Amy P.o.V
Warmes Wasser läuft über meinen Körper und meine Muskeln entspannen sich. Mein Kopf tut noch etwas vom Weinen weh und meine Augen sind mit Sicherheit geschwollen.
Gestern lag ich noch eine Weile im Gras, bevor ich schnell zur Hintertür hinein und in mein Zimmer -wo ich mich dann in den Schlaf geweint habe- gerannt war. Meine Mutter hatte mich gesehen. Ich weiß es. Dennoch war sie mir nicht gefolgt und hat mich in Ruhe gelassen. Dafür bin ich ihr sehr dankbar, denn ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich ihr hätte erklärem können, warum ich weine. Ich weiß es ja selbst nicht.
Immerhin kenne ich ihn nicht -zumindest kaum- und eigentlich ist er auch wie ein Fremder für mich, aber dennoch macht es mich unheimlich traurig, zu wissen, dass er mich nicht will.
So genau hat er das zwar nicht gesagt, aber das muss er auch gar nicht, man hat es in seiner Stimme gehört.
Seufzend wasche ich mich fertig, steige aus der Dusche und wickle mich in ein großes Handtuch ein. Mutig stelle ich mich vor den Spiegel und meine Erwartungen bewahrheiten sich. Meine Augen sind rot und etwas angeschwollen, wohingegen meine Haut etwas blass ist. Alles in allem sehe ich aus, als hätte ich die Grippe.
Ich öffne einen Schrank und hole mein Schminkzeug heraus. Dann mache ich mich daran alles zu überschminken, um wieder halbwegs wie ein Mensch auszusehen.
Nach einer halben Stunde Arbeit stehe ich vor meinem Schrank und ziehe mich an. Nicht falsch verstehen, ich habe mir in dieser halben Stunde auch noch die Haare gemacht.
In meinem Flip-Flops mache ich mich auf den Weg nach unten und suche mir dann in der Küche alles zusammen, was ich für mein Frühstück -bestehend aus einem Nutellabrötchen- brauche.
"Guten Morgen mein Schatz", meine Mutter steht aufeinmal hinter mir und lächelt mich an.
"Guten Morgen", ich bringe ein kleines Lächeln zu stande und schmiere weiter mein Brötchen.
"Wir konnten gestern gar nicht reden. Unsere neuen Freunde sind sehr nett, meinst du nicht auch?"
"Jaaaa....sind sie", ich antworte ihr abwesend. Jetzt sind sie anscheinend schon Freunde. Wie toll -man bemerke den Sarkasmus. Hoffentlich werden unsere 'Freunde' hier jetzt nicht ein- und ausgehen, denn das würde bedeuten, dass ich Logan öfters sehen werde, als mir lieb ist.
Ich räume die Nutella und mein Messer weg, dann drehe ich mich um und sehe meine Mutter an. Ihr Blick ist aufmerksam und in ihren Augen funkelt etwas, so als wüsste sie genau woran ich denke und was gestern geschehen ist. Gruselig.
Schnell beiße ich in mein Brötchen.
"Schatz, du weißt, dass wenn dich irgendetwas bedrückt, dann...", sie wird von der Klingel unterbrochen. Gott sei Dank, denn sonst hätte ich sie wohl anlügen müssen.
"Ich geh schon!", Markus läuft an der Küche vorbei und eilt zur Tür. Währendessen poltert mein Vater die Treppe hinunter und knöpft noch schnell die oberen Knöpfe seines Hemdes zu. Anscheinend ist er gerade eben erst aufgestanden und als er die Klingel gehört hat, wollte er sich beeilen.
Er betritt die Küche und sofort fängt meine Mutter an, laut zu lachen.
"Was ist?", mein Vater sieht sie verwirrt an. Sie läuft nur weiterhin leise lachend zu ihm und versucht seine wild verstrubbelten Haare in Form zu bringen.
Markus taucht wieder in der Küche auf, die Miene genauso ernst wie sonst auch. Sofort hat er die Aufmerksamkeit meiner Eltern.
"Wir haben Besuch", er nickt Richtung Wohnzimmer, als Zeichen, dass sich dieser Besuch dort befindet.
"Wer ist es?", mein Vater sieht ihn fragend an.
"Alpha Logan." Mein Vater nickt, sieht uns nocheinmal kurz an und verschwindet dann im Wohnzimmer. Meine Mutter zuckt daraufhin nur die Achseln und folgt ihm.
Und was soll ich jetzt machen? Seufzend beiße ich in mein Brötchen. Ich könnte jetzt ganz einfach in mein Zimmer gehen und so tun, als wäre er nicht da. Oder aber ich gebe meiner Neugierde nach und finde heraus wieso Logan hier ist.
Zweiteres siegt. Markus hat die Küche schon längst wieder verlassen, was weiß ich wohin. Je näher ich dem Wohnzimmer komme, desto lauter werden die Stimmen.
"...gekommen, um mich für eure Bemühungen zu bedanken", das ist eindeutig die Stimme von Logan.
"Das ist doch nicht nötig, wir helfen gern", antwortet mein Vater. Nun bin ich ebenfalls im Wohnzimmer angekommen und lasse mich mit meinem fast aufgegessenen Brötchen auf dem freien Sessel gegenüber von dem Sofa, auf dem meine Eltern sitzen, fallen. Logan sitzt auf dem Sessel zwischen dem Sofa und meinem Sessel und wirft mir von dort aus zur Begrüßung ein kurzes Nicken zu.
"Nun, dass ist auch nicht das Einzige, weshalb ich hier bin", fährt Logan fort. "Ein Freund hat mich heute früh kontaktiert. Er hat für mich und mein Rudel ein neues Heim gefunden, zu dem wir noch heute aufbrechen wollen."
"Also ein Abschied. Nun denn, ihr habt es verdient und im Namen aller wünsche ich dir und deinem Rudel eine gute Reise und viel Glück. Falls ihr noch etwas braucht, scheu dich nicht zu fragen."
"Da gibt es tatsächlich etwas, worum ich euch bitten möchte", er sieht zwischen meinen Eltern hin und her und in seinen Augen liegt etwas merkwürdiges, fast schon etwas nervöses und ängstliches. "Ich möchte Amy mit mir nehmen. Sie ist meine Mate und die Luna meines Rudels."
Meine Eltern scheinen beide die Luft anzuhalten und lehnen sich im Sofa zurück. Sie wechseln einige ernste Blicke und ich weiß genau, dass sie sich gerade über ihre Gedanken unterhalten, während ich nur geschockt daneben sitze. Wieso will er mich mit nehmen? Ich dachte, er will mich nicht als seine Luna. Hat er das nicht gestern gesagt? Und jetzt soll ich einfach so mit ihm gehen und meine Eltern hier zurücklassen? Meine Familie? Mein zu Hause? Mein Rudel? Ich kann doch nicht einfach so gehen!
Einige Minuteh lang ist alles still, bis sich mein Vater räuspert.
"Ich weiß, wie wichtig die Luna für ein Rudel ist", beginnt mein Vater, "und deshalb habe ich nicht vor, mich dagegen zu stellen. Nur bitte versprich mir, dass du immer gut auf sie aufpassen wirst, sie glücklich machst und sie beschützt."
"Ich verspreche es."
Ich wünsche euch allen frohe Ostern😊
Für die nächsten Kapitel bräuchte ich mal eure Meinung: wollt ihr, dass Logan normal mit Amy umgeht und sie sich langsam einander annähern oder wollt ihr, dass er sich ihr gegenüber distanziert und/oder eher kalt verhält? Bei der zweiten Variante dauert die Liebesgeschichte auch etwas länger und ist 'dramatischer' ;)
Bis zum nächsten Kapitel 😊
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Alpha's Mate
WerewolfDie junge Werwölfin Amy trifft im Wald auf ihren Mate Logan, den Alpha eines plötzlich aufgetauchten Rudels. Das fremde Rudel ist auf der Flucht vor einer unbekannten Bedrohung und auf der Suche nach einer neuen Heimat. Amy muss als Luna Logan's Rud...
