Magnus wollte wirklich nur nett sein. Ja, selbst er hatte hin und wieder mal das Bedürfnis, seinen Mitmenschen etwas Gutes zu tun (oder sich dafür zu entschuldigen, dass man vergessen hatte dass sein Mitbewohner Vampir war und alle Vorhänge offengelassen und damit fast dessen Untergang besiegelt hatte). Hätte er gewusst, dass es in einer Massenpanik, Verstrickung in einen Deal in dem es um Koks, Bansheetränen und Schlangenzähne ging und Verhaftung durch ein höchst ehrgeiziges Pferd enden würde, wäre er im Bett geblieben und hätte sich unglaublich viel Nerven, Kontakte und Kaffeebecher gespart. Aber von Anfang an..
"Santiago, schmeiß dich in Schale. Wir gehen in die Oper" Magnus, der fertig angezogen in der Tür zu seinem Gästezimmer stand, erntete nur eine hochgezogene Augenbraue "Bitte wohin?"
"Eine kulturelle Veranstaltung mit tanzenden, schauspielernden Menschen die um die Wette schmettern und ganz bezaubernde Kostüme tragen, mein Lieber" Raphaels Augenbraue verschwand weiterhin Richtung Haaransatz "So bezaubernd wie deine schreckliche Abendgarderobe?" Magnus grinste, trotz dem Kommentar dass nur so vor Sarkasmus triefte "Haargenau. Auch wenn ich fürchte, dass sich die Schauspieler keine maßgeschneiderten Anzüge aus Italien leisten können"
Er pfefferte Raphael den satinfarbenen Anzug, den er seinem herzallerliebsten Mitbewohner besorgt hatte ( zwei Anzüge zum Preis von einem! Ein wahres Schnäppchen, dem er nicht widerstehen hatte können) ins Gesicht und verließ schwungvoll den Raum "Du hast 10 Minuten. Wenn du bis dahin nicht angezogen bist, nehme ich dich splitterfasernackt mit" Das leise Gemurmel von Raphael, dass ihm das wohl lieber wäre als diese Abscheulichkeit zu tragen, überhörte er geflissentlich.
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"Erinnere mich noch einmal, warum ich mich freiwillig mit dir in der Öffentlichkeit sehen lasse" Magnus verdrehte die Augen "Ruhe jetzt. Es fängt an"
"Darf ich wenigstens erfahren, was es für ein Stück ist? Oder warum ich ein Fernglas in der Hand habe? Oder, warum wir so hoch oben sitzen dass ich Angst haben muss wir krachen Richtung Erdboden bei jeder kleinsten Bewegung?"
"Erstens, nein. Zweitens, dass ist kein Fernglas sondern ein Opernglas und du brauchst es wegen drittens" Raphael sah ungläubig auf das Gestell in seiner Hand "Dieses Ding rettet mich kurz bevor ich auf den Boden aufpralle? Nur zu gütig"
"PSCHT jetzt!"
Um die nächste halbe Stunde abzukürzen, es war stinklangweilig. Magnus, der so tief in seinem Sitz heruntergerutscht war dass man ihn von unten wohl kaum noch sehen konnte, fiel plötzlich wieder ein, warum er die Oper verabscheute. Raphael war das genaue Gegenteil. Er saß so aufrecht, Magnus konnte förmlich den Stock sehen den er verschluckt hatte. Er schien sich prächtig zu amüsieren. Dachte Magnus zumindest..
"Ich kann es nicht glauben" fing Raphael an zu wettern, kaum dass die Pause angefangen hatte "SO stellen sich die Mundies Vampire vor?! Dios, das ist ja schrecklich!" Seine Hasstirade reichte bis in den zweiten Teil des Stückes und war um einiges amüsanter als das Geschehen auf der Bühne, und Magnus war nicht mehr der einzige,der dem spanischen Irren in dem herzzerreißend schönen Smoking zuhörte.
Raphael hatte die Aufmerksamkeit eines halben Dutzend herausgeputzer Damen, die sich hinter ihren Fächern vetsteckten und schmachtende Blicke in Richtung des einzigen echten Vampirs des ganzen Saales warfen, der sich wild artikullierend über die falschen Zähne und das Fakeblut der Darsteller aufregte "Wenn dich das ganze so stört" unterbrach Magnus, was ihm böse Blicke der Verehrerinnen einbrachte "Dann kletter doch auf die Bühne und zeig ihnen, wie ein richtiger Vampir aussieht"
Natürlich war das nur ein Witz, aber Raphael, der keine Ahnung von der Etikette zu haben schien, setzte es auch schon in die Tat um. Und es blieb keine Zeit, die armen Opernsänger zu warnen.
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Die Chroniken des Magnus Bane 2
FanfictionEine Mischung aus Panther und verrücktem Elf: Das ist Magnus Bane, oberster Hexenmeister von Brooklyn und Scrabblechampion. Sein Leben war mindestens so aufregend wie er selber, und so gibt es etliche Möglichkeiten, unseren liebsten bisexuellen Frei...
