Gähnend wache ich auf und genieße für einen kurzen Moment das warme Sonnenlicht, das auf mein Gesicht fällt. Langsam setze ich mich auf und reibe meine noch müden Augen, bevor ich mich blinzelnd umschaue. Das hier ist nicht mein Zimmer. Für einen kurzen Moment dachte ich, ich wäre noch zu Hause, aber dem ist nicht so. Leider.
Seufzend mache ich mich daran aufzustehen. Während ich die Bettdecke wieder ordentlich zurecht lege, fällt mir die Kuhle auf der anderen Seite des Bettes auf. Also hat Logan wirklich neben mir geschlafen. Neben mir in einem Bett. Unter einer Decke. Und ich habe es absolut nicht mitbekommen. Ob es ihn wohl stört? Ich meine, gestern hatte er es ja sehr eilig wieder von mir weg zu kommen.
Schulterzuckend tapse ich mit frischer Kleidung zu der zweiten Tür im Raum und tatsächlich bestätigt sich meine Vermutung von gestern Abend. Denn hinter der Tür befindet sich ein modernes Badezimmer. Schnell mache ich mich einwenig frisch und ziehe mich um, bevor ich mich auf den Weg nach unten mache.
Im 2. Stockwerk kommt mir dann Theresa -mehr als nur verschlafen- entgegen. Sie bleibt erst stehen und sieht mich komplett verwirrt an, so als hätte sie mich schon einmal gesehen, aber vergessen wer ich eigentlich bin. Erst einige Sekunden später scheint sie sich an gestern Abend zu erinnern.
"Morgen, Amy", sie winkt mir kurz zu und gemeinsam begeben wir uns dann nach unten in die Küche. Hier riecht es schon lecker nach Kaffee und frischen Brötchen. Der ganze Tisch stand voller Belag, wie Butter, Marmelade, Wurst und Käse. Anscheinend kann hier jeder sich einfach nach Lust und Laune bedienen.
"Wir essen meistens nicht gemeinsam....zumindest nicht das ganze Rudel", erklärt mir Theresa. "Die ersten die aufstehen decken den Tisch und um 11 Uhr wird dann wieder weggeräumt. In der Zwischenzeit kann jeder Frühstücken wie er will."
"Und beim Mittag?", es schadet ja nie sich schlau zu machen.
"Die meisten gehen in die Stadt etwas essen, besonders da sie dort ja arbeiten. Das Abendessen ist dann wieder wie das Frühstück." Interessant.
Wir nehmen uns beide einen Kaffee und schmieren uns dann ein Brötchen. Gemeinsam schlendern wir dann durch das Wohnzimmer hinaus in den Garten. Das Wetter ist herrlich und es ist sogar jetzt am Morgen schon schön warm.
"Wie spät ist es eigentlich?", frage ich Theresa.
"Halb elf, wieso?"
"Dann haben wir ja fast schon Mittag!" So lang habe ich geschlafen? Naja jetzt kann ich auch nichts mehr daran ändern.
Ich schaue mich ersteinmal im Garten um. Das ist vermutlich die große Wiese, die man von der Vorderseite des Hauses aus sieht. Es ist wirklich sehr schön hier und so idyllisch. Von der Seite her höre ich Lachen und als ich den Kopf wende sehe ich fünf Kinder miteinander spielen. Die drei kleinen von gestern und noch zwei andere, die alle in dem Alter des Junges von gestern zu sein scheinen.
Ich lächle automatisch als ich sie sehe. Es macht unglaublich Spaß sie zu beobachten, sie wirken so unbeschwert und frei. Als sie mich sehen, bleiben sie stehen, schauen mich vorsichtig an und lächeln dann wieder so zuckersüß. Sie winken und rufen dann fast schon wie im Chor "Guten Morgen, Luna."
Etwas erschrocken schaue ich zu Theresa. Woher wussten sie das? Gestern Abend habe ich doch nur mit Theresa geredet. Ob sie es ihnen erzählt hat?
"So etwas spricht sich rum", sie schaut wissend zu den Kindern. "Wir sind alle Wölfe, bedeutet einige haben gestern Abend schon etwas unbeabsichtigt mitgehört oder haben es von denen die es gehört haben. Logan hat es gestern nach dem du weg warst allgemein bekannt gegeben und da du die einzige neue hier vorerst bist, weiß jeder, dass du unsere Luna bist."
Tatsächlich habe ich es schon nach einem einzigen Abend geschafft im Rudel bekannt zu werden. Na super. Hoffentlich werden sie mich mögen.
Schnell esse ich auf und wende mich dann Theresa zu.
"Wo finde ich Logan?"
"Der müsste in seinem Arbeitszimmer sein und sich noch um einigen Papierkram kümmern. Sein Arbeitszimmer ist gleich gegenüber eurem Schlafzimmer."
Ich bedanke mich bei ihr und gehe dann den gleichen Weg zurück, wie ich ihn heute morgen schon nach unten gegangen bin. Zögerliche bleibe ich dann vor der Holztür stehen, unschlüssig ob ich klopfen soll, einfach hineingehen soll, oder es vielleicht doch lieber bleiben lassen sollte.
Ich entschied mich dafür anzuklopfen und wartete danach. Ich bekam bis jetzt noch keine Antwort. Für einen kurzem Moment bin ich fest entschlossen einfach wieder zu gehen, denn wie es aussieht ist er ja ohnehin nicht da. Aber dann springe ich doch über meinen Schatten und öffne vorsichtig die Tür. Langsam betrete ich das Zimmer und sofort schlägt mir sein unverkennbarer Geruch entgegen. Ich atme tief ein und aus und schaue mich dann um; an beiden Wänden stehen lange, große Regale und an der Wand mir gegenüber ist ein riesiges Fenster, was direkt in den Garten zeigt. In der Mitte des Raumes steht ein großer, dunkler Schreibtisch und an diesem sitzt, über ein paar Papiere gebeugt, Logan.
Leise schließe ich die Tür und warte einfach nur auf eine Regung von ihm.
"Was willst du hier?" Er schaut nur ganz kurz auf, um auch wirklich klar zu machen, dass er mich meint und er mich registriert hat. Ansonsten ist keine Gefühlsregung zu erkennen.
"Ehmm..." Ja, was wollte ich eigentlich so genau? "Wieso hast du allen gesagt, wer ich bin?"
"Hätte ich ihnen ihre Luna vorenthalten sollen? Außerdem wollte ich lediglich den Gerüchten vorbeugen."
Aha. Das sagt mir wirklich alles. Nicht.
"Also...hast du mich als deine Mate akzeptiert?" Irgendwie habe ich Angst vor seiner Antwort.
Tatsächlich schaut er dieses Mal auf. Sein Gesichtsausdruck wirkt genervt, aber auch irgendwie so, als hätte er sich darüber noch gar keine wirklichen Gedanken gemacht.
"Musste ich ja wohl", antwortet er mir und schaut dann wieder auf seine Papiere. Ich bin ihm also tatsächlich nur ein notwendiges Übel. Sehr freundlich. Wieso ist er denn so kalt zu mir? Bevor er mich als Mensch kannte, war er doch nicht so? Was ist denn passiert? Gefalle ich ihm wirklich so wenig? Er kennt mich doch auch gar nicht. Und er macht auch nicht den Anschein als würde er es wollen.
"Was ist denn noch?", seine genervte Stimme weckt mich aus meinen Gedanken.
"Kann ich dir helfen?", platzt es einfach so aus mir heraus.
"Nein", damit scheint er nicht gerechnet zu haben, denn für einen Moment ist er mehr als nur verwirrt. Doch dann ist er wieder ganz der Alte. "Entweder du hilfst den anderen oder stehst einfach nicht im Weg rum."
Ich hole kurz empört Luft, aber was bringt es schon? Stumm wende ich mich einfach ab und gehe zur Tür. Doch gerade als ich hinaus gehen will, hält mich seine Stimme zurück.
"Ach, versuch wenn möglich niemanden zu nerven." Das hat gesessen.
Bemüht meine Fassung zu bewahren, schließe ich die Tür hinter mir und mache mich wieder auf den Weg nach unten. Er hält mich wirklich nur für ein Kind. Unnötigen Balast. Etwas was er vermutlich einfach zurückgelassen hätte, wenn es für das Rudel nicht wichtig gewesen wäre. Gut zu wissen.
Ich hole tief Luft, schlucke all diese Empfindungen hinunter und mache mich dann daran den anderen zu helfen.
OMG ein neues Kapi🙊 Entschuldigt bitte, aber ich habe echt keien kreativen Ideen mehr. Also jetzt ganz WICHTIG: Wer Ideen hat, Wünsche was in die Geschichte mit rein soll, der schreibt das bitte in die Kommis! Natürlich habe ich Ideen für die Grundidee und Ereignisse die schon feststehen, aber für das ganze drum herum fehlen mir momentan einfach die Ideen.
Und jetzt noch einen riesigen DANK für 3.74K Reads😍 Das ist einfach mega!!!!! Ihr seit die besten;)
Man sieht sich im nächsten Kapi:)
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Alpha's Mate
WerewolfDie junge Werwölfin Amy trifft im Wald auf ihren Mate Logan, den Alpha eines plötzlich aufgetauchten Rudels. Das fremde Rudel ist auf der Flucht vor einer unbekannten Bedrohung und auf der Suche nach einer neuen Heimat. Amy muss als Luna Logan's Rud...
