Kapitel 57

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Als ich zum Tennis fuhr, telefonierte ich mit Niall, der absolut fertig mit den Nerven war. Er und Clara haben sich schon längst wieder getrennt, dafür hat er jetzt eine neue, mit der es diesmal wirklich ernst zu sein scheint. Doch so einfach ist es nicht.

"Sie ist minderjährig, Harry! Und ihre Eltern sind strikt dagegen! Was soll ich nur machen? Ich bin total verliebt und sie genauso. Soll ich etwa warten, bis sie volljährig ist?" "Wie alt ist sie denn?" "19. Sie lebt in New York." "Oh...das ist scheiße." "Du sagst es. Aber...wie geht es mit dir und den Männern? Hast du einen neuen Freund oder so?"

Ich schüttelte den Kopf, während ich mich für den Platz einschrieb. "Nichts. Absolut nichts! Seit Louis...also eigentlich seit dir hatte ich keinen Sex mehr. Das ist absolut deprimierend." Die alte Frau neben mir sah mich irritiert an und ich fragte mich gerade, ob sie ernsthaft alles mitgehört hat. Wie unhöflich!

Er lachte. "Wow. Das ist echt krass." "Ja. Aber eigentlich ist der Sex auch nicht so wichtig. Nur mir ist so langweilig. Ich bräuchte einfach jemanden an meiner Seite mit dem es aufregender wird, verstehst du? Einen Freund, besten Freund, irgendetwas in der Art. Aber alle, die ich kenne sind meilenweit weg. Du zum Beispiel."

Die Frau sah mich prüfend an und die ging mir langsam echt auf den Sack. Hatte die keine anderen Probleme, als andere Privatgespräche mitzuhören?
Der würde ich es sauber vermiesen!

"Wie gerne würde ich deine männliche Brust auf meiner spüren und dich die ganze Nacht verwöhnen, Baby!" sagte ich verführerisch durchs Handy und die Frau weitete ihre Augen und ging weg. Na endlich!

"Ähm... Alter?" Ich lachte. "Sorry, aber mir hat grade so ne Oma penetrant zugehört da musste ich mal irgendwas sagen. Die glaubt wahrscheinlich auch noch, schwul zu sein, ist ne Krankheit." Jetzt lachte er auch. "Ja, langsam glaube ich das auch, denn es werden immer mehr! Du glaubst nicht, wie oft ich letztens in Dublin von Typen angebaggert wurde! Sehe ich etwa schwul aus?" Ich lachte noch lauter. Die Vorstellung allein war der Hammer.

"Du, Niall, ich muss Schluss machen. Die starren mich schon alle an und ich will jetzt mal Tennis spielen." "Ja, klar. Also bis später." meinte er und legte auf. Ich seufzte und ging immer noch grinsend auf den Platz.

Ich spielte allein, also übte ich Aufschläge, die bei mir katastrophal waren. Ich holte aus und traf den Ball falsch, wodurch er durch die Luft eierte. Die Übung würde ich brauchen! Prüfend sah ich dem Ball hinterher, bis ich merkte, dass er direkt auf eine Frau zuflog. Scheiße.

"Achtung!" rief ich, aber sie hörte mich nicht und der Ball flog direkt auf ihren Kopf. "Shit. Oh mein Gott, es tut mir so leid!" entschuldigte ich mich, als ich auf sie zulief. "Tut es sehr weh?" Sie hielt sich lachend den Kopf.

"Nein, es geht schon wieder. Mein Kopf hat schon einiges aus." sagte sie und gab mir den Tennisball zurück. "Danke. Sorry nochmal."

Ich ging zurück zu meinem Platz und versuchte es weiter. Aber nachdem ich noch zweinmal fast wieder andere getroffen hätte, gab ich auf und ging in das kleine Bistro vom Tennisclub. Ich wartete bestimmt zehn Minuten am Tisch, bis ich kapierte, dass es Selbstbedienung war, also ging ich rein und bestellte mir eine Cola.

"Hier, deine Cola." Der Kellner gab mir die Cola, ich drehte mich um und knallte voll mit jemandem zusammen. Eine Frau. Genauer gesagt, die Frau, der ich heute den Ball auf die Stirn geschossen hatte. Den Abdruck konnte man immer noch sehen. Das würde wahrscheinlich sogar einen blauen Fleck geben.

Aber das war nicht alles, denn der Kaffee, des sie bis eben noch in der Hand gehalten hat, verteilte sich jetzt auf ihrem Sport Shirt.

"Oh, mist, es tut mir so leid. Ich ersetze natürlich das Shirt." bot ich an. "Nee, lass mal...oh warte, du hast mich davor schon mit dem Ball angeschossen." stellte sie fest.

Ich nickte. "Du bist wohl nicht sehr geschickt, oder?" Sie lachte und ich war froh, dass sie es mir nicht allzu übel nahm. "Naja, eigentlich schon. Aber ich habe auch keine Ahnung, was heute los ist. "Darf ich dich auf einen Kaffee einladen? Als Entschädigung?"

Sie sah in ihren leeren Becher und nickte dann. "Ja, das wäre nett." meinte sie und ich bestellte zwei Kaffees und anschließend setzten wir uns nach draußen an einen der Tische.

"Sag mal, kenne ich dich irgendwoher? Du kommst mir so bekannt vor." Ich musste schmunzeln. "Ja, du hast mich wahrscheinlich schon mal in der Zeitung gesehen oder so." half ich ihr auf die Sprünge. "Ach, ja. Genau. Harry. Von One Direction. Tut mir leid, aber ich habe erst einen Song von euch gehört und das auch nur, weil er im Radio lief."

"Ist okay." Ehrlich gesagt war ich froh. Es gab nicht mehr viele, mit denen man ausgehen konnte, ohne dass sie alles von mir wussten. "Und wie heißt du?" Sie lächelte.

"Janine. Aber nenn mich einfach J. Jeder nennt mich so." "J wie der Buchstabe oder Jay, also J-A-Y?" Sie runzelte die Stirn und lachte dann. "Wie der Buchstabe. Ich habe noch nie einen getroffen, der das gefragt hat."

Ich grinste. "Tja, ich bin eben speziell." "Ja, das habe ich auch schon gemerkt." lachte sie. "Darf ich deine Nummer haben?" fragte ich und sie sah mich stirnrunzelnd an. "Flirtest du etwa mit mir?"

Ich lachte leise. "Nein, absolut nicht." "Jaja, das sagen alle." "Nee, wirklich. Ich bin schwul. Ich finde dich nur sympathisch und habe die nächsten Wochen nichts zu tun." "Oh, wow. Das hätte ich nicht...aber okay. Ich habe gerade auch Ferien und es wäre schön, wenn ich etwas Abwechslung hätte."

Sie nahm die Serviette und ihren Lippenstift und schrieb ihre Nummer darauf. Ich lachte. "Du hättest deine Nummer auch einfach in meinem Handy eintippen können." "Oh, stimmt. Egal. Ich bin heute etwas verpeilt. Muss an dem Kopfweh liegen, seit mir jemand den Ball auf den Kopf geworfen hat." stichelte sie und ich grinste. "Es tut mir leid. Aber du bist halt genau da gestanden, wo mein Ball hinwollte."

Sie kicherte. "Du bist schon so ein Verrückter." meinte sie. "Aber ich muss jetzt leider los. Du kannst mich ja anrufen, dann könnten wir uns morgen sehen?" Ich nickte und sie lächelte. "Perfekt. Also bis morgen."

Unstoppable love ~l.s ✅Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt