21. Kapitel: Was willst du hier?

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Ich hatte in dieser Woche nicht mehr versucht Benedict zu erreichen, auch wenn ich durchaus darüber nachgedacht hatte. Es war aber immer wieder daran gescheitert, was ich ihm hätte sagen sollen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wäre es einfach eskaliert, weil ich ihn nur mit diversen Vorwürfen bombardiert hätte. Gleichwohl hatte er wiederrum auch keinen Finger gerührt. Vielleicht war es auch einfach das Beste für alle Beteiligten das zwischen uns, was auch immer es nun im Endeffekt gewesen war, einfach ruhen zu lassen. Dieser Gedanke machte mich zwar unsagbar traurig, aber womöglich war es in der Tat das Beste. Ich würde mich wohl für immer an der Erinnerung festklammern, wie sich seine Lippen auf den meinen angefühlt hatten und daran, wie ich ihn das letzte Mal bei seinem Auto umarmt hatte. Zu gerne hätte ich ihn noch ein letztes Mal gesehen, doch als ich mich vor meiner letzten Abreise aus London nochmal bei ihm zu Hause hatte blicken lassen, hatte er nicht aufgemacht. Er war auf jeden Fall zu Hause gewesen.

Nun war ich also aufgrund von Toms Einladung zurück in der britischen Hauptstadt. Es war seltsam nun vor seinem Haus zu stehen und darauf zu warten, dass er die Tür öffnete, anstatt vor Benedicts Heim zu stehen. Bevor ich allerdings in erneut ziemlich trübsinnige Gedanken abdriften konnte, wurde die Tür ziemlich schwungvoll aufgerissen und ein übers ganze Gesicht strahlender Tom stand vor mir, als er erkannte, dass ich es war. Er gab mir keine Chance auch nur den Mund aufzumachen, ehe er in einer fließenden Bewegung auf mich zukam und fest an sich drückte.

„Mel! Schön, dich zu sehen. Danke, dass du gekommen bist", begrüßte Tom mich stürmisch, was mich nur zum Lachen brachte. In seiner Gegenwart und mit dieser Ausstrahlung konnte man einfach nicht anders.

„Tom, du erdrückst mich noch", erwiderte ich schmunzelnd, als er mich daraufhin umgehend losließ.

„Sorry", sagte er verschmitzt, trat dann aber einen Schritt beiseite und lud mich mit einer ausladenden Geste in sein Haus ein, aus dem ich schon ausgelassenes Gelächter und auch etwas Musik kommen hören konnte. „Komm doch rein, es sind fast alle schon da. Ich möchte dir ein paar Leute vorstellen."

Toms Wohnzimmer war überfüllt mit Menschen, die sich bereits in kleineren Grüppchen zusammengefunden hatten und sich munter austauschten, aber fast alle aufsahen, als Tom mit mir im Schlepptau auftauchte. Zu meiner großen Erleichterung hatte er sein Wort gehalten und Benedict war nicht unter ihnen. Damit hatte ich zwar auf nicht wirklich gerechnet, aber dennoch durchströmte mich sofort eine tiefe Form der Erleichterung. Tom stellte mich kurz vor und als ich meinen Blick nun etwas ausführlicher durch die Menge schweifen ließ, stellte ich fest, dass fast nur Männer anwesend waren – bis auf eine Ausnahme. Als Tom mir Chris Hemsworth vorstellte, den ich erst auf den zweiten Blick hin entdeckt hatte, kamen mir all die Erinnerungen an meinen Marvel Marathon mit Ben wieder in den Sinn und auch wenn es ein unbeschreibliches Gefühl war, einige der Menschen kennenzulernen, die in diesen Filmen mitgewirkt hatten, hatte all das dennoch einen bitteren Beigeschmack für mich. Schlussendlich stellte er mir die einzige andere weibliche Person auf dieser Party vor. Irgendwie war es seltsam, dass sonst wirklich nur Männer anwesend waren. Waren diese Leute etwa alle Single?!

„Mel, ich möchte dir jetzt noch jemanden ganz Besonderes vorstellen", lenkte Tom meine volle Aufmerksamkeit wieder auf ihn, bis mein Blick automatisch zu der Frau an seiner Seite huschte, die mich höflich anlächelte. Sie war wortwörtlich bildschön und ich fühlte mich sofort dermaßen underdressed neben ihr in ihrem schwarzen Cocktailkleid, welches ihre schlanke, hochgewachsene Figur nur noch mehr betonte und ihre wallende goldbraune Mähne nur noch mehr zur Geltung brachte. „Das ist Louise", offenbarte er mir schlussendlich, woraufhin sie einen Schritt vortrat und mir die Hand entgegenstreckte, während Tom seine Hand an ihren unteren Rücken platziert hatte, allerdings ohne sie richtig zu berühren.

Between The Lines // Benedict Cumberbatch FF [abgeschlossen]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt