„Vorsicht", lacht eine tiefe Stimme hinter ihr, während der Besitzer dieser Stimme Hermine fest in seinen Armen hält, damit sie nicht doch noch hinfällt. Hermine merkt, immer noch unter Schock, wie der fremde Mann sie neben der Pfütze wieder auf dem Boden abstellt.
Die Stimme kenne ich irgendwo her. Aber woher?
Mit einem dankbaren Lächeln dreht sie sich in den Armen des Mannes um und schaut in ein Gesicht, das sie nur allzu gut kennt.
Hermines Augen weiten sich vor Schock.
Wie ist das möglich? Ich habe ihn sterben sehen. Das kann nicht sein. Aber die schwarzen langen Haare, die gebogene Nase und diese unendlich tiefen, schwarzen Augen. Er sieht aus wie er. Er redet wie er.
„Alles in Ordnung bei Ihnen, haben Sie sich etwas getan?", fragt er besorgt und reißt sie damit aus ihren Gedanken.
„A-Alles in Ordnung, mir fehlt nichts. Danke, Sir", stammelt sie vollkommen perplex.
„Kein Problem. Ich bin übrigens Severus, Severus Snape und Sie sind?"
Hat er mich denn gar nicht erkannt? Verdenken könnte ich es ihm nicht. Vielleicht hat er einfach bloß mit der Vergangenheit abgeschlossen, so wie ich?
„Ich bin Hermine, Hermine Granger", antwortet sie ihm verwirrt, während sie seine ausgestreckte Hand ergreift, um sie zu schütteln.
„Nun, Hermine, hast du vielleicht Lust, mit mir einen Tee zu trinken, es ist ziemlich kalt und ich glaube, du solltest langsam mal wieder hereingehen, du zitterst ja schon?", fragt er sie leicht besorgt, als er das Zittern ihrer Hände und die bereits relativ fortgeschrittene Rotfärbung ihrer Wangen und ihrer Nase bemerkt.
„Ähm, sehr gern."
Daraufhin breitet sich ein großes Lächeln auf seinem Gesicht aus.
„Na, dann komm mit, ich wohne hier gleich um die Ecke", fordert er sie auf, während er ihr seinen Arm anbietet.
Er sieht so aus, wie er. Er heißt wie er. Aber ist er es auch? Ich meine, sein Wesen ist so anders. Er ist freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Das war er doch sonst nie. Auch seine Erscheinung ist gänzlich anders und doch irgendwie total „Snape". Er trägt eine einfache, dunkelblaue Stoffhose, schwarze Schuhe und einen dunkelblauen Mantel samt schwarzem Schal. Seine Haare sehen auch so anders aus. Nicht ein bisschen fettig und ölig und sie sind etwas länger, als früher. Zudem sind sie nicht mehr ganz so makellos rabenschwarz. Eine einzelne Strähne grauen Haares ziert beide Schläfen. Sein Gesicht sieht auch verändert aus. Er lächelt, er sieht bei weitem nicht mehr so griesgrämig aus. Er wirkt so freundlich. Nicht mehr so abgeschottet hinter seinen eigenen mentalen Wänden. Soll ich ihn auf Hogwarts ansprechen?
„Hermine, wir sind da."
Er lächelt sie an und hält ihr seine Hand hin, um sie hereinzubitten.
Drinnen angekommen, nimmt er ihr ihren Mantel ab und hängt ihn an einen Haken neben seinen. Severus führt sie in ein geräumiges Wohnzimmer, welches sehr gemütlich eingerichtet ist.
„Setz dich doch", sagt er, als er auf die rote Couch zeigt, die vor einem Kamin steht.
Severus Snape besitzt eine rote Couch? Wenn Professor McGonagall das jetzt sehen könnte.
Die Gedanken an ihre alte Hauslehrerin stimmen die junge Brünette wieder melancholisch, doch wird sie ziemlich schnell aus ihren Gedanken geholt, als Snape sich auf den Weg zu seinem Kamin macht. Davor kniet er sich nieder und stapelt etwas Feuerholz hinein und entzündet dieses dann. Jetzt geht er in die Küche, um einen Tee für die Beiden zu kochen.
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Memories
FanfictionDer Krieg ist vorbei und Voldemort endlich ein für alle Mal vernichtet. Also eigentlich genau so, wie es sein sollte. Oder etwa nicht? Was passiert, wenn Hermine Granger sich aus der Zaubererwelt zurück zieht und einsam in Muggellondon lebt, während...
