Ich habe Todesangst

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Nach der Schule ging ich schnell nach Hause, ohne auf Jacob zu warten. Er wollte sich am Automaten noch einen Kaffee holen. Ich versprach ihm, auf ihn zu warten. Doch als er sich umdrehte, lief ich davon. Er wollte mit mir nach Hause gehen, obwohl ich sagte, dass jemand daheim wäre. Heute war Freitag und er wollte unbedingt mit zu mir. 

Ich lief, bis ich endlich zu Hause war. Dort schloss ich die Tür auf und schloss sie wieder. Ich knallte alle Fensterläden zu und rollte die Rollo hinunter. Dann schloss ich die Hintertür, und meine Zimmertür ab. Erst jetzt kam ich mir sicher vor. Nun ja, ein bisschen. Jetzt wusste ich ja, dass man Jacob alles zutrauen konnte. Ich setzte mich auf mein Bett und sah aus dem Fenster. Warum habe ich mich nicht auf mein Inneres verlassen? Warum war ich so dumm und bin auf ihn hineingefallen? Ich war so dumm! 
In diesem Moment war ich froh, dass die Lehrer uns keine Hausaufgaben gegeben hatten. Ich würde mich sonst nie auf meine Aufgaben konzentrieren können. Ich legte mich hin und schloss die Augen. Ich versuchte mich mit guten Gedanken aufzumuntern. Ich dachte an mein vorheriges Leben nach. Ich wollte nicht schon wieder mit Wächtern in einer Schusssicheren Weste zur Schule gebracht werden! Das konnte ich nicht zulassen! Ich würde kämpfen! Gegen Jacob und für meine Familie! Doch in diesem Moment, als ich an seine Drohungen dachte, musste ich weinen. Ich konnte nicht anders. Ich presste das Kissen auf meinen Kopf und heulte. Ich heulte solange bis meine Brust schon schmerzte. Ich fühlte mich nicht mal mehr lebendig. Leer und trostlos. Ich sah auf meine Uhr. Ich hatte eine halbe Stunde lang nur geweint. Nichts anderes getan. Wie würde ich je wieder schlafen können?

Nach zwei Stunden purer Grüblerei, klingelte es an der Tür. Ich fuhr zusammen und schlich hinunter. Immer wieder klingelte es. Ich befürchtete das schlimmste. Jacob.

Unten angekommen sah ich durch das Guckloch. Mom und Dad. Sie waren einkaufen und beim Rathaus. Ich schloss ihnen die Tür auf. Sie sahen mich gleich fragend an. Mom sah mich gleich besorgt an. Ich wollte mir nicht ausmalen, wie mein Gesicht und vor allem meine Augen aussehen mussten! Schrecklich! 
"Schatz! Was ist passiert!?"
"Jenny, warum hast du die Türen abgeschlossen? Und die Rollladen hinuntergelassen?"
"Ich... äähm.."
"Was.."
"John! Es ist gut. Jenny.. wenn du willst warte ruhig auf Melli. Wir lassen dich in Ruhe. Nicht war John!?"
"Ja.."
"Danke Mom, danke Dad!"

Ich freute mich kurz. Bis mir auf einmal wieder klar wurde, in was für einer aussichtslosen Situation ich war. Ich hatte Todesangst. Vor Jacob...

Die Tochter eines MafiabossesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt