So, liebe Leute. Hier ist das vorletzte Kapitel von Hexenjagd. Lasst euch gesagt sein, dass euch noch ein paar Überraschungen erwarten :). Seid mir bitte nicht böse, wenn dieses Kapitel noch mehr Fehler hat als sonst- ich bin aktuell im Urlaub und nicht zum Drüberlesen gekommen :S. Trotzdem wünsche ich euch viel Spaß!
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Das Anwesen lag still da, fast als sei niemand zu Hause. Ein Blick durch den Zaun sagte Rowan, dass dringend Laub gefegt werden musste und einige Beete brauchten offensichtlich auch etwas Aufmerksamkeit. Es dauerte eine ganze Weile, bis er Bewegung hinter der Haustür wahrzunehmen glaubte. Die Anspannung ballte sich in ihm und brachte sein Herz zum Rasen, als sei er gerannt. Sogar seine Hände wurden ein bisschen feucht, während er wartete. Keine Stimme kam durch die Gegensprechanlage, kein wirkliches Zeichen, dass ihn jemand bemerkt hatte und doch wusste Rowan, dass Marcus hinter der Tür stand. Es dauerte eine weitere Ewigkeit und Rowan fragte sich, ob sein Herr sich einfach entschieden hatte, ihn zu ignorieren und für einen kurzen Moment kam ihm der Gedanke daran, was er früher darum gegeben hätte einfach ignoriert zu werden. Dann dachte er daran, was er alles falsch gemacht hatte, welche Regeln er gebrochen hatte und ihm wurde nur noch unwohler. Wären die letzten Stunden, bevor sie auseinandergegangen waren um Claras Vater zu retten, nicht in einer solch verträglichen Stimmung gewesen und hätte sein Herr in den Tagen zuvor nicht so erstaunlich umgänglich gezeigt, hätte er eine Strafe erwartet, nach der er sich für Wochen nicht bewegen konnte.
Gerade als er darüber nachdachte noch einmal zu klingeln, surrte das Tor und Rowan drückte hastig dagegen, um es zu öffnen. Das mulmige Gefühl verwandelte sich in Übelkeit und sein Herz raste so sehr, dass er ernsthaft begann sich Sorgen zu machen, es könnte ihm aus der Brust springen. Hinter ihm fiel das Tor wieder ins Schloss und seine Schritte knarzten über den Weg auf die Haustür zu, was schrecklich laut klang, in seinen rauschenden Ohren. Während Rowan darauf zuging, öffnete sich die Haustür, stockend und zögerlich, als würde sie von etwas behindert. Vor der einzelnen Stufe, die zum Haus führte, blieb er unschlüssig stehen und merkte wie zu der schrecklichen Nervosität nun noch eine gewisse Panik dazukam. Er hatte keine Ahnung, wie er sich verhalten sollte. Sein erster Impuls war, zum alten Muster zurückzukehren, bis ihm etwas anderes gesagt wurde, doch dann durfte er im Grunde auch nicht von sich aus sprechen und hatte sich möglicherweise schon allein dadurch um die Gelegenheit gebracht, ein vernünftiges Gespräch zu führen. Jedoch konnte auch alles andere zu einem enormen Ärgernis führen. Alles konnte zu einem Ärgernis führen, das war schließlich das Problem. Rowan war völlig planlos und dann öffnete sich die Tür wirklich, als sei das Hindernis endlich beseitigt.
Marcus Cabrel öffnete die Tür und Rowan war überrascht. Er war wie üblich gekleidet, in seiner grauen Jacke und einer gewöhnlichen dunklen Hose, doch unrasiert und seine Haare waren zerwühlt, als sei er geradewegs aus dem Bett gestiegen. Außerdem sah er irgendwie müde aus, aber Rowan brachte es tatsächlich nicht über sich ihn direkt anzusehen. Er spürte einen bohrenden Blick auf sich und wie automatisch verneigte er sich vor seinem Herrn. Er konnte es nicht verhindern, es war einfach zu selbstverständlich gewesen, um unter diesem Blick etwas anderes zu tun. „Rowan", stellte Mr. Cabrel reichlich spät fest und trat zurück. Er klang auch müde. „Komm rein", der gleiche Befehlston wie früher, jedoch schwang auch ein freundlicher Unterton darin mit. Es hätte als gewöhnliche Aufforderung an einen Gast durchgehen können und Rowan war sich nicht sicher, ob das bei ihm alle Alarmglocken schrillen ließ, oder ihn beruhigte und so wurde seine Nervosität nur noch etwas schlimmer. Ohne ein Wort, betrat er das Haus. Selbst wenn ihm etwas eingefallen wäre, was er hätte sagen können, wären ihm die Worte wohl im Hals steckengeblieben.
Im Flur, war Rowan erneut überrascht. Vor den Türen zur Gästetoilette, dem Keller und dem Abstellrau, in dem Rowan geschlafen hatte, türmten sich entlang der Wände Kisten und versperrten den Flur und waren auch vermutlich der Grund, dass es so schwer gewesen war, die Haustür zu öffnen. Dazwischen war kaum genug Platz um hindurchzugehen. Sie alle trugen ein Polizeisiegel und Rowan verstand, dass es sich um Marcus beschlagnahmte Besitztümer handeln musste. Marcus hatte sich bereits auf den Weg zum Salon gemacht, vorbei an einer Kiste, auf der achtlos seine Jacke lag. Wortlos folgte Rowan ihm. Er fragte sich, was von ihm erwartet wurde und war sich noch kein Stück sicherer, was sein Herr dachte. Die Situation war seltsam und Rowan entschied sich, die Jacke auszuziehen, die sich an den Taschen unförmig ausbeulte, weil er das zweite Shirt und das Hemd zusammen mit seinen letzten Zigaretten und dem Handy hineingestopft hatte. Für einen winzigen Moment zog er in Betracht, auch, wie früher, das Shirt auszuziehen, aber so selbstverständlich wollte er sich nicht zurückbegeben in sein altes Leben, auch wenn es sich sehr danach anfühlte, in den bekannten Mauern.
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Allegiance- Hexenjagd
Mystery / ThrillerDer zweite Teil der Allegiance- Duologie! Was nun? Was soll jetzt aus Rowan werden? Wie kann Clara das Geschehene hinter sich lassen? Wer ist Jenna? Was passiert mit den Sklavenhaltern? Was ist mit Jordan? Und hält die Sekte wirklich die Füße still...
