Ernsthaft eingepennt?

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Ich saß da. Regungslos und vor Angst zitternd. Es war bestimmt schon 17 Uhr Nachmittags. Ich saß noch immer hinter diesem Baum. In Angst, dass Jacob mich fand und mir etwas antat. Mir war kalt. Ich hatte nur eine dünne Jacke an, die zur Schuluniform gehörte. Ich knöpfte sie mir bis über die Brust zu. Ich wollte auf mein Handy schauen, doch da merkte ich, dass Jacob mein Handy noch immer hatte. Ich versuchte langsam, mich auf die Beine zu stellen und in die Richtung, von der ich gekommen war, zurückzulaufen. Doch ich kam nicht weit. Meine Beine waren eingefroren, sodass ich sie fast nicht mehr spürte. Ich setzte mich also wieder hin. Meinen Schulrucksack nahm ich als Polster. Ich war so müde. Ich wollte am liebsten in meinem Bett liegen und versuchen mich so tief wie nur möglich in einem Loch zu verschanzen. Ich legte mich hin und versuchte mich so lange herumzuwälzen bis mir warm wurde. Doch das klappte nicht. Wie denn auch. 
Nach einer Zeit, die mir ewig erschien, schloss ich meine Augen.


Als ich sie wieder aufmachte, war mir wärmer. Die Sonne kitzelte meine Haut und ich setze mich auf. Mir war nicht mehr ganz so kalt. Es war anscheinend schon früh am Morgen. Klar, sonst würde die Sonne ja nicht scheinen. Ich konnte mich auch wieder hinstellen. Ich sah mich  um und mir wurde klar, dass ich keine Ahnung mehr hatte, wohin ich musste. Ich schnappte mir meine Tasche und ging los. Doch in einer Richtung erkannte ich ganz weit in der Ferne das Feld, von dem ich gestern gekommen war. Dorthin steuerte ich. Ich wusste nicht, ob es das richtige Feld war, aber ich hatte einen kleinen Schimmer. Also lief ich dorthin.

Als ich dort angekommen war, freute ich mich, dass es sogar das richtige Feld war. Ich lief zu Straße und ging nach Hause. Es war ohnehin Donnerstag. Der Tag, der am anstrengendsten war. Daheim angekommen sah ich direkt in das erstaunte Gesicht von Melli.


"Verdammt Jenny! Wo warst du denn verdammt nochmal!?"
"Im Wald."
"Bist du wahnsinnig? Warum? Was hast du dort gemacht. Du musst doch in die Schule. Und wie du aussiehst!"
"Beim Picknick mit Jacob bin ich abgehauen. Er ist mir nicht geheuer."
"Und da bist hast du einfach eingeschlafen? Auf dem harten Waldboden? Warum bist du nicht Heim gekommen? "
"Ich weiß nicht. Kannst du mich einfach in der Schule abmelden?"
"Kar. Du geh duschen und mach dich fertig. Deine Mutter hat sich die Augen aus dem Kopf geheult, weil sie dachte, dass du jetzt endlich einen Ehemann gefunden hast. So mega glücklich hab ich sie noch nie gesehen."

Ich ging also duschen und machte mich fertig. Ich schmiss die Wäsche in die Waschmaschine und legte mich ins Bett. Dort war es so schön warm. So angenehm warm. 

Nach einer Weile kam Melli ins Zimmer und sagte mir nur knapp:

"Ich bin auch froh, dass du glücklich bist. Wirklich. Das kannst du mir wirklich glauben."

Mit einem wahrhaftigen lächeln verließ sie das Zimmer.

Die Tochter eines MafiabossesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt