Derek hatte sein Frühstück eingenommen und war gerade dabei, sich anzuziehen und auf den neuen Tag vorzubereiten.
Als es nun stürmisch an seine Tür klopfte, war er sicher, dass es sich um Scott handeln musste, auch wenn der mindestens eine Stunde zu früh dran war. Und wenn er es so eilig hätte eingelassen zu werden, dann musste etwas passiert sein.
Derek warf sich einen Pullover über und öffnete.
Und was er draußen entdeckte ließ beinahe sein Herz stillstehen.
Es war nicht Scott.
Es war Stiles, welcher sich in einem solch erbärmlichem Zustand befand, dass er beinahe nicht wiederzuerkennen war! Und er war nicht allein, sondern hing apathisch und halb bewusstlos in Peters Armen.
Sein Onkel fragte nicht, ob er eintreten dürfe, er tat es einfach und dann hielt er Derek den Jungen hin, wie ein böser, alter Kater seinem Menschen eine tote Maus überbringen würde.
Derek nahm Stiles wortlos entgegen und Peter forderte:
„Bring ihn wieder in Ordnung, ja? Kannst du das?"
Es klang verzweifelt und das machte Derek stutzig.
Noch nie hatte er seinen Onkel so erlebt; beinahe weich; beinahe so, als ob er ein Herz habe
Er war zunächst zu perplex, um in irgendeiner Weise angemessen auf diese Situation reagieren zu können.
Doch auch bei näherem Nachdenken hätte er vermutlich nicht sagen können, welche Reaktion in dieser verstörenden Situation wohl die angemessene sein mochte.
Derek legte Stiles zunächst einmal auf sein Bett und betrachtete ihn dann genauer, berührte zart das geliebte Gesicht und fragte seinen Onkel dann verzweifelt:
„Himmel Peter! Was hast du bloß mit ihm angestellt?"
Er sah die verbundenen Handgelenke und fragte dann ängstlich:
„Hast du ihn etwa gebissen? Ist es die Abstoßungsreaktion? Wird er nun sterben?"
Peter war blass und seine Miene ängstlich verzerrt.
Er schüttelte heftig den Kopf:
„Nein, das hat er sich selbst angetan!" rechtfertigte er sich rasch.
Derek schluckte:
„Mit anderen Worten; du hast ihn so sehr gequält, bis er nur noch einen einzigen furchtbaren Ausweg gesehen hat, richtig?" stellte er leise fest.
Peter blickte angestrengt auf seine Schuhspitzen:
„Du kriegst ihn wieder hin, oder nicht?"
Derek schloss gequält die Augen. Als er sie wieder öffnete sagte er bitter:
„Ich hasse dich, du verdammtes Monster!"
Er spuckte die Wort geradezu aus.
Bis gerade eben hatte Derek neben Stiles auf dem Bett gesessen. Nun erhob er sich und trat bedrohlich nah vor seinen Onkel hin und wollte wissen:
„Und wenn es mir wirklich gelingt, diesen armen, zerstörten Körper und diese malträtierte Seele wieder zu heilen; was wirst du dann tun, Peter? Wirst du dann kommen, um ihn wieder abzuholen. Bin ich so etwas, wie ein Schuster? Ist Stiles bloß ein paar Slipper, welches du mir zur neuen Besohlung bringst? Soll ich ihn etwa wieder für dich richten, damit du noch eine Weile dein krankes Spiel mit ihm treiben kannst? Hast du noch nicht genug gehabt?"
Peter schüttelte langsam den Kopf:
„Nein, Derek, ich hole ihn nicht zurück. Er gehört jetzt dir. Mach' mit ihm, was du willst."
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Beacon Hills 1920
FanfictionDas Jahr 1920. Die Prohibition wurde kürzlich eingeführt. Stiles und Scott sind bereits ihr Leben lang wie Brüder. Kein Wunder: Sie leben in rauen Zeiten, betreiben ein gefährliches Geschäft, befinden sich in ständiger Angst vor ihrem sadistischen B...
