Das schlimmste daran

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Magnus hasste viele Aspekte des Zusammenlebens mit einem Vampir. Dass die Vorhänge immer geschlossen sein mussten zum Beispiel. Oder dass er sämtliche Holzklöffel aus seiner Küche entfernen musste (nicht dass Raphael aus Versehen den Schrank aufmacht, Löffel rausholt, ausrutscht und sich dabei ersticht). Oder dass er seit 2 Wochen, 4 Tagen, 13 Stunden und 5 Minuten auf jegliches Essen verzichten musste dass Knoblauch enthielt, obwohl er dem Spanier schon oft genug erklärt hatte, dass diese Mythe kompletter Blödsinn war.

Aber das schlimmste, ja das absolut schlimmste waren die auf magische Weise vor seiner Haustür erscheinenden Briefe eines gewissen grünhäutigen Hexenmeisters mit derselben miesepetrigen Lebenseinstellung wie das Kind der Nacht, dass sich in seinem Badezimmer breit gemacht hatte. Magnus würde sich nicht beschweren, würde Ragnor Fell ihm Briefchen schreiben. Aber jeder einzelne Umschlag war an Raphael addressiert und stellte schlimme Dinge mit dem armen Hexenmeister des Haushaltes an, sollte der den Brief auch nur berühren.

Da es eine wahre Pest gewesen war, seine Ohren von dem gelben Schleim zu befreien und seine Augenbrauen wieder halbwegs normal aussehen zu lassen (alles unter hämischer Aufsicht eines Vampirs mit rasch sinkender Lebenserwartung), hatte Magnus sich seit ein paar Tagen nun darauf beschränkt, jedes Mal das gesamte Haus zusammenzubrüllen und Raphael senkrecht im Bett stehen zu lassen, wenn ein weiterer Umschlag vor der Tür lag. Und er sparte nicht wirklich mit peinlichen und obszösen Spitznamen für seinen verhassten Mitbewohner.

"RAPHAEL! Erhebe dich Arschgesicht! Post von deinem geliebten Kohlköpfchen!" Raphael brauchte eine für Vampire wirklich peinlich lange Zeit, bis er aus dem Zimmer kam. Mit dem üblichen, zum Wegrennen schönen Morgengesicht "Bane, deine anhaltenden kindlichen Eskapaden haben den Punkt erreicht, wo ich ernsthaft darüber nachdenkte, mich von einer Brücke zu stürzen"

"Oder" Magnus lächelte sein süßestes Verzieh-dich-wieder-Lächeln "Du ziehst einfach aus. Am besten zu Ragnor, mit ihm korrespondierst du eh mehr als mit mir" Raphael murmelte etwas, was sich verdächtig gut mit Krugschmeißer reimte und hob den Brief auf "Ich kommuniziere nicht mit Personen außerhalb meines Standes "

"Du bist ein spanischer Vampir ohne Schulabschluss mit Mundgeruch und einer Spinnenphobie. Wie du im selben Stand wie ein gehörnter Hexenmeister mit einer Abenteuerallergie und Rechts-Links-Schwäche sein kannst, ist mir fern" Magnus stutzte kurz "Nach kurzer Überlegung ist es allerdings gar nicht mehr SO abwegig" Raphael, den Brief in der Hand sah ihn nur abwertend an, bevor er die Nase hochgestreckt an Magnus vorbeispazierte und blitzschnell den Brief in seine Richtung schoss.

Magnus kreischte laut auf und sprang vor Schreck fast auf seine geliebte Kommode aus den 1670er Jahren "Komm bloss nicht in meine Nähe mit diesem Ding!"

"Schade, von dem hier hättest du Warzen bekommen" Mit einem bösen Lächeln, dass nichts gutes verhieß verschwand Santiago wieder in seinem kleinen Zimmer der Sicherheit. Magnus schnaubte kurz, und strich seinen Morgenrock glatt. Ja, ja definitiv das schlimmste an der Situation.

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Kurz und schrecklich, ich weiß. Die geliebte Schreibblockade.

Schreibt mir doch gern Ideen, was unser geliebtes Hexenmeister-Vanpir-Hass-Pärchen sonst noch so anstellen könnte.

Die Chroniken des Magnus Bane 2Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt