Odyssee der ewigen Liebe und Hingabe

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Er sah ihr tief in die Augen "Arabella-"

"Das können Sie mal schön vergessen!"

Arabella stockte der Atem beim Anblick ihrer großen Liebe, der vor ihr auf einem weißem Pferd thronte "Julien"

"Und ich sagte, RAUS!"

Mit einem entnervten Seufzer schloss Raphael das Buch, dass er verzweifelt zu lesen versuchte auf den Nachttisch und rollte sich aus dem Bett. Im Bane'schen Haushalt war es wirklich unmöglich, 10 Minuten in Ruhe so eine Liebesschwarte zu lesen. Obwohl er sich sicher war, dass die Protagonisten kurz vor einer nicht ganz so romantischen Sex-Szene standen, was ihn als gläubiger Christ unglaublich verlegen machte. Und wer ihm das Buch empfohlen hatte, war ja wohl klar. Und dieser jemand würde gleich sehr, sehr laut angeschnauzt werden.

Lautlos schlich sich Raphael aus seinem Zimmer den Flur runter, recht unmännlich um die Strahlen der Sonne auf dem Teppich herumtänzelnd. Wenn man 2 Monate mit einer Glitzerballerina zusammenlebt, färbte leider etwas ab.

Besagte Ballerina lag übrigends auf dem Sofa, Hände übers Gesicht geschlagen und laut ein und ausatmend "Weißt du-" erschrockenes Zusammenzucken "ich frage mich wirklich, wieso du immer noch weiterempfohlen wirst, wenn du nach Lust und Laune Klientel wegschickst"

"Wenn du dich noch einmal so an mich ranschleichst, lege ich mir Pitbulls zu" Raphael kräuselte die Nase "Ich verabscheue Hunde"

"Genau deshalb ja" Magnus richtete sich auf, seine Haare, für die der Hexenmeister täglich 2 Stunden lang im Bad umeinanderhantierte, standen so wild vom Kopf ab dass Raphael sich nicht ganz sicher war, ob er nicht doch eher von einem Blitz getroffen worden war "Und zu deiner Information, ich schicke meine Klienten nicht nach Lust und Laune weg"

Raphael machte ein recht unattraktives Geräusch, umrundete das Sofa und schmiss sich in den riesigen Ohrensessel "Spuck es aus Bane" Magnus kniff seine Augen zusammen "Mir war nicht bewusst dass du Vampir, Miesepeter und Psychologe in einem bist"

"Ich bin zutiefst verstört von deiner Odyssee der ewigen Liebe und Hingabe, wenn ich nicht sofort etwas höre was mich von diesem verdammten Pferd und gigantischen Bauchmuskeln ablenkt, etränke ich mich in deiner lächerlichen Badewanne mit den Löwenkopffüßen"

Magnus schien keine Lust zu haben, seine neueste Gräueltat aus dem Badezimmer zu verteidigen, was Raphael minimal irritierte, stattdessen starrte der Hexenmeister wortlos an die Decke. Man könnte fast meinen, Raphaels kühnste Träume wären wahr geworden "Falls du es wissen willst, der Klient wollte einen Zauberspruch in einer Sprache, die ich nicht gewillt bin jemals wieder in den Mund zu nehmen"

"Kauderwelsch? Das freut mich aber" Magnus knurrte leise "Nein, das war es nicht. Und hör auf so mit der Augenbraue zu zucken, dass ist unheimlich" Den nächsten Satz nuschelte er so leise, dass selbst Raphaels Vampirgehör keine Chance hatte es zu verstehen "Qué?" Lauteres Gemurmel "Jetzt spucks schon aus!"

"INDONESISCH! Er wollte den Spruch auf Indonesisch!" brüllte Magnus, blaue Funken flogen von seinen Fingerspitzen und Raphael brachte sich schnell hinter den Sessel in Sicherheit, bevor er geröstet wurde "Ist ja gut,kein Grund gleich aufbrausend zu werden! Was hast du denn  gegen Indonesisch?"

Magnus setzte sich auf, Raphael böse anstarrend "Ich... mag die Sprache nicht"

"Warum?"

"Sie liegt so schwer auf der Zunge"

"Warum?"

"Die Vokale"

"Warum?"

"Herrgott, weiß ich doch nicht!"

"Warum?"

"KÖNNTEST DU DA BITTE MIT AUFHÖREN???" Raphael grinste dreckig, seinen vorherigen Platz in dem Sessel wieder einnehmend "Weil dus bist. Aber mal ehrlich: Vodka liegt auch schwer auf der Zunge und du trinkst ihn trotzdem, du bist allergisch gegen Nüsse und isst sie trotzdem, du verabscheust Kaviar und bestellst ihn trotzdem. Mir ist schleierhaft, wieso du dann nicht Indonesisch sprechen kannst, obwohl du dabei nicht einmal dicke Backen kriegst wie ein aufgeblasenes Eichhörnchen"

Der Hexenmeister seufzte genervt "Ich mag die Sprache nicht, weil sie meine Muttersprache ist und mich an Dinge erinnert an die ich mich nicht erinnern will" Stille. Raphaels Mund hing offen, und erst nach einigen  Sekunden schaffte er es, ihn wieder zu schließen "Oh" Magnus lächelte müde "Sprachlos?"

Empört starrte Raphael zurück "Ähm, nein? Ich verarbeite"

"Schon zu viel von Arabella und Julien im Kopf?" Raphael bedachte ihn mit einem Blick, der Vulkane hätte einfrieren können "Bis eben nicht, nein. Wusste gar nicht, dass du aus Indonesien bist"

"Ich bin in Niederländisch-Indien geboren" Daraufhin wusste Raphael nichts zu sagen. Ragnor hatte ihm erzählt, was Magnus in seiner Kindheit erlebt hatte (nicht dass es die natürliche Abneigung gegen Magnus Morgenroutine ihn irgendeiner Weise geschmälert hätte). Aber der Hexenmeister tat ihm, in irgendeiner verdrehten Weise leid.

Die Liebe zu seiner madre war ihm wichtig, und er vermisste sie jeden Tag. Ihren leblosen Körper zu finden und zu wissen, dass sie sich für dass umgebracht hatte was er war, damit könnte er nicht leben. Einen Grund mehr warum er jede Nacht trainierte, sein Dasein als Vampir zu verstecken.

Auch wenn Magnus Kommode voll glitzernder Schals der nächstwichtigste Punkt war.

Die Chroniken des Magnus Bane 2Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt