17 Einmal Fegefeuer und zurück?

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Stiles war wie aus Glas; unglaublich zerbrechlich! Das lag nicht nur daran, dass er so abgemagert war, an seinen zahlreichen Verletzungen oder aber am Blutverlust, nein Derek konnte es auch in seinem Blick sehen, der jung war, gehetzt und irgendwie hoffnungslos.

Der Werwolf hatte Angst, eine hektische Bewegung, oder aber ein lautes Geräusch könnten Stiles in seinem gegenwärtigen Zustand wortwörtlich zu Tode erschrecken, also bewegte er sich wie auf Samtpfoten.

Derek dachte daran zurück, wie Stiles sich ihm präsentiert hatte, als sie sich kennengelernt hatten: Zäh, ein bisschen großmäulig, lustig; ein promiskuitiver, kleiner Halunke, der voller Leben steckte!

Er fragte sich niedergeschlagen, ob er diesen Jungen wohl jemals wieder zu Gesicht bekommen würde, oder ob Peter diesen Stiles ein für alle Mal ausgelöscht hatte?

Stiles hatte es vorhin einen Moment lang zugelassen, dass Derek ihn im Arm hielt, als er geweint hatte, doch kaum hatte der junge Mann sich beruhigt, war er sogleich wieder von ihm abgerückt.

Es fühlte sich beinahe an wie Schmerz, als die kühle Luft im Zimmer Derek dort berührte, wo gerade noch der magere, fiebrige Körper gelegen hatte und dennoch war ihm klar, dass er sich zurückhalten musste, auch wenn alles in ihm selbst nach Nähe schrie.

Doch um ihn und seine Bedürfnisse ging es hier gerade nicht.

Es war endlich einmal Stiles, der die Regeln machte und die Grenzen bestimmte!

Als Derek einmal kurz das Zimmer verließ, bloß um an der Rezeption Bescheid zu geben, dass er von nun an täglich drei Mahlzeiten für zwei Personen auf dem Zimmer wünschte, war der Abstand dann aber ganz offensichtlich zu groß gewesen, ganz gleich wie sehr der Ältere vorher versichert hatte, dass er nur einen ganz kurzen Moment fort sein würde, denn als er wiederkehrte, hatte Stiles zu zittern und flach und hektisch zu atmen begonnen.

Derek eilte zu ihm, nahm auf der Bettkante Platz und versicherte:

„Ich bin hier, Kleiner! Ich lass' dich doch nicht allein! Versprochen!"

Stiles Blick war stumpf, er kam aus Augen, welche tief in den Höhlen lagen und der Junge weigerte sich beharrlich, ihn von Derek zu nehmen.

Er war beinahe wie eine unsichtbare Leine zwischen ihnen.

„Wann wird Peter mich wieder zu sich holen?" erkundigte sich Stiles irgendwann leise. Seine Stimme klang kindlich und verängstigt.

Derek schluckte:

„Nein, Stiles, nein! Peter wird nicht kommen!" versicherte er schnell.

Stiles blickte ihn ungläubig an:

„Doch!" sagte er bestimmt: „Natürlich wird er kommen, Derek. Aber ich kann nicht noch einmal mit ihm gehen!"

Er schüttelte heftig den Kopf und flehte dann:

„Hilfst du mir dabei, zu sterben? Ich habe es zweimal versucht, aber ich schaffe es einfach nicht. Bitte, Derek! Ich will nicht zu ihm zurück! Hilfst du mir? Ich weiß, du kannst es so machen, dass es schnell geht und ich nichts spüre!"

Derek ballte verzweifelt die Fäuste. Erinnerungen an Isaac stiegen in ihm auf:

„Nein, ehrlich Stiles." beteuerte er: „Peter wird dich nicht zurückholen. Er war es selbst, der dich zu mir gebracht hat und er hat es versprochen! Er hat gesagt, ich darf dich behalten. Ich...ich denke, es tut ihm leid, was er dir angetan hat. Du bist nun in Sicherheit, verstehst du?"

Stiles schaute mit runden Augen zu Derek auf und wollte wissen:

„Bedeutet das, ich gehöre jetzt dir?"

Beacon Hills 1920Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt