Schlechte Tage gibt es immer

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Nach dem Englischunterricht ging ich mit Mister Schuster nach draußen.
"Dein Bruder und Louise brachten dich ins Krankenzimmer als ich dort war, um auf einen Jungen aufzupassen der anfing zu kotzen. Ich schickte die beiden zurück in den Unterricht zu Miss V. Du fingst an zu schwitzen und du wurdest ganz warm an der Stirn. Darum legte ich ein kaltes Tuch auf deine Stirn und krempelte deine Jackenärmel hoch." Fing er an zu erzählen und sah mich erwartungsvoll an, bis ich realisierte was er mir damit sagen wollte.
"Oh." Meinte ich und fasste an meinen Arm. Die Schnitte waren noch immer verdammt tief.
"Wieso?" Fragte er und sah mich ernst an. In dem Moment musterte ich sein Gesicht. Er war zwar keine Schönheit aber hässlich konnte man ihn ebenfalls nicht nennen. Seine Augen waren Blau und sein Bart und seine Haare braun.
Ich sah beschämt auf den Boden. Das sollte eigentlich niemand erfahren. Das sollte immer mein eigenes, persönliches Geheimnis bleiben.
"Ich muss deinen Eltern Bescheid sagen." Meinte er und holte einen Stift aus seiner braunen Umhängetasche um sich eine Notiz auf die Hand zu schreiben.
"Nein! Bitte nicht. Ich weiß, dass ist ihre Pflicht. Aber bitte. Erzählen sie es nicht meinen Eltern." Fing ich an ihn an zu flehen. Es war nur einmal, weswegen ich nicht verstehe dass er es meinen Eltern erzählen wollte.
"Wie oft hast du es bisher gemacht?" Fragte er misstrauisch, als hätte er meine Gedanken gelesen.
"Nur einmal." Sagte ich ehrlich und sah ihn an. Ich konnte nichts anderes tun, wie hoffen dass er mir glaubt.
"Na schön. Beim nächsten Mal werde ich es deinen Eltern erzählen. Bis dahin werde ich mir jeden Tag deine Arme anschauen!" Meinte er und steckte den Stift zurück in seine Tasche. Danach verabschiedeten wir uns und gingen getrennte Wege.
Nach einer weiteren Mathestunde hatten wir unsere Mittagspause. Ich, Loki, Stark, Barton, Natascha und Louise gingen zusammen in die Cafeteria.
"Du bist also Lucy's neue Freundin?" Fragte Stark nachdem ich sie allen vorgestellt hatte. Sie sah mich an und ich nickte.
"Ja. Hi." Meinte sie nur und holte sich ein Tablett, um sich in der Schlange anzustellen. Wir gesellten uns zu ihr, ebenfalls mit einem Tablett in der Hand und entschieden uns alle für das einzigste vernünftig aussehende Gericht. Spaghetti Bolognese.
Wir setzten uns alle an einen Tisch und fingen an zu essen.
"Irgendwie versalzen." Meinte Loki und aß angewidert seine Spaghetti.
"Da hast du ausnahmsweise mal Recht." Meine Stark und sah ihn amüsiert an.
Loki erwiderte sein grinsen und zog ihm die Spaghetti weg. Da Stark jedoch mittendrin war, ein paar von den Spaghettis zum Mund zu führen, viel ihm die Hälfte vor Schreck auf den Schoß. Über seine blaue Jeans und sein hellrotes Hemd. Ich, Natascha und Lu fingen an zu lachen. Aber Stark fand das nicht so lustig und verließ grummelnd den Raum, um sich eine andere Hose anzuziehen.
"Das passiert wenn man mich provoziert." Meinte Loki und fing ebenfalls an zu lachen. Das war wieder typisch für Loki. Dort Ärger machen, wo Ärger fehlte.
"Was habt ihr in den nächsten 2 Schulstunden?" Fragte Barton und sah mich, Loki und Lu an.
"Wir haben Computertechnik bei Sta-. Dad." Meinte ich und aß nebenbei meine Spaghetti, in der Hoffnung, dass Lu nicht bemerkt hatte, dass ich ihn Stark nennen wollte. Aber meine Hoffnung starb als sie mich verwirrt ansah.
"Warum wolltest du ihn 'Stark' nennen?" Fragte Lu und wischte mit einer Serviette ihren Mund ab. Alle anderen sahen mich an, bis mir einfiel was ich sagen konnte, sind nur Millisekunden vergangen. Auch wenn sie sich wie 10 Minuten anfühlten.
"Mum und Dad hatten mich einmal aus den Augen verloren, indem sie nicht genau auf den Kinderwagen aufpassten. Ich wurde mitgenommen und in ein Weisenheim gesteckt. Dort adoptierte mich eine Familie, die mich bis vor kurzem nie sonderlich mochte, da ich die einzigste adoptierte gewesen bin. Ich erfuhr dass ich adoptiert war, bin Amok gelaufen und wurde von der Polizei zu meiner wunderbaren, leiblichen Familie gebracht." Lügte ich sie an. Irgendwie wurde ich immer besser im Lügen. Ob das gut war wusste ich nicht, aber praktisch war es auf jeden Fall.
"Darum hast du es dir noch nicht angewöhnt Mum und Dad zu sagen?" Fragte sie mit einem interessierten Gesichtsausdruck.
"Ja, es ist noch nicht wirklich verdaut." Meinte ich etwas gequält, damit es auch echter rüberkam. In dem Moment merkte ich aber, dass ich nicht mehr so tat, als würde mich das alles quälen. Es war inzwischen so. Ich hatte mein ganzes Leben einfach auf den Kopf gestellt und hatte mit niemanden darüber geredet. Ich hatte mich noch nicht einmal wirklich ausgeweint. Das tat ich früher zwar auch nur, wenn ich besoffen war, aber es gab so viel zu bereden. Werde ich zu meinem alten Leben zurück kehren? Werde ich ein neues, in Muspelheim anfangen? Werde ich normal zur Schule gehen und vielleicht bei einen von den Avengers wohnen? Werde ich alleine irgendwo verrotten? Es gab so viel zu klären und so wenige, mit denen ich dies tun konnte.
"Lu!" Rief Louise zu mir und starrte mich verwirrt an.
"Alles in Ordnung? Du warst gerade ziemlich tief in deinen Gedanken." Meinte sie lächelnd und legte meinen leeren Teller auf ihren und schob anschließend mein Tablett unter ihres.
"Ja, ich habe nur angefangen zu hoffen, dass Dad mit einem roten Fleck unterrichten muss." Lügte ich und fing an zu lachen. Zwar war mir nicht zum Lachen zumute, aber immerhin stellte dadurch niemand irgendwelche Fragen.

Loki, die Avengers und ich (FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt