass er etwas sagte, aber er schwieg.

Seine Liebeserklärung war ehrlich und brachte mich fast dazu, ihm zu vergeben, aber genaus das wollte ich vermeiden, dass er mich schon wieder so manipulierte und deswegen blieb ich kalt. Schließlich hatte er schon öfter gesagt, dass er mich liebt, aber er hat mich trotzdem immer wieder enttäuscht.

"Selbst wenn ich dir verzeihen würde, könnte es nicht gehen. Aus so vielen Gründen. Machen wir uns doch keine Hoffnungen, wenn wir es dadurch nur noch schlimmer machen. So mache ich es uns nur einfacher. Ein klarer Schnitt. Aus und vorbei für immer. Jeder kann jetzt getrennte Wege gehen und keiner ist dem anderen etwas verpflichtet."

Er blinzelte seine Tränen weg und das versetzte mir einen Stich in der Magengegend. Ich sah ihn nicht oft weinend, aber wenn, dann war es unerträglich.

"Und was ist mit dem Ring? Unserem Versprechen?" Er sah auf meine Hand. "Wo hast du ihn?" Ich schluckte meinen Kloß herunter, damit ich stärker klang, als ich im Moment war.

"Ich habe ihn auf dem Weg hierher ins Meer geworfen. Liegt jetzt auf dem Meeresgrund. Und unsere Beziehung mit ihm." log ich und Niall sah mich verständnislos an. Louis schluckte und räusperte sich.
"Es tut mir leid, Harry. Vielleicht kannst du mir irgendwann ja mal verzeihen."

Er drehte sich um und verschwand. Erst, als ich die Schritte hörte, wie er sich entfernte, rannen mir die Tränen über die Wange und Niall setzte mich wieder zu mir.

"Wieso hast du ihn angelogen? Damit hast du definitiv sein Herz gebrochen. Und zwar so richtig." Ich nickte. "Ich weiß, aber es musste sein. Diese ewige Hoffnung, dass in gefühlten hundert Jahren etwas mit uns werden könnte, hat nicht nur unsere Freundschaft und unsere Liebe, sondern auch uns selbst zerstört. Und so will ich nicht weiterleben."

Unstoppable love ~l.s ✅Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt