Kapitel 75

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Es war ein Schock, was alles im Netz herumging. Alle waren in Sorge, da alle mitbekommen haben, dass Jay ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Es gab die irrsinnigsten Gerüchte und leider stimmten ein paar davon sogar.

Irgendwann würde ich ein persönliches Statement abgeben müssen, aber noch war ich wirklich noch nicht dafür in Verfassung.

Ich war so schlau und sah mir keine alten Fotos an oder alte Nachrichten, aber ein Blick auf Twitter und Instagram reichte aus. Es war nicht zu übersehen, dass die Fans Jay liebten. Obwohl ich wusste, dass man Jay einfach lieben musste, wunderte es mich sehr, da die Fans eigentlich alle Freundinnen der Bandmitglieder hassten. Und das war ein schönes Gefühl.

Ich legte mein Handy neben mich hin und starrte wieder an die Wand. Ich brauchte die Kleine jetzt an meiner Seite, ich konnte es nicht noch länger aushalten ohne sie zu sehen. Ich musste sie endlich in meinen Armen halten, sie endlich kennen lernen.

Ich konnte es nicht abwarten, bis es so weit war, dass ich sie sehen konnte. Es war nervig, dass dieser bescheuerte Psychologe meinte, ich müsste warten, bis ich in der Lage wäre, meine Tochter zu erziehen. Was denkt er von mir? Dass ich sie vernachlässige? Oder dass ich sie misshandle?

Sie ist die einzige, die mir geblieben ist und ich würde alles aufgeben, damit es ihr gut geht. Nicht nur gut, ich will, dass es ihr an nichts fehlt.

Verdammt, hier wird man echt verrückt. Nicht einmal mein Handy kann meine Langweile und diese Unruhe vertreiben. Ich muss einfach meine Tochter sehen!

Ich stand auf und wankte zur Tür und öffnete sie leise. Ich musste es nur zur Kinderstation schaffen, ohne erwischt zu werden. Das dürfte nicht zu schwer sein, oder?

Barfuß schlich ich durch den Gang und zum Glück sah mich niemand in diesem Stockwerk, bevor ich im Aufzug ankam. Mist, da war jemand drin. Eine junge Ärztin. Hoffentlich würde sie mich nicht erkennen.

"Hi...ähm... können sie mir sagen, wo die Kinderstation ist?" fragte ich unsicher. "Ähm, ja. Die ist drei Stockwerke höher. Besuchen sie jemanden? Schwester?"

"Tochter." "Nicht wahr. Das hätte ich nie geglaubt." "Erst gestern geboren." "Ach, dann bist du der unglückliche Selbstmörder. Diese Geschichte kennt mittlerweile das halbe Kollegium. Du bist in diesem Krankenhaus schon berühmt." Ich lachte bitter. "Ja, nicht nur in dem Krankenhaus. Und...es wäre toll, wenn sie mich nicht verpfeifen, denn ich bin aus meinem Zimmer abgehauen."

Sie kicherte. "Okay. Dann werde ich mal so tun, als hätte ich nichts gesehen. Aber lass es mich nicht bereuen, ja?"

Die Aufzugtür öffnete sich und sie ging hinaus. "Bye." Ich nickte ihr lächelnd zu, dann fuhr ich ein Stockwerk weiter nach oben, wo ich weiter schlich und das Zimmer suchte, in dem die Neugeborenen liegen.

Dann kam ein Arzt auf mich zu. "Suchen sie etwas bestimmtes?" Sollte ich lügen oder ihm die Wahrheit erzählen?

"Ja, ich suche das Zimmer, in dem die neugeborenen Babys liegen...weil ich...meine Nichte sehen möchte." Nur eine halbe Lüge. War also nicht so schlimm.

"Da sind sie hier falsch. Da müssen sie in die Gynäkologie." "Aha. Und wo ist die?" "Einen Stock tiefer."

Also fuhr ich wieder herunter und traf auf die Ärztin aus dem Aufzug. "Es tut mir leid, aber mir ist erst später aufgefallen, dass sie auf der falschen Ebene suchen." Ich lächelte. "Kein Problem." "Dafür bringe ich sie hin, damit sie keiner erwischt und sie sich nicht verlaufen." "Danke, das ist sehr freundlich."

Sie brachte mich zu dem Zimmer am Ende des Flurs und nickte mir kurz zu, dann ging sie weiter und ich in diesen Raum. Es lagen mindestens 10 Babys in winzigen Bettchen und alle schliefen zum Glück, sonst wären die Ärzte vielleicht alamiert gewesen.

Ich ging eins nach dem anderen ab, bis ich an ein Bettchen ohne Namen kam. Ich sah genauer auf das Schild und las, was darauf stand.

Name: -
Geboren: 5/8/17 11:44
Eltern: Styles, Harris

Ich sah in das kleine Bett und mein Herz klopfte wie wild. Das war sie also. Meine Tochter. Ich beugte mich über das Bett und strich der Kleinen sanft über die Wange. Sie zuckte kurz, schlief dann aber weiter. Ich lächelte.

Ich streckte meine Arme aus, hob sie aus dem Bett und hielt sie so nah an meinem Körper wie möglich. "Dein Daddy wird dich jetzt hier rausholen." flüsterte ich und öffnete wieder die Tür. Ich dachte gar nicht daran, sie hier zu lassen. Sie gehörte zu mir und ich würde sie mit zu mir nehmen.

Der Weg nach unten mit dem Baby war um einiges schwerer, da ich sehr viel leichter auffiel. Aber ich habe einen schwarzen Mantel und einen kleinen Hut mitgehen lassen und so kamen wir ohne entdeckt zu werden in meinem Zimmer an.

Ich legte mich wieder ins Bett und erst als sie neben mir lag, wachte sie auf. Sie riss nur die Augen auf, gab aber keinen Ton von sich. Sie starrte mich nur an mit ihren blauen Augen und mich durchfuhr es wie ein Blitz. Sie hatte ihre Augen.

Unstoppable love ~l.s ✅Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt