Der Tag des Balles rückt immer näher und Hermine bekommt Severus kaum noch zu Gesicht. Klar, zu den Mahlzeiten sitzt er neben ihr, aber Abends kommt er meist erst spät von Minerva nach Hause und früh geht er schon sehr zeitig wieder zu ihr, um das Großereignis zu planen.
Auch Hermine hat alle Hände voll zu tun, weil sie Minervas Klassen von heute auf morgen übernehmen musste und den ganzen Unterricht täglich planen muss.
Kurzum, die Wochen vor dem Ball waren hektisch.
Am Samstag vor dem Ball hat sich Hermine noch mit Ginny in Hogsmeade getroffen, da beide noch ein Outfit für den Ball brauchten. Nach etlichem Suchen sind die beiden jungen Hexen dann dennoch fündig geworden und so kommt es, dass Hermine dich jetzt im Spiegel bewundern kann.
Neben ihr bewundert Ginny ihr, wie sie es nennt, Meisterwerk an Haaren und Make-up und Hermine muss zugeben, dass kann Ginny. Um kurz vor sechs Uhr ziehen sie sich ihre Schuhe an und machen sich auf den langen Weg zur großen Halle.
Etwas angespannt ist Hermine schon, weil sie nicht weiß, was der Abend bringen wird. Neben dem Abendessen im Herrenhaus der Malfoys ist das der einzige Abend, den sie nicht allein mit Severus in ihrer Wohnung verbringt.
Gesehen hat sie ihn heute auch noch nicht, was ihr eindeutig missfällt. Insgeheim ist sie schon froh, dass er nach dem Ball wieder Zeit mit ihr verbringen kann. Irgendwie ist der Alltag mit ihm doch schon zur Routine geworden und ihr fehlen die gemeinsamen Abende.
„Was meinst du, hat er an?", reißt Ginny sie aus ihren Gedanken.
„Wie bitte? Wen meinst du?", fragt die Braunhaarige verwirrt.
Ihre rothaarige Freundin lacht nur. „Na wer wohl? Severus, wer sonst? Ich meine, es ist das erste Mal, dass er öffentlich auftreten wird und ich glaube, Minerva wird ihn heute auch als neuen Schulleiter vorstellen. Ob er da seine alten Roben wieder ausgegraben hat?", fragt sie, gerade als sie die Halle erreicht haben.
Am Eingang stehen Filius und Pomona, um die Gäste zu begrüßen. Nachdem sich die beiden an ihren ehemaligen Lehrern vorbeidrängen konnten, betreten sie die geschmückte Halle.
Die Haustische sind verschwunden, stattdessen stehen viele runde Stehtische am Rand der großen Tanzfläche. Die Wände sind in Weiß-, Grau- und Silbertönen gehalten, die mit Akzenten in den Farben aller vier Häuser versehen sind. In der Halle ist schon einiges los und Ginny macht sich als Erstes auf den Weg, ihren Verlobten sowie ihre Familie zu finden, während Hermine nach einer in Schwarz gekleideten Person Ausschau hält.
Etwas zögernd tritt sie weiter in die Halle, den Kopf nach allen Seiten drehend. Suchend bleibt sie am Rande der Tanzfläche stehen.
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Auf einmal steht jemand vor ihr, ihre Hand ergreifend.
„Darf ich bemerken, dass du heute äußerst hinreißend aussiehst?"
Sanft haucht der Besitzer der ihr nur zu bekannten tiefen Baritonstimme einen Kuss auf die Hand.
Erstaunt blickt Hermine Severus an und stellt fest, dass er entgegen ihrer Erwartungen nicht in Schwarz aufgetaucht ist. Nein, es ist fast so, als hätte er gewusst, dass ihr Kleid ein schönes Kobaltblau sein würde, denn sowohl seine Robe, als auch seine Krawatte sind ebenfalls Kobaltblau. Die Hosen und das Hemd sind schwarz aber zu viel darf man ja auch nicht verlangen, nicht wahr?
Sie wirft ihm ein sehr leichtes Lächeln zu. „Vielen Dank, der Herr. Dem würde ich entgegensetzen, dass auch du heute sehr gut aussiehst. Blau steht dir ausgezeichnet, mein Lieber."
Noch bevor er allerdings antworten kann, räuspert sich Minerva jedoch und bittet alle zur Ruhe. Scheinbar sind alle anderen Gäste eingetroffen, als die beiden sich unterhalten haben. Gespannt treten sie ein wenig näher. Auch die alte Schulleiterin hat ihre sonst Smaragdgrünen Roben gegen ein paar rote eingetauscht, die denen des Albus Dumbledore erstaunlich ähneln.
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Memories
FanfictionDer Krieg ist vorbei und Voldemort endlich ein für alle Mal vernichtet. Also eigentlich genau so, wie es sein sollte. Oder etwa nicht? Was passiert, wenn Hermine Granger sich aus der Zaubererwelt zurück zieht und einsam in Muggellondon lebt, während...
