5 Zarte Bande

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Die ersten Sonnenstrahlen fielen bereits durch das Hotelfenster und weckten Stiles, indem sie ihn auf der Nase kitzelten.

Gott!

War er hier wirklich in Dereks Armen eingeschlafen?

Stiles blickte auf den Schlafenden hinab, fuhr dann mit dem Daumen sacht über die kräftigen Brauen und streichelte den Bartschatten gegen den Strich, bis Derek langsam Augen öffnete:

„Guten Morgen! Wie schön, dass du noch da bist, Kleiner!" murmelte dieser mit einem verschlafenen, kleinen Lächeln.

Stiles errötete ein wenig:

„Das hatte ich eigentlich so nicht geplant." gestand er.

Dereks Lächeln wurde breiter:

„Kann ich mir denken. Du warst sicher getrieben von deinem Fluchtinstinkt und dennoch bist du noch hier bei mir. Ich deute das als gutes Omen."

„Lass' uns da nicht zu viel hineininterpretieren, in Ordnung?" erwiderte Stiles unbehaglich und ein wenig grob: „Ich war wohl einfach bloß müde."

„Wie du meinst!" erwiderte Derek und klang ein klein wenig verletzt.

Stiles seufzte:

„Tut mir leid!" murmelte er kleinlaut: „Du bist ein echt netter Kerl und ich bin ein kleines Arschloch, das mit Freundlichkeit nicht umgehen kann. Wenn du klug bist, hältst du dich wohl lieber von mir fern."

„Zu spät!" behauptete Derek.

Stiles traute sich nicht zu fragen, was das bedeutete. Stattdessen sagte er:

„Ich muss los! Scott erwartet mich und macht sich bestimmt schon Sorgen. Und außerdem muss ich meinen Geschäften nachgehen."

Er wollte aufstehen, doch mit einem Mal wurde er von Derek auf den Rücken gedreht und mit großer Kraft festgehalten:

„Ich lasse dich erst gehen, wenn du mir zwei Fragen beantwortest." bestimmte der Ältere: „Erstens, wer ist dieser Scott? Und Zweitens, was sind das für Geschäfte?"

Irgendwie gefiel es Stiles, so gepackt zu werden und diese Entschlossenheit zu spüren.

„Scott ist meine Familie. Er ist der Grund, warum ich lebe!" erwiderte er.

Einmal ausgesprochen erschrak Stiles davor, wie wahr diese Aussage war, aber vor allem auch davor, dass er sich Derek gegenüber einfach so dazu bekannt hatte.

Seit wann war er denn der Typ, dem Selbstbekenntnisse einfach so ohne großes Nachdenken entschlüpften?

Welchen verdammten Zauber legte dieser Derek bloß über ihn?

Er schüttelte unwillig den Kopf, denn er konnte das einmal gesprochene Wort ja nun mal leider nicht wieder zurückrufen. Stattdessen fuhr er fort:

„Über meine Arbeit spreche ich mit dir nicht! Je weniger du darüber weißt, umso besser für dich, mein Süßer. Ich habe wirklich keine Lust, einen anständigen und behüteten Kerl wie dich in Schwierigkeiten zu bringen."

„Wieso glaubst du, dass ich so anständig und behütet bin? Im Grunde weißt du doch gar nichts über mich." fragte Derek stirnrunzelnd:

„Ich merke es daran, wie du mit mir umgehst, daran dass du mir; einem Fremden deinen Schlüssel gegeben hast, daran wie du mit mir im Mondlicht Händchen hältst." erwiderte Stiles:

„Vielleicht bin ich ja auch bloß einer von denen, die schon viel erlebt, aber einfach nichts dazugelernt haben?" gab Derek geheimnisvoll zurück.

Beacon Hills 1920Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt