Kapitel 67

441 27 4
                                        

Die nächsten drei Tage waren wie erwartet extrem langweilig. Ich hatte mir einen Countdown eingerichtet, aber nach dem ersten Tag habe ich es nicht mehr ausgehalten. Irgendwie musste ich mich ablenken und ich wusste schon, wie.

Ich setzte mich an meine Gitarre - das Gitarrespielen hatte mir Niall beigebracht - und spielte ein paar Akkorde und sang nebenbei irgendwelche unnötigen Sätze, die mir gerade einfielen. Nach und nach entwickelte es sich zu einer anhörbaren Melodie, mir fehlte nur noch der Text, wozu ich allerdings nicht mehr kam.

Der Countdown lief ab und ich machte mich schleunigst auf den Weg zum Flughafen. Schnell kaufte ich noch einen Strauß weißer Rosen - das waren ihre Lieblingsblumen - und wartete dann in der Halle.

Ich musste nicht lange warten, da kam sie auch schon, erschöpft und genervt, aber als sie mich sah, lächelte sie und ich holte die Rosen hinter meinem Rücken hervor.

Sofort ließ sie ihre Koffer stehen und lief zu mir. Es war wie in einem kitschigen Romantikfilm. Fest schlang ich meine Arme um sie und küsste sie. Auch, wenn ich die die Tage ohne sie überstanden, hat es sich trotzdem wie eine Ewigkeit angefühlt und ich war überglücklich, sie endlich wieder in meinen Armen halten zu können.

"Ich sehe, du hast dich noch nicht vom zweiten Stock gestürzt, also war es doch nicht so schlimm, oder?" fragte sie mich mit einem müden grinsen. "Es ging. Ich habe es geschafft, mich abzulenken. Doch ich habe trotzdem nur die ganzeZeit an dich gedacht. Aber wie war es bei dir?"

"Ach, es war eine Katastrophe. Aber das erzähle ich dir später. Ich bin jetzt vollkommen fertig. Ich will jetzt nur noch ins Bett! Danke übrigens für die Blumen. Sie sind wunderschön." "Nicht so schön wie du."

***

Als wir zuhause ankamen, machte Jay sich tatsächlich Bettfertig und zog sich um. "Sag mal...als du vorhin gesagt hast, du willst nur noch ins Bett...meintest du damit schlafen oder....?" fragte ich, denn alles, an das ich denken konnte war, wie ich sie schnellstmöglich ausziehen kann.
Sie grinste. "Das meinte ich auch. Aber natürlich kommst du mit!" meinte sie und zog mich mit ins Schlafzimmer.

"Bist du jetzt immer noch müde?" fragte ich sie grinsend und küsste sie sanft. "Die Frage müsste lauten: Warum bin ich noch wach? Ich bin jetzt noch erschöpfter als davor."

"Du wolltest mir von Sydney erzählen. Wie war es?" fragte ich und spielte mit ihrer Hand. "Es war schlimm. Zuerst haben mich meine Eltern ausgeschimpft, weil sie es durch die Presse erfahren mussten, dass ich einen neuen Freund habe, dann wollten sie mich nicht gehen lassen und haben sich geweigert, mir mit meinen Sachen zu helfen und zu guter Letzt ist Martin vorbeigekommen."

Ich zog scharf die Luft ein. "Dein Ex-Mann Martin?" Sie nickte. "Er war total eifersüchtig und hat sich aufgeführt, als wäre er immer noch verantwortlich für mich und ich wäre zur Schlampe mutiert. Er hat anscheinend vergessen, dass wir längst geschieden sind und er mir nichts mehr zu sagen hat."

"Hast du ihm das gesagt?" Sie kicherte. "Ich habe ihm gesagt, er kann mich am Arsch lecken und er soll sich verpissen, wenn er nicht will, dass ihn ins Meer werfe." Ich lachte leise. "Und wie war es bei dir so? Auch stressig?"

"Nee, nur der erste Abend. Jeder hat mich mit Fragen bombardiert und dann hat Louis auch noch angerufen." "Was wollte er?" Ich zuckte mit den Schultern. "Er wollte mich zurück und hat sich mal wieder für alles entschuldigt. Aber ich habe ihn netter abgewiesen. Und den Rest der Tage habe ich angefangen, einen Song zu schreiben. Nur für dich."

"Den musst du mir unbedingt mal vorspielen. Aber jetzt...muss ich wirklich schlafen." sagte sie langsam und schläfrig und schloss ihre Augen. Bald schlief sie auch ein. Ich beobachte sie dabei so lange, bis meine Augen ebenfalls vor Müdigkeit zufielen.

Danke für über 1k reads und fast 200 likes ♡

Unstoppable love ~l.s ✅Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt