Carters Sicht:
Ich hörte Cole nicht wirklich zu, viel mehr war ich auf Charlie konzentriert, die sich gerade an einer der hinteren Tische setzte. Als sie in die Mensa gekommen war, hatte ich ihr zu gewinkt, aber sie hatte entweder nicht darauf reagiert oder sie hatte mich nicht gesehen. Fast wünschte ich mir, es wäre Letzteres. Sie konnte sich da hin setzten wo sie sich hinsetzten wollte und es konnte mir Schnuppe sein. Ich seufzte.
Warum war es mir nicht Schnuppe? Ich versuchte mich auf Coles riesigen Mund zu konzentrieren und verstand ihn sogar. „Hast du nicht Bock auf Mikes Party zu gehen?" Ich versuchte nicht zu Charlie rüber zu sehen und redete beiläufig: „Nee lass mal. Jas und Max werden da bestimmt auch sein."
Cole rückte seine Brille zurecht: „Ne, Alter, Jas hat grad mega Stress Zuhause. Hat irgendwas mit der Hampton-Tussi zu tun, anscheinend macht seine Mom Stress, weil er sie so scheiße behandelt." Ich sagte etwas zu schnippisch: „Tut er auch." Dann murmelte ich noch etwas leiser: „Nenn sie nicht Hampton-Tussi..."
Cole mustere mich und versuchte sich dann im Observieren seines Burgers. Ich stand auf und lief auf Charlie zu. Als diese mich erblickte, hatte ich das Gefühl, sie wirkte kurz erfreut. Ich setzte mich gegenüber von ihr und kam gleich zur Sache: „Wir gehen heute auf Mikes Party." Sie sah mich etwas genervt an: „Wow, du setzt dich zu mir, um mich nicht zu einer Party einzuladen, sondern mich dahin zu bestellen?"
Ich spitzte meine Lippen: „Jup. Das ist genau das was ich tue." Sie musterte mich und dann schob sie mir ihren Teller hin und als ich bemerkte, dass sie einen ganzen Haufen Pommes darauf liegen hatte, war ich echt kurz davor sie zu umarmen. Sie zuckte mit den Schultern: „Ich dachte, du machst dich bestimmt gut als menschlicher Mülleimer." „Ich werde das einfach überhören, da mich diese Pommes zu sehr anmachen." „Treibt es bitte nicht zu wild. Wir sind in der Öffentlichkeit." „Pf. Das sind wir gewohnt." Ich stopfte mir eine Pommes in den Mund und Charlie betrachtete mich amüsant.
Dann saßen wir beide stumm da. Ich aß meine Pommes, Charlie trank ihr Wasser. Irgendwann schnappte auch sie sich eine Pommes. Ich hielt inne und sah sie an, sie zuckte mit den Schultern: „Ich weiß eigentlich gar nicht, wie die genau schmecken, ich hatte ja immerhin immer nur eine..." Ich lächelte und sah ihr dabei zu, wie sie vorsichtig abbiss.
Ich seufzte: „Meine Güte, musst du noch viel lernen. Du kannst da nicht einfach abbeißen, du musst sie schon sofort essen." Charlie schob sich schnell den Rest in den Mund und kaute dann ein ganzes Weilchen. Ich starrte sie wie gebannt an und als sie heruntergeschluckt hatte, zog ich meine Augenbraue hoch. Sie zuckte mit den Schultern: „Schmecken tatsächlich nicht schlecht?" Ich sah sie freudig an: „Echt jetzt?"
Sie nahm ihre Wasserflasche und verzog ihr Gesicht: „Gott, nein, die sind einfach immer noch scheiße." Sie nahm einen Schluck und ich ertränkte meine Pommes kopfschüttelnd lachend im Ketchup.
Als ich nach der Mittagschule meine Haustür aufschloss, hörte ich lautes Gelächter aus der Küche. Ich runzelte die Stirn. Meine Mom hatte eigentlich nie Besuch, geschweige denn um diese Uhrzeit. Ich linste um die Ecke und war erstaunt als ich Charlies Mom an unserem Küchentisch sitzen sah.
Sie hielt eine Tasse in der Hand und vor ihr stand Moms leckerer selbstgemachter Zupfkuchen. Ich trat unauffällig vor und natürlich bemerkte mich Charlies Mom sofort. „Hallo Carter." Ich lächelte etwas unbeholfen: „Hey Mrs. Hampton." Sie lachte: „Nenn mich doch bitte Alice." Okay, peinlicher konnte es jetzt auch nicht mehr kommen. Meine Mom stand auf und küsste meine Wange. Okay, falsch gedacht. Ich löste mich und sah sie beiden an.
Dann fuchtelte ich irgendwie in der Luft herum: „Also, ich geh dann mal hoch, also in mein Zimmer. Und da werde ich Hausaufgaben machen oder fernsehen, oder irgendetwas halt. Ähm, nett sie gesehen zu haben, Mrs... ähm, Alice. Und, Mom, ich gehe auf eine Party. Bei Mike. Ähm mit Charlie, Ihr... deiner Tochter. Und ja, viel Spaß noch." Warum war ich in solchen Sachen so unglaublich bescheuert? Alice sah mich musternd an: „Ich hoffe, Charlie ist in besserer Verfassung als bei ihrer letzten Party..."
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"Ich hasse dich mehr."
RomanceKompliziert. Das war vielleicht gerade das richtige Wort, um Charlotte Hamptons und Carter Jones' Leben zu beschreiben. Herauszufinden dass der eigene feste/beste Freund schwul ist und Charlie ein ganzes halbes Jahr betrogen hat und das jetzt so zi...