Man hätte eine Nadel fallen hören können in der großen Halle in diesem Moment.
Die junge Frau stand versteinert vorn, ihr hoffentlich bald Verlobter auf einem Knie vor ihr. Scheinbar brauchte sie eine Weile, damit die Wörter, die er gerade gesprochen hat, bis in ihr Gehirn durchdringen, denn jetzt schlägt sie die Hände vor den Mund und in ihren Augen sammeln sich Tränen. Schließlich reagiert sie doch auf seinen bittenden Blick und lässt ihn nicht länger warten.
Hermine nickt und fällt ihm in die Arme.
Mehr als erleichtert steht er wieder auf und küsst sie. Die ganze Halle bricht in Jubel und Beifall aus, den die beiden allerdings gekonnt ausblenden. Als sie sich dann aus Kuss und Umarmung lösen, steckt er ihr den zarten Ring aus Silber an.
Er ist filigran gearbeitet und scheint aus dünnen, miteinander verwobenen Silbersehnen zu bestehen, in deren Mitte ein kleiner Diamant eingeschlossen ist.
„Ich liebe dich, Sev", flüstert sie, bevor sie zu Freunden und Familie gehen.
Nachdem dann alle noch Konversation betrieben haben und es schon reichlich spät war, haben sich dann auch Severus und Hermine verabschiedet und sind die Treppen in die Kerker herabgestiegen.
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Nun, einige Wochen später, sitzen die beiden draußen am See und planen die letzten Details der Hochzeit. Es sind Sommerferien und außer Hagrid und den Hauselfen ist niemand mehr im Schloss. Hermine und Severus haben mittlerweile die Wohnung des Schulleiters bezogen und es ist eigentlich alles vorbereitet für das kommende Schuljahr.
„Wo wollen wir eigentlich heiraten, Sev?", fragt Hermine, von ihren Notizen aufschauend.
„Was hältst du von hier? Ich meine, im Sommer ist wunderschönes Wetter und wir könnten auch draußen feiern, wenn es nicht regnet. Hogwarts wird nun mal für einige Zeit unser zu Hause sein und hier haben wir idyllische Ruhe", erwidert er, die Augen geschlossen und entspannt auf dem warmen Gras liegend.
Hermine nickt und kritzelt wieder in ihr Notizbuch.
„Nächsten Freitag können wir abends nicht lesen. Harry, Draco und die anderen Herren wollen mich entführen und meinen Junggesellenabschied feiern", seufzt er sich aufsetzend. Wirklich erfreut ist er nicht über das, was die Freunde seiner Verlobten da planen, auch wenn sie mittlerweile auch seine Freunde sind.
Er lehnt sich zurück gegen den Baum und verschränkt die Arme hinter dem Kopf, während Hermine weiterkritzelt. Nach einer Weile hat er dann genug und schnappt ihr das Notizbuch aus der Hand. Noch bevor sie sich beschweren kann, ist es auch schon verschwunden und er grinst sie frech an.
„Jetzt mach aber mal eine Pause. Es ist doch alles geplant und dein Kleid hast du auch schon, also genieß lieber deine Zeit und entspanne dich", sagt er und zieht sie in seine Arme.
Mit einem Seufzen ergibt sie sich und kuschelt sich eng an ihn und so sitzen sie eine Weile da und schauen der Sonne zu, wie sie langsam am Horizont versinkt. Um sie herum ist idyllische Stille, die durch gelegentliches Vogelgezwitscher unterbrochen wird.
Später, als die Sonne dann komplett untergegangen ist, schaut Severus auf die ruhige Frau in seinen Armen und bemerkt, dass sie bereits eingeschlafen ist. Ihr Gesicht ist getaucht in das volle Licht des Julimondes und sieht jung und schön aus, wie eh und je. Nicht zum ersten Mal kann Severus sein Glück kaum fassen. Er ist hin- und hergerissen, ob er sie aufwecken soll oder nicht.
Schließlich entscheidet er sich doch dafür, sie aufzuwecken. Sachte streicht er ihr ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht und haucht ihr einen Kuss auf die Stirn. „Hermine, aufwachen, es wird spät."
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Memories
FanfictionDer Krieg ist vorbei und Voldemort endlich ein für alle Mal vernichtet. Also eigentlich genau so, wie es sein sollte. Oder etwa nicht? Was passiert, wenn Hermine Granger sich aus der Zaubererwelt zurück zieht und einsam in Muggellondon lebt, während...
